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Doumbia ist beim FCB sogar noch effizienter als bei YB

Basels Torjäger Seydou Doumbia feiert seinen Treffer - kann er das bald auch in der Königsklasse?

Basels Torjäger Seydou Doumbia feiert seinen Treffer - kann er das bald auch in der Königsklasse?

Seydou Doumbia ist ein grosser Torjäger, doch in der Königsklasse konnte er bisher noch keinen Torerfolg feiern. In der Super League hat er das Toreschiessen jedoch schon längst zu seiner Lieblingsaufgabe gemacht - kann er das bald auch in der Champions League behaupten?

Die Flanke von Michael Lang ist präzis. Normalerweise nützt Seydou Doumbia eine solch perfekte Vorarbeit mit verbundenen Augen zu einem Tor. Doch diesmal fliegt der abgegebene Ball über die Latte. Besonders schlimm ist dies nicht. Am Basler Sieg über den FC Luzern gibt es ohnehin keine Zweifel.

Und kurz vor dem Ende holt Mohamed Elyounoussi nach, was Doumbia versäumt hat: Der Norweger sorgt für den 3:0-Schlussstand. «Ich bin glücklich über den Sieg und mein Tor. Aber ich hätte noch ein zweites oder drittes machen müssen», sagt Doumbia. Beim 1:0 (25.) hatte er nach einem von David Zibung abgewehrten Schuss am schnellsten reagiert und im Stile eines klassischen Torjägers ins Netz getroffen.

In der Super League trifft Seydou Doumbia für den FCB fast, wie er will.

In der Super League trifft Seydou Doumbia für den FCB fast, wie er will.

Und ein solcher ist der Yvorer noch immer, obwohl seine Laufbahn seit den halbjährigen Engagements bei der AS Roma und bei Newcastle zwei Dellen aufweist. Ob Doumbias Niveau für die Serie A und die Premier League nicht reicht, oder ganz einfach nur negative Konstellationen seinen Durchbruch in diesen Ligen verhindert haben, lässt sich nicht schlüssig sagen. Zumal der Afrikaner in der Champions League in 21 Partien mit 13 Toren für ZSKA Moskau nachgewiesen hatte, auf internationaler Ebene glänzen zu können.

Noch keine CL-Tore für den FCB

Zwar ist ihm in diesem Wettbewerb in den ersten beiden Partien des FCB gegen Rasgrad und Arsenal in zwei Teileinsätzen à 50 und 57 Minuten noch nicht viel geglückt, geschweige denn ein Treffer. Doch in der Super League ist er bereits wieder jene Tormaschine, die man aus seiner Zeit bei YB in Erinnerung hat. Mit 20 Toren in der ersten und 30 Treffern in der zweiten Saison war er zweimal hintereinander Torschützenkönig geworden, ehe er für elf Millionen Euro mit einem Fünfjahresvertrag zu ZSKA Moskau transferiert wurde. Er war in der Super League so treffsicher gewesen, hatte 2009/10 trotz des spektakulär vergebenen Meistertitels mit YB neun Tore mehr auf dem Konto als die nächstplatzierten Marco Streller, Cristian Ianu und Emile Mpenza, dass man sich fragte, ob man hierzulande je wieder einmal einen solchen Knipser zu sehen bekomme.

Seit diesem Sommer ist dies der Fall. Sieben Tore in neun Einsätzen hat Doumbia für den FCB in der Liga bereits geschossen. Hochgerechnet auf 36 Spiele, käme die Basler Nummer 88 auf 28 Tore und hätte alle Chancen, zum dritten Mal bester Torschütze der Super League zu werden. Aktuell führt er das Klassement zusammen mit Ezgjan Alioski (Lugano), Caio (GC) und Marco Schneuwly (Luzern) an, die aber alle mehr Partien bestritten haben. Einzig Nicolas Schindelholz hat mit einer glatten 1,0 die bessere Torquote als Doumbia (0,78) − weil der Thuner Verteidiger in seinem bisher einzigen Einsatz ein Tor erzielt hat… Verfeinert man indes die Statistik etwas und rechnet aufgrund der Zeit, die ein Spieler effektiv auf dem Platz stand aus, wie lange er jeweils für ein Tor brauchte, leuchtet Doumbias Bilanz noch heller. Mit 70 Minuten pro Treffer ist er gar noch effizienter als in der Rekordsaison mit 30 Toren für YB, während der er 88 Minuten für einen Einschuss benötigte.

Die Basler haben Doumbia aber gewiss auch verpflichtet, um in der Champions League gut aufgestellt zu sein und eine Alternative zu Goalgetter Marc Janko (15/16: 16 Tore) zu haben. Quellen aus Italien sagen, die Leihgebühr des bis 2019 bei der Roma unter Vertrag stehenden Doumbia betrage zwei Millionen Euro und der FCB müsse den gesamten Jahreslohn von 3,3 Millionen Euro stemmen. Die Wahrheit dürfte bei Letzterem, um in der Sprache von Trainer Urs Fischer zu reden, «irgendwo» in der Mitte liegen.

Wen aber wird Fischer am Mittwoch in Paris gegen den PSG aufstellen, Doumbia oder Janko? «Ich fühle mich gut. Auch jetzt, nachdem ich 90 Minuten durchgespielt habe», liess Doumbia am Samstag durchblicken, dass er bereit wäre, in Frankreichs Hauptstadt für Furore zu sorgen. Dass er auf höchstem Level, und auch auswärts, zuschlagen kann, hat Doumbia bereits eindrücklich nachgewiesen. Gegen Manchester City hat er im Etihad Stadium nämlich schon zweimal einen Doppelpack geschnürt.

Weshalb sollte ein solches Husarenstück nicht auch im Prinzenpark gelingen? «Paris ist ein sehr gutes Team, es wird schwer werden», sagt Doumbia, «aber im Fussball ist alles möglich. Es gibt immer Überraschungen.»

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