Super League
Der FCB liefert mit einer weiteren Gala eine Kampfansage an die Liga ab

Der FC Basel gewinnt auch das dritte Ligaspiel. Gegen Servette gibt’s ein 5:1 und den Ausbau der Tabellenführung. Die Art und Weise ist wie bereits gegen Sion beeindruckend.

Céline Feller
Drucken
Teilen
Arthur Cabral bejubelt einen seiner vier Treffer. Ein Viererpack gelang zuletzt Goran Karanovic im Jahr 2015 in der Super League.

Arthur Cabral bejubelt einen seiner vier Treffer. Ein Viererpack gelang zuletzt Goran Karanovic im Jahr 2015 in der Super League.

Es läuft gerade einmal die 14. Minute, als beim FC Basel ein bisschen Angst aufkommt. Arthur Cabral liegt am Boden. Er windet sich vor Schmerzen, nachdem er nach einem Flug-Kopfball beim Aufprall falsch gelandet ist und der Arm in Mitleidenschaft gezogen wurde. Kurz muss sich der Brasilianer behandeln lassen, kehrt dann aber zurück aufs Feld.

Telegramm

Basel – Servette 5:1 (2:0)

St.-Jakob-Park. – 16 142 Zuschauer. – SR Luca Piccolo. Tore: 19. Cabral 1:0 (Kasami). 46. (erste Halbzeit) Cabral 2:0 (Handspenalty). 50. Cabral 3:0 (Stocker). 60. Esposito 4:0 (Foulpenalty). 63. Cabral 4:0 (Stocker). 75. Kyei 5:1 (Antunes).
Basel: Lindner; López, Frei, Cömert, Pelmard (64. Lang); Xhaka, Kasami; Zhegrova (51. Males), Esposito (75. Quintillà), Stocker (75. Palacios); Cabral (64. Millar).
Servette: Frick; Diallo (68. Sauthier), Sasso, Severin, Clichy; Douline, Cespedes (46. Vouilloz), Valls (68. Cognat); Stevanovic, Kyei (77. Nyakossi), Rodelin (33. Antunes).
Bemerkungen: FCB ohne Djiga, Petretta und Padula (alle verletzt). SFC ohne Deana, Fofana und Rouiller (alle verletzt). – rote Karte: 42. Sasso (Hands auf der Torlinie). Verwarnungen: 5. Cespedes (Foul). 32. Stocker (Foul). 33. Kasami (Foul). 87. Sauthier (Foul).

Es ist die Schlüsselszene in dieser Partie. Denn Cabral ist es auch, der in den Folgeminuten die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein erstes Mal tut er das fünf Minuten nach seiner Behandlungspause. Dann nämlich erzielt Cabral sein erstes von vier Toren an diesem Nachmittag. Nach einem cleveren Pass von Pajtim Kasami, der trotz seines grauenvollen Abends in Budapest auch dieses Mal wieder beginnen darf, schliesst Cabral aus spitzem Winkel ab und erwischt Jérémy Frick in der nahen Ecke.

Der Servette Keeper trägt eine Mitschuld am ersten Gegentor. Aber bei der Startphase, welche die Basler an den Tag legen, wäre es ohnehin nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der erste Treffer fällt. Weil der FCB im Kollektiv unglaublich kreativ, agil, hoch pressend und mit Spielwitz agiert. Vor allem aber, weil Cabral an diesen Nachmittag schier nicht zu stoppen ist.

In der 30. Minute könnte er bereits nachdoppeln. Doch statt dem zweiten Treffer kommt erst eine kleine Phase, in welcher der FCB ein bisschen den Faden verliert. Der Spielfluss ist gebrochen, auch, weil sich die Basler zu sehr in Diskussionen mit dem Unparteiischen verlieren. Erst, nachdem Andy Pelmard eine sehr strenge gelbe Karte bekommt. Dann, nachdem Kasami ohne böse Absicht auf den Fuss getreten wird. Der Genfer Gast kommt in der Folge etwas auf. «Wir konnten aber die Kontrolle halten ohne Chancen zuzulassen», lobt Rahmen sein Team.

Es zeugt von Reife, wie der FCB sich nicht zu lange daran aufhält, sondern stattdessen die einzig richtige Antwort gibt: Mit dem zweiten, längst fälligen Tor. Cabral erzielt es per Penalty, nachdem sein Kopfball zuvor von Vincent Sasso mit der Hand gestoppt wird. Der Penalty ist absolut korrekt, die dazugehörige rote Karte gegen Sasso zwar auch, aber sie für die Gäste auch sehr bitter.

13 Scorerpunkte in nur sechs Spielen

In Halbzeit 2 dominiert der FCB den Gegner noch mehr, setzt zu einer erneuten Gala an. In der 50. Minute erzielt Cabral sein drittes Tor und somit seinen ersten Hattrick für den FCB. Zehn Minuten später bekommen die Basler den zweiten Penalty des Tages zugesprochen, den Sebastiano Esposito schiessen darf und dies auf eine freche Art und Weise tut, die vom nicht eben kleinen Selbstvertrauen des Italieners zeugt. Dass er überhaupt schiessen darf, hat er Frei zu verdanken, der den Ball dem 19-Jährigen durchreicht. Frei:

«Ich muss nicht unbedingt ein weiteres Tor schiessen. Für einen jungen Stürmer wie ihn ist das aber wichtig und wenn es ihm nochmehr Selbstvertrauen gibt, hilft das am Ende nicht nur ihm, sondern uns allen.»

An Selbstvertrauen mangelt es Cabral schon lange nicht mehr. Sein vierter Treffer in der 63. Minute ist die Krönung seiner ganz eigenen Show, die er auf den Joggeli-Rasen zaubert. Es ist aber auch ein Lohn seiner Aufwände, wie Rahmen erklärt: «Er macht Wege, die er nicht immer gemacht hat. Er hat Lust und vor allem die Lust am Laufen gefunden und belohnt sich dann für seine Aufwände, weil diese ihm bei seinen Scorerpunkten zugute kommen.»

Satte 13 Scorerpunkte hat Cabral in den ersten sechs Saisonspielen erzielt. Ein unfassbarer Wert, der ihn immer begehrter macht. Für den Brasilianer ist dann aber Feierabend, der FCB kassiert ohne ihn noch den Anschlusstreffer zum 5:1. Es ist lediglich ein kleiner Schönheitsmakel an einem ansonsten perfekten Tag. Gleiches gilt für Liam Millars Treffer zum 6:1, der wegen Offside aberkannt wird.

Beim Blick auf die Tabelle wird das beides den FCB auch nur halb so sehr schmerzen. Schliesslich grüssen die Basler dort von der Spitze – mit fünf Punkten Vorsprung auf YB. Es ist eine kleine Kampfansage, die der FCB mit dieser Leistung aussendet.

Aktuelle Nachrichten