Beachsoccer
Ein Hauch Karibik im Baselbiet

Die Chargers Baselland erhalten rechtzeitig für das Heimturnier in Basel exotische Verstärkung. Die Neuzugänge Munchin McDougall und Chad Appoo kommen aus Trinidad & Tobago.

Chantal Fimian
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Baselbieter Verstärkung aus Trinidad & Tobago: Munchin McDougall (links) und Chad Appoo.

Baselbieter Verstärkung aus Trinidad & Tobago: Munchin McDougall (links) und Chad Appoo.

Giuseppe Esposito

Ein heisser Sommerabend, südamerikanische Musik und weisser Sand. Was wie ein Ferienaufenthalt in der Karibik klingt, ist in Tat und Wahrheit die Szenerie während des Trainings des Premier-Ligisten Chargers Baselland. Mitten in der Trainingsgruppe sprinten zwei unbekannte Gesichter über das Feld – es sind die Neuzugänge Munchin McDougall und Chad Appoo aus Trinidad & Tobago. Die beiden Sandfussballer sind erst vergangenen Samstagabend in Basel gelandet und sind von der Schweiz begeistert. «Die Leute sind sehr herzlich und haben uns gut aufgenommen. Es ist sehr schön hier und das Klima im Moment ähnlich wie in Südamerika», sagt der 23-Jährige Appoo.

Zum ersten Mal überhaupt befinden sich die Karibik-Kicker in Europa – über die CONCACAF-Zone kamen sie nie hinaus. Zustande gekommen ist der Kontakt im letzten November, bei einem internationalen Turnier in ihrem Heimatland. «Wir haben Beziehungen geknüpft – auf und neben dem Feld. Dann hat man uns eingeladen, hier zu spielen», erklärt McDougall, welcher am nächsten Montag seinen 27. Geburtstag feiert. Obwohl die Offensivspieler nur Englisch sprechen und einige Teamkollegen dieser Sprache nur zu einem Teil mächtig sind, gestaltet sich die Kommunikation nicht problematisch. «Wenn es jemand nicht kann, übersetzen halt andere. Nur wenn wir untereinander reden, versteht uns keiner», sagt Appoo mit einem verschmitzten Lächeln.

Der 23-Jährige stammt aus Trinidad und studiert an der dortigen Universität Sportmanagement. Vom professionellen Beachsoccer-Spieler ist er genau so weit entfernt wie der in Tobago lebende und für den Staat arbeitende McDougall. «Es gibt erst seit kurzem eine Nationalmannschaft in Trinidad & Tobago. Eine Liga haben wir dort nicht. Ansonsten spielen wir Fussball als Halbprofis», sagen beide unisono. Highlight aus Sicht der Chargers-Verstärkungen war die Qualifikationskampagne für die Beachsoccer-Weltmeisterschaft. An die WM reisen die neunfachen Nationalspieler zwar nicht, aber mit dem 5:0-Sieg gegen Kanada ist ihnen ein Achtungserfolg gelungen.

«Wir haben auch viel zu geben»

Nun wollen der technisch versierte Appo und Flügelflitzer McDougall auch in der Schweiz Erfolge feiern. «Wir haben die Absicht, die Premier League zu gewinnen. Zwar wissen wir noch nicht viel über die Liga, aber Cracks wie Dejan Stankovic sind uns ein Begriff», meint Appoo. Und sein Teamkollege und Mitbewohner McDougall fügt hinzu: «Ich denke, dass wir viel profitieren können, aber wir haben auch viel zu geben.»

Dass die beiden nicht nur zum Spass den langen Weg in die Schweiz auf sich genommen haben, zeigt sich auch daran, dass ihnen die bisherigen Resultate der Chargers – die Baselbieter weilen mit sechs Punkten aus vier Spielen auf dem fünften Tabellenplatz – bestens bekannt sind. Am Sonntag dürfen die Verstärkungen in der Beach Soccer Arena auf dem St. Jakob Areal gegen Neuenburg Xamax (9. Platz, 12 Uhr) zum ersten Mal zeigen, was sie drauf haben. Chad Appoo wagt im Gegensatz zu seinem Landsmann eine Prognose: «Die anderen Teams haben gute Spieler, aber ich denke, dass wir gewinnen.»

Der zweite Basler Vertreter in der höchsten Schweizer Beachsoccer-Liga, die Scorpions Basel (7.) treffen beim Heimturnier am Samstag auf die Grasshoppers (16.15 Uhr) und am Sonntag auf den BSC Solothurn (16.45 Uhr).