Eidgenössisches Turnfest
Liestaler Machtdemonstration am Eröffnungstag in Biel

Die Liestalerinnen sind im Trampolin in Biel (fast) unschlagbar und sichern sich alle drei Podestplätze in der Hauptkategorie. Für einen Exploit sorgte auch Tobias Herrmann zusammen mit Fabian Wyler aus Stäfa mit dem Sieg im Synchronspringen.

Willi Wenger
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Nur im Einzel erfolgreich: Sylvie Wirth (vorne) und Simone Scherer beim Synchronspringen.

Nur im Einzel erfolgreich: Sylvie Wirth (vorne) und Simone Scherer beim Synchronspringen.

Sylvie Wirth vom Turnverein Liestal (TVL) hat mit über fünf Punkten Vorsprung gestern den Trampolinwettbewerb überlegen gewonnen. Sie triumphierte mit 98.300 Punkten vor Schweizer-Meisterin Simone Scherer (ebenfalls TVL), die 93.100 Punkte totalisierte. Janina Müller als Dritte des TVL auf dem Podest, büsste bereits sieben Zähler auf die Siegerin ein. Erfreulich war auch der Vollerfolg von Tobias Herrmann im Mannnschaftswettbewerb. Der Liestaler holte im Synchron zusammen mit dem Zürcher Fabian Wyler den Titel und damit den Lorbeer-Kopfschmuck.

Es waren aus Baselbieter Sicht die Einzelwettkämpfe, welche die Zuseher stark beeindruckten, wo sich die Liestalerinnen drei Lorbeer-Kränze in Empfang nehmen durften. Dies war noch lange nicht das Ende der sogenannten Fahnenstange. Die Liestalerinnen turnten in den Nachwuchskategorien ebenfalls herausragend. Mit zehn Medaillen dokumentierten sie, wo im Land am besten und am zielführendsten gearbeitet wird.

Das Nordwestschweizerische Kunstturn- und Trampolinzentrum (NKL), wo die Liestalerinnen trainieren, leiste hier aussergewöhnlich gute Arbeit, kommentierte der Baselbieter Felix Stingelin, Chef Spitzensport im Schweizerischen Turnverband (STV). «Das NKL ist ein Paradebeispiel für perfekte turnerische und athletische Grundausbildung», lobte Stingelin die Arbeit von Cheftrainerin Svetlana Ihnatovich. «All die heutigen Erfolge kommen nicht aus dem Nichts», sagte er gestern freudig aus Sicht des Basler Landkantons. Dennoch: «Als Chef Spitzensport im STV wäre es mir auch recht, wenn alle Zentren im Land auf Augenhöhe zueinander wären».

Sylvie Wirth hat sich keine solchen Gedanken machen müssen. «Ich bin glücklich und sehr zufrieden, dass ich hier gewinnen konnte, obwohl ich keinen perfekten Auftritt hatte». Die SM-Zweite beurteilte das Eidgenössische als ganz normales Turnier. «Ein Wettkampf ist ein Wettkampf, wo grundsätzlich alles immer offen ist», analysierte die 19-jährige Sportklassen-Schülerin am Gymnasium Liestal. Quasi nebenbei dankte Wirth der Leistungssportförderung Baselland (LSF), ohne deren Unterstützung der Erfolg so nicht möglich gewesen wäre.

Schweizer-Meisterin Simone Scherer belegte «nur» den zweiten Platz, weil sie im Vorkampf in der Kür einen folgenschweren Fehler beging. «Ich habe einen Sprung zu wenig gemacht, weil ich während des Wettkampfs das Programm geändert hatte. Dies gibt gemäss Reglement drei Punkte Abzug». Im Final drehte das LSF-Mitglied, das Ende Jahr in Liestal maturieren wird, mächtig auf. «Die Kür passte perfekt», freute sich Scherer sichtbar. Sie und Sylvie Wirth haben grosse Ziele vor Augen. Sie wollen sich für die Weltmeisterschaften in Bulgarien qualifizieren und vorher noch Weltcup-Prüfungen bestreiten. Immer mit der notwendigen Seriosität und dem Willen, stets das Beste zu geben.

Tobias Herrmann siegte an sich überraschend, jedoch nicht ganz unerwartet. «Mein Ziel war, alle drei Übungen voll durchzuturnen. Das ist mir gelungen. Insgesamt habe ich auf einem Podestplatz gehofft, diesen so aber nicht erwartet». Der 20-jährige Maturand war nämlich «belastet». «Nächste Woche habe ich in Basel meine letzten mündlichen Prüfungen», umschrieb das TVL-Mitglied seine aktuelle berufliche Situation.

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