Super League
FCB-Captain Marek Suchy erklärt, warum er jetzt keine Standpauken hält und wann er wieder zurück ist

Am 12. August verletzte sich FCB-Captain Marek Suchy. Er zog sich einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zu. Nun verrät er, wann er wieder zurückkommt.

Céline Feller
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Der verletze Marek Suchy nimmt seit Mitte August wegen seiner Verletzung auf der Tribüne Platz. Hier begleiten ihn seine Tochter Anna und seine Frau Alyona.

Der verletze Marek Suchy nimmt seit Mitte August wegen seiner Verletzung auf der Tribüne Platz. Hier begleiten ihn seine Tochter Anna und seine Frau Alyona.

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Singen oder Backen? Wenn Marek Suchy aussuchen kann, wählt er ganz klar das Backen. Das Singen überlässt er in der Weihnachtszeit seiner Familie. Im Teigkneten und Gutzi-Ausstechen ist Suchy besser. «Meine Frau ist immer wieder überrascht. Wenn sie backt, ist das alles ziemlich chaotisch. Bei mir aber hat alles seine Ordnung, alles ist an seinem Platz. Das mag sie sehr.»

Dass Marek Suchy in Tagen wie diesen über den Zeitvertreib in der Küche mit seinen Kindern Anna und David spricht, mag verwundern. Zwischen der Mannschaft des FC Basel und Trainer Marcel Koller kriselt es heftigst. Personelle Veränderungen sind unumgänglich. Und Suchy? Der betrachtet alles von aussen und sagt: «Ich bin etwas aussen vor. Ich fühle mich zwar noch, als wäre ich mittendrin, aber ich bin es nicht. Ich stehe nicht auf dem Platz, ich bekomme die Emotionen und die Reaktionen im Training und im Spiel nicht mit. Das ist eine schwierige Situation.»

Eine schwierige Situation, an deren Ursprung der 12. August steht. Der FC Basel spielt zu Hause gegen den FC Sion, gewinnt 3:2 – aber verliert seinen Captain. Suchy muss sich zur Pause auswechseln lassen. «Alles halb so schlimm», sagt er nach Spielschluss. Er geht zu diesem Zeitpunkt davon aus, das Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation gegen Vitesse Arnheim vier Tage später spielen zu können. Eine Hoffnung, die bald zerstört wird. Suchy bekommt die Diagnose: . Ausfall auf unbestimmte Zeit. Es ist die erste grosse Verletzung seiner Karriere. «Die ersten Tage waren hart. Ebenso am Tag vor der Operation, als sie mir all die Risiken aufzeigten, die mit einem Eingriff einhergehen. Da konnte ich nicht mehr so gut schlafen», erzählt er.

Comeback Mitte Januar

Fast vier Monate ist das her. Vier Monate, in denen alles nach Plan gelaufen ist. Sowohl die erste Kontrolle nach drei Wochen als auch jene nach drei Monaten brachte frohe Kunde. Mitte Januar soll er wieder spielen können. Der Fuss ist bereits wieder voll belastbar, Suchy kann Bälle jonglieren und Ausdauerläufe machen.

Der Captain ist auf dem allerbesten Weg. Anders als seine Teamkollegen. Während Suchys Reha linear verläuft, versinkt seine Mannschaft im Chaos. Eine Mannschaft, die er als Captain führen sollte, von der er jedoch ferner denn je ist. «Anfangs war ich vielleicht ein Mal die Woche in der Kabine. Jetzt ist das schon häufiger der Fall.» Aber Ansprachen will er nicht halten. «Wie auch? Ich bekomme alles nur erzählt, da wäre es falsch, den Cleveren zu spielen. Wer nicht spielt und trainiert, der sollte nicht zu viel Einfluss nehmen.» Stattdessen spricht Suchy mit seinen Teamkollegen lieber über andere Dinge wie Familie und Autos.

«Das wüssten wir auch gerne»

Aber auch aus seiner Distanz weiss und merkt er: «Wir müssen uns verbessern. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Sind die Resultate dort nicht gut, hängen viele Faktoren davon ab.» Welcher von diesen Faktoren dafür sorgt, dass der FCB nur auf Rang 4 liegt, 19 Punkte hinter YB, oft ideenlos und nicht zwingend auftritt, «das wüssten wir auch gerne.» Die Arbeit seines Trainers Marcel Koller will Marek Suchy nicht beurteilen: «Dafür habe ich zu wenig lange direkt mit ihm zusammengearbeitet und seit der Verletzung zu wenige Trainings besucht.» Nicht aus Interessens-, sondern aus Zeitmangel. Suchy ist damit beschäftigt, wieder fit zu werden. «Das ist für mich das Allerwichtigste. Über alles andere mache ich mir keine grossen Gedanken. Wenn ich ein Ziel habe, verfolge ich es.»

Auch, weil es für Suchy mitunter um seine Zukunft geht. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Dieser würde sich zwar automatisch verlängern, aber die Option greift für gewöhnlich nur, wenn Suchy eine bestimmte Anzahl an Spielen macht. Bislang kam Suchy erst sieben Mal zum Einsatz. Grund zur Sorge? «Nein. Ich habe gleich nach der Verletzung mit meinem Berater geredet. Ich habe mit ihm und dem Verein ausgemacht, dass wir erst über meinen Vertrag sprechen, wenn ich wieder gesund bin. Denn solange ich nicht wieder spielen kann, muss ich mir darüber keine Gedanken machen oder darüber sprechen. Das mag speziell sein, so zu denken, aber so bin ich einfach.» Bis das so weit ist, beeindruckt Suchy seine Frau mit seinen Backkünsten.