Fussball
Hakan Yakin: Rückkehr und Verabschiedung zugleich

Heute Abend dürfte Hakan Yakin letztmals als Aktiver im «Joggeli» auflaufen. Der Star des FC Luzern wechselt zum Jarhesende ins Tessin zur AC Bellinzona und spielt damit in Zukunft eine Liga tiefer als der FCB.

Georges Küng
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Hakan Yakin
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Hakan Yakin, hier bei Luzern auf der Ersatzbank.
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Hakan Yakin jubelt nach Torschuss
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Hakan Yakin (links) und Davide Callà bei der Theorie Hakan Yakin (links) und Davide Callà bei der Theorie
Hakan Yakin Nix Nummer 10 spielt: Hakan Yakin ist mal wieder Nummer "krank"
Hakan Yakin

Hakan Yakin

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

«Er ist eine typische Nummer 10. Er ist ein Spielmacher, wie es ihn im heutigen Fussball kaum noch gibt, da es im Mittelfeld keinen Patron mehr braucht. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 25 Jahren einen Schweizer Spieler mit ähnlichen Qualitäten, als Spielgestalter, erlebt zu haben». Der dies sagt, heisst Julio Vidal (38) und ist zumindest in der Nordwestschweiz kein unbekannter Fussballer.

Beim FC Concordia, FC Birsfelden, FC Nordstern, FC Laufen (1. Liga) oder AS Timau war er der gebürtige Spanier ein gefürchteter Goalgetter. Und Vidal ist ein enger Weggefährte von «Hatsch» Yakin und kennt ihn seit Kindsbeinen. Wenn der FCB heute gegen seinen unmittelbaren Verfolger Luzern spielt, werden Hakan und Trainer Murat Yakin ebenfalls im Fokus stehen. Und im Falle des Ex-Nationalspielers mit der Nummer 10 scheint es logisch zu sein, dass er heute im FCL-Dress sein letztes Auswärtsspiel in der Axpo Super League absolviert, bevor er am kommenden Sonntag in der SwissporArena beim Heimspiel gegen Servette verabschiedet wird. «Es sei, dass Haki mit der AC Bellinzona im nächsten Sommer in die Nationalliga A zurückkehrt», wirft Vidal lachend ein.

Grosszügigkeit in Person

Heute ist der Betriebswirtschafter Spielertrainer der Senioren des AS Timau. Die Italo-Basler führen die Tabelle mit 22:2-Punken und einem koketten Torverhältnis von 44:6 (!) an. Wer einem Match dieser ehemaligen regionalen Koryphäen besucht, sieht auf dem Trikot als Hauptsponsor zwei Buchstaben und zwei Zahlen leuchten: HY10.

Das ist keine neue Kleidermarke, kein In-Lokal in der Basler City oder sonst ein trendiges Label. Die Buchstaben und Zahlen stehen schlicht für: Hakan Yakin 10. «Das ist eben auch Hakan. Er hat das Trikotset und weitere Utensilien gesponsert. Zu seinen Freunden und Kollegen ist er die Grosszügigkeit in Person», so Vidal. Der damit aussagen will, dass vom Menschen Hakan Yakin oft ein falsches Bild, «gerade in den boulevardesken Medien», vermittelt wird. Es sei nebenbei erwähnt, dass das Sponsoring von Yakin einen fünfstelligen Betrag ausgemacht hat. «Wir sind und bleiben Basler» haben die Yakin-Brüder aus Münchenstein einst unisono erklärt. «Auch wenn der Fussball universal ist und man als Berufsspieler nie weiss, wo man spielt respektive endet», wie Hakan Yakin sinniert hatte.

Ein halbes Dutzend fehlt

Aber Basel gegen Luzern ist primär ein Spitzenspiel jener beiden Mannschaften, die am längsten die Tabellenspitze geziert haben respektive es tun (FCB). Der Schweizer Meister muss heute auf sechs Akteure verzichten. Neben den Langzeitverletzten Kay Voser und Gilles Yapi sind neu Benjamin Huggel und Taulant Xhaka hinzugekommen. Und zu diesem Quartett gesellt sich das gesperrte Duo Yann Sommer und Genséric Kusunga, sodass mit Sicherheit Massimo Colomba im Basler Tor stehen wird. Den ersten inoffiziellen Titel könnte Rot-Blau schon heute Abend kurz nach 19.30 Uhr feiern. Bei einem Erfolg ist der Titelverteidiger nämlich Wintermeister.

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