Regionalsport
Erlaubt, aber unter Beobachtung: Umfassendes Schutzkonzept für Tennis

Am 11. Mai dürfen Tennisplätze wieder öffnen. Die Tennisklubs und ihre Mitglieder müssen sich jedoch an ein umfassendes Schutzkonzept halten. Geschieht dies nicht, riskiert ein Verein harte Sanktionen.

Simon Leser
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Ab dem 11. Mai gilt der Fokus wieder dem Tennisball.

Ab dem 11. Mai gilt der Fokus wieder dem Tennisball.

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19 Seiten Länge hat das Dokument von Swiss Tennis, das ein sicheres Tennisspielen in Zeiten der Coronakrise ermöglichen soll. Möglichst jedes Detail soll im Muster-Schutzkonzept für Tennisclubs und -center ausgeführt werden, vom richtigen Umgang mit Tennisbällen bis zu der Frage nach den Garderoben. Swiss Tennis unterscheidet zwischen gesetzlichen Vorschriften und zusätzlichen Empfehlungen. Letztere müssen im Gegensatz zu den Vorschriften von den Klubs nicht übernommen werden. Jeder Klub muss bis am 11. Mai ein angepasstes Schutzkonzept vorweisen können und den Mitgliedern präsentieren. Wird dies nicht gemacht, darf nicht gespielt werden. Der Kanton Baselland verlangt, dass die Vereine dem Sportamt das Schutzkonzept zustellen. Wie es in der Stadt gehandhabt wird, ist noch unklar.

Fest steht: Auf einem Tennisplatz dürfen maximal fünf Personen sein. Von einem Doppel rät Swiss Tennis dennoch ab. «Im Doppel ist es naturgemäss schwierig, die geforderten Distanzregeln einzuhalten», sagt Peter von Dach, Präsident von Tennis Region Basel. Dennoch gibt es keine verbindliche Vorschrift. Der TC Old Boys belässt es etwa bei der offiziellen Empfehlung, überlässt die Entscheidung aber den Mitgliedern. Ein Doppel wird jedoch aus logistischen Gründen kompliziert. Jeder Spieler muss gemäss den Vorschriften seine eigenen Bälle mitnehmen und darf auch nur diese mit der Hand berühren. BLTC-Präsident Peter Odenheimer kann sich deswegen ein Doppel schlecht vorstellen. «Da verbringt man mehr Zeit mit dem Sortieren der Bälle als mit Tennis», sagt er. Falls beide Doppelpaare in einem gemeinsamen Haushalt leben, könne eine Ausnahme möglich sein. Einen Entscheid gibt es im Verein in der kommenden Woche.

Technische Unkenntnisse erschweren Reservation

Um zu überprüfen, wer sich gerade auf der Anlage befindet, ist ein Platzreservierungssystem eine zwingende Voraussetzung. Die traditionelle Tafel, an der jeder Spieler seinen Namen manuell einträgt, hat im Coronaalltag keinen Nutzen. Swiss Tennis stellt den Vereinen bis Ende Juni gratis die Applikation GotCourts zur Verfügung, auf der Mitglieder elektronisch einen Platz reservieren können. Doch nicht alle haben dieses System. «Gewisse Klubs haben uns mitgeteilt, dass nicht alle ihrer Mitglieder über die notwendigen technischen Fähigkeiten verfügen, um das System zu bedienen», sagt von Dach. Deswegen ist auch eine telefonische Reservation über einen Klubverantwortlichen möglich.

Während Klubrestaurants unter den für die Gastronomie geltenden Auflagen öffnen dürfen, bleiben Garderoben weiterhin geschlossen. Zudem rät Swiss Tennis davon ab, Gruppentrainings durchzuführen. Der Verband empfiehlt Trainings mit maximal zwei Personen. Auch hier liegt die Verantwortung aber im Bereich der Vereine. Das Gleiche gilt für fixe Spielzeiten für Personen einer Risikogruppe.

Fehlbare Mitglieder riskieren Schliessung des Klubs

Trotz Schutzkonzept und 19-seitiger Erklärung: Wenn die Klubmitglieder sich foutieren, funktionieren die Massnahmen in der Praxis nicht. «Ein Klub kann nicht permanent überprüfen, was auf der Anlage geschieht», sagt von Dach. Die Verantwortlichen des TC Old Boys planen aber etwa, regelmässig Kontrollen durchzuführen. «Wenn sich Mitglieder nicht an die Massnahmen halten, riskieren sie die Schliessung des Klubs. Dann leiden wir alle darunter», sagt Marianne Bernet, Präsidentin bei OB. Im Landkanton überprüft zudem das Sportamt stichprobenweise das Befolgen der Schutzkonzepte vor Ort. Tennisspieler dürfen also zwar wieder den Schläger schwingen, stehen aber dabei gründlich unter Beobachtung.

Trotz den Herausforderungen, die aufgrund der Hygieneregeln entstehen, ist die Freude über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs gross. «Es ist alles besser, als gar nicht zu spielen», sagt Bernet. Den Vereinen bleibt eine Woche, um ihr spezifisches Konzept vorzulegen. Dann kann die Jagd nach der gelben Filzkugel wieder beginnen.

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