Basketball
Logische Auftaktniederlage für coronageplagte Starwings

Die Starwings verlieren ihr erstes Saisonspiel beim BC Boncourt deutlich mit 69:87. Die wegen Coronafällen kaum existierende Vorbereitung machte sich deutlich bemerkbar. Doch phasenweise zeigten die Birsfelder, über welches Potenzial sie verfügen würden.

Jordi Küng
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Branislav Kostic (mit der Nummer 4) konnte im ersten Saisonspiel nicht überzeugen. (Archivbild)

Branislav Kostic (mit der Nummer 4) konnte im ersten Saisonspiel nicht überzeugen. (Archivbild)

Keystone

«Wir begannen die Partie unkonzentriert und ohne Intensität in der Verteidigung», sagte Dragan Andrejevic, der Trainer der Starwings, nach dem Startspiel. Die Unkonzentriertheiten kamen nicht überraschend. Denn die Birsfelder hatten von allen neun NLA-Teams die suboptimalste Vorbereitung für die neue Saison. Zuerst gab es eine zehntägige Quarantäne für die drei neuen US-Profis Deondre Burns, Matthew Milon und Nathan Krill, danach legte das Coronavirus die ganze Mannschaft lahm: Kein Training, keine Spiele, dafür Quarantäne.

So begann erst am Samstagabend mit zweiwöchiger Verspätung das erste Saisonspiel. Verspätet kamen die Baselbieter auch in der Partie an, denn nach fünf Minuten stand es schon 15:5 für Boncourt. Der Match war bereits entschieden. «Das Skore im ersten Viertel von 26:11 sagt alles aus. Nebst einer ungenügenden Defensive fanden wir auch in der Offensive keine Lösungen und forcierten unsere Würfe», so Andrejevic.

Die Unterschiede zeigten sich im Spielermaterial der beiden Mannschaften. Während Boncourt-Topskorer Devin Cooper wirbelte und skorte wurde sein Antipode, Starwings-Captain Branislav Kostic, zum Spielball degradiert. Solid waren die beiden Boncourt-Tür­me Milos Jankovic und der ehemalige Starwings-Center Nemanja Calasan. Gut zeigte sich auch Juraj Kozic, der allei­ne mehr punktete als alle Starwings-Schweizer zusammen.

Aber beim Gast aus Birsfelden gab es durchaus Lichtblicke. Spielmacher Burns kann skoren und mit der Zeit wohl auch das Spiel seiner Teamkollegen noch besser lenken. «Wurfmaschine» Milon wies hingegen gerade bei den Dreiern eine ungenügende Quote (zwei von zehn) auf. Allerdings müssten seine Mitspieler für den begnadeten «Shooter» auch offene Würfe kreieren, was nur selten gelang.

Und dennoch stand es in der Partie nach 25 Minuten plötzlich 53:45 – für einen kurzen Moment ergab sich das Gefühl, dass die Starwings ins Spiel zurück gefunden hat­ten. Aber die Hoffnung, das Spiel zu drehen, keimte nur kurz auf. Denn wenig später stand es 66:47 für die Jurassier.

Immerhin darf konstatiert werden, dass die zweiten 20 Minuten von den Starwings gewon­nen wurden. Weniger gut war, dass das Schweizer Quintett bloss elf Zähler beitrug, während beim BCB die nationalen Akteure 39 Punkte skorten. Schlimmer noch: Jeder der Schweizer Starwings-Basketballer kam zu viel Einsatzzeit. Kostic und Ilija Vranic, die Entdeckung der letzten Saison, schafften zusammen in 40 Minuten keinen Punkt. Dass Trainer Andrejevic darob, milde gesagt, «not very amused» war, sei auch erwähnt.

Am Mittwochabend geht es für die Starwings weiter, sofern das Virus das nicht verhindert. Mit SAM Massagno gastiert eine Equipe in der Sporthalle Birsfelden, welche vor einer Woche beim Meister und Europacup-Teilnehmer Fribourg Olympic gewonnen hat. Die Favoritenrolle ist also bereits schon vor Spielbeginn klar vergeben.

BC Boncourt – Starwings 87:69 (45:26)

Salle Sportive/Le Chaudron. - 0 Zuschauer. - SR: Michaelides/Tagliabue/Carr.

Boncourt: Cooper (24), Fongué (6), Juraj Kozic (18), Calasan (13), Jankovic (11); Seylan (10), So­lioz, Savon (5), Wälti; Petar Kozic.

Starwings: Burns (24), Kostic, Milon (15), Vranic, Sane (12); Krill (7), Davet (2), Haile (5), Milinko­vic (4), Fasnacht: Pausa, Weibel.

Bemerkungen: Beide Teams komplett. - Viertelsresultate: 26:11, 19:15 (45:26); 21:21 (66:47) und 21:22 (87:69). - Fouls: Boncourt 21, Starwings 21.