Racketlon
Eine Stärke allein reicht im Racketlon nicht, gefragt ist Vierseitigkeit

Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis nacheinander: das ist Racketlon. Am ersten Allschwiler Turnier dominierte Kevin Heller. Der Tennisspieler stellte sich als komplettester Racketartist heraus. Er bezwang im Halbfinal Organisator Andre Bieler.

Patrick Pensa
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The Greatest: Tatsächlich war Kevin Heller nicht nur der grösste, sondern auch der stärkste Spieler. Foto: Pensa

The Greatest: Tatsächlich war Kevin Heller nicht nur der grösste, sondern auch der stärkste Spieler. Foto: Pensa

Vielseitige Leichtathleten starten im Zehnkampf, begabte Ausdauerathleten im Triathlon: und Racketvirtuosen? Im Racketlon. Dabei duellieren sich zwei Spieler nacheinander im Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis. Jede Partie endet bei 21 Siegespunkten. Wer nach den vier Disziplinen mehr Punkte hat, gewinnt.

Vitis-Sportcenter als ideale Spielwiese

Am Samstag trafen sich knapp 30 Männer und 8 Frauen zum ersten Allschwiler Racketlon Turnier im Vitis-Sportcenter. Darunter Spezialisten jeder Sparte – mit leichter Tennis-Übermacht. Reiz der Sportart ist, dass man nie weiss, wo der Gegner seine Stärke hat. Einer hohen Tischtennisniederlage kann ein Badmintontriumph folgen. «Schwierig wird es, wenn das Gegenüber in der gleichen Disziplin stark ist», sagt Squasher Alain Sütterlin, der an einem Squashkollegen scheiterte.

Ein Duell als Beispiel

Als Beispiel dient Andre Bieler, der den Event zusammen mit der Unterstützung von Giovanni Bonavia vom Squashclub Allschwil organisiert hat. Bieler ist 31-jährig, hat lange Tennis gespielt und ist gerade im Winter regelmässig beim Badminton oder Squash anzutreffen. Er hat in den ersten drei Runden gewonnen. Nun steht er im Halbfinale gegen Kevin Heller, 20-jähriger Tennisspieler, der auch am Tischtennistisch eine gute Figur macht. Im Gegensatz zu Bieler. Die Partie endet 21:4 für Heller. Tischtennisschläger zur Seite, Badmintonracket genommen. Bieler dominiert auf dem Court. Er gewinnt 21:10. Weiter geht es im Squashkäfig. Die Kontrahenten haben nun beide Schweissperlen auf der Stirn. Bieler legt seine ganze Erfahrung in die Waagschale und setzt sich auch hier 21:10 durch.

Nun die Treppe hoch zum Tennisfeld. Zwischenstand aus Sicht von Bieler: 46:41. Vor dem Tennis ist also noch alles offen. Schliesslich ist die Aktivzeit des 31-Jährigen doch zu lange her und er unterliegt dem 20-jährigen R2-Spieler mit 9:21. Später wird sich Heller auch im Final gegen Roger Lerch durchsetzen. Wiederum dank eines starken Finish auf dem Tennisfeld.

Ein Punkt entscheidet Frauen-Tableau

Dass es extrem eng zu und her gehen kann, zeigte das Frauenfinale. Nach dem Tennis gingen Corinne Matter und Bea Batista zufrieden auseinander. Nur um am Richtertisch herauszufinden, dass es 70:70 stand. Dafür sieht das Racketlon-Regelwerk einen einzigen weiteren Tennispunkt vor. Der Aufschlag wird ausgelost. Wegen des grossen Drucks bei der Aufschlägerin spricht man auch vom «Gummiarm». Batista zeigte sich aber nervenstark und gewann.

Erfolg auf der ganzen Linie

Unter dem Strich war das erste Allschwiler Turnier ein voller Erfolg. Rolf Güdemann, der keine Racketsportart aktiv betreibt und Vorletzter wird, meint zu seinem Badmintonspiel: «Mein Gegner hat mich rumgescheucht wie einen Feldhasen.» Trotzdem würde er wieder mitmachen.

Weltmeisterin spielt in der Region

Teilgenommen hat auch Peter Schlappritzi, Präsident des Squash Club Fricktal, in dessen Frauenmannschaft mit Nathalie Zeoli die Racketlon-Weltmeisterin spielt. Sie nimmt auf der World Tour teil, die am Wochenende in Prag haltmachte. Trotz weltmeisterlicher Vielseitigkeit: an zwei Orten gleichzeitig sein, können auch Racketlonspieler nicht.

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