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Kaum zurück beim FCB, könnte Zdravko Kuzmanovic bereits wieder seine Koffer packen

Letzte Saison war Zdravko Kuzmanovic nach Spanien an Malaga ausgeliehen. Aufgrund von Verletzungen kam er dort jedoch kaum zum Zug. Nun, während dem Trainingslager mit dem FC Basel, wird bekannt, dass der Mittelfeldspieler vielleicht nochmal für eine Saison nach Malaga gehen könnte.

Céline Feller
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Wie lange bleibt Zdravko Kuzmanovic noch beim FC Basel?

Wie lange bleibt Zdravko Kuzmanovic noch beim FC Basel?

Keystone

«Ob ich den kenne? Aber natürlich!», sagt unser Taxifahrer Paco, angesprochen auf Zdravko Kuzmanovic. «Der hat eine sehr feine Technik und ein fantastisches Auge.» Es ist Anfang Oktober 2016 und Paco fährt uns gerade zum Estadio Ciudad de Málaga, dem Trainingsgelände des FC Málaga, für den Kuzmanovic seit Sommer spielt.

Im Gespräch erzählt Paco von den Problemen, die sein Herzensverein hat, seit Scheich Abdullah Bin Nasser al-Thani nur zwei Jahre nach dem Erwerb des Klubs im Jahre 2010 das Interesse verloren und den Geldhahn zugedreht hatte.

Für Malaga konnte Kuzmanovic nicht viel spielen.

Für Malaga konnte Kuzmanovic nicht viel spielen.

Keystone

Auch deshalb stecke man grosse Hoffnungen in einen Spieler wie Kuzmanovic. «An dem werden wir noch viel Freude haben, da bin ich mir sicher. Schade, dass er gerade etwas angeschlagen ist.» Als Paco diese Worte sagt, weiss er nicht, dass er Kuzmanovic nur noch weitere 54 Minuten im Dress seines Vereins wird spielen sehen.

Denn aus etwas angeschlagen wurde schwer verletzt. Nur zwei Wochen nach unserem Gespräch mit dem Spieler reisst diesem seine bereits nicht mehr intakte Achillessehne im Spiel gegen Leganés – Saisonaus. Und das Ende einer Beziehung zwischen Spieler und Leihverein, die gerade einmal vier Spiele und 216 Minuten dauerte.

Kein Kommentar

Doch jetzt, neun Monate später, könnten Kuzmanovic und Málaga eine neue Chance bekommen. Die spanische Zeitung «El Desmarque» vermeldete am Dienstagabend, dass die Andalusier den 29-Jährigen gerne noch einmal für ein Jahr ins La-Rosaleda-Stadion zu Málaga holen möchten.

Zum einen, weil man von den Qualitäten Kuzmanovics noch immer überzeugt und fasziniert sei. Und zum anderen, weil man wisse, wie sehr der unglückliche Verlauf des Engagements dem Spieler ein Dorn im Auge sei. Das spanische Blatt will sogar wissen, dass bereits alle Beteiligten an einer Rückkehr auf Hochtouren arbeiten.

Beim FCB werde ein erneutes Leihgeschäft des zentralen Mittelfeldspielers ebenfalls befürwortet, habe man doch auf dieser Position genügend Alternativen. Die sportliche Leitung des FCB wollte sich nicht äussern. Wie gewohnt wird nur kommentiert, was fix ist.

Überangebot im Mittelfeld

Letzte Woche sagte Sportchef Marco Streller zur Personalie Kuzmanovic, dass einfach wichtig sei, dass er wieder fit werde. Alles Weitere werde sich zeigen. Der FC Málaga bestätigt auf Anfrage, dass die Möglichkeit einer Rückkehr Kuzmanovics bestehe, möchte aber noch nicht mehr sagen.

Klar ist, dass der FCB tatsächlich ein Überangebot im zentralen Mittelfeld hat. Und dies eine elegante Lösung wäre. Zumal Kuzmanovic sich bei Málaga sehr wohl fühlte, sowohl sportlich als auch privat.

Bei seinem Antrittsinterview in Spanien vor einem Jahr betonte er, dass er «sofort zugesagt habe, als ich gehört hatte, dass der FC Málaga mich will». Er habe eine neue Liga sehen wollen. Die dritte grosse nach der Bundesliga und der Serie A.

Kein Rückschritt

Viel gesehen von La Liga hat er aber nicht. Und Zeit, um sich durchzusetzen, hatte er ebenfalls keine. Gut möglich, dass er nicht abgeneigt wäre, zu beweisen, dass ihm das gelingen würde. In einer Meisterschaft, die er als sehr stark bezeichnet und über die er bei unserem Gespräch im Oktober sagte: «Es ist ein schneller, technischer Fussball, bei dem viel Wert auf die Bewegung mit dem Ball gelegt wird, das entspricht meinem Spielstil.»

Zdravko Kuzmanovic (vorne) im Trainingslager mit dem FC Basel.

Zdravko Kuzmanovic (vorne) im Trainingslager mit dem FC Basel.

Daniela Frutiger/freshfocus

Dass er mit den Südspaniern weder um Titel noch in der Champions League spielen würde, beurteilte er damals nicht als Rückschritt. «Es ist immer noch die Primera División. Da spielt man jedes Wochenende gegen grosse Teams. Es soll nicht abschätzig klingen, aber es ist eben nicht das Gleiche, wenn man gegen Vaduz spielt oder aber gegen Atlético Madrid.»

Seither ist viel passiert. Definitiv ist noch nichts. Und auch wenn mit einer erneuten Leihe das Hin und Her nicht zu Ende wäre, sondern vielmehr ein weiteres Kapitel kriegen würde, würde eine Leihe Sinn machen. Für den FCB, der damit sein Kader ausdünnen könnte. Für Kuzmanovic, der sich beweisen und durchsetzen könnte. Und für Paco. Der seinen Hoffnungsträger zumindest für ein Jahr zurückhätte.

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