Fussball
Die Europameisterschaft als bisheriger Karrierehöhepunkt

Zum Auftakt zur U17-EM in Malta gab es für die Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland nur ein Unentschieden. Vier Spieler des FC Basel standen dabei in der Startformation. Das Junioren-Grossturnier soll aber nur der erste Schritt sein.

Fabio Baranzini
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Die Basler Connection um Alban Selmanaj, Robin Huser, Albian Ajeti und Arxhend Cani (v.l.n.r.) wollen für Furore sorgen.

Die Basler Connection um Alban Selmanaj, Robin Huser, Albian Ajeti und Arxhend Cani (v.l.n.r.) wollen für Furore sorgen.

Nordwestschweiz

Die Schweizer U17-Junioren hatten in der Vergangenheit grosse Erfolge feiern können. 2002 holten sie den Europameistertitel und 2009 wurden sie gar sensationell Weltmeister. Auch die aktuelle Auswahl hat auf dem Weg an die EM in Malta mit Spanien ein grosses Kaliber ausgeschaltet. Mit diesen Erfolgen steigt automatisch die Erwartungshaltung. Keine einfache Situation für die jungen Sportler, die letzten Dienstag nach Malta gereist sind.

Ausbildung im Vordergrund

«Auf der Stufe U17 steht die Ausbildung und nicht das Resultat im Vordergrund. Wir wollen in Malta gut spielen und Erfahrungen sammeln. Es kann sein, dass wir in der Vorrunde drei Mal gewinnen, aber wir können auch drei Mal verlieren. Beides ist ok, wenn wir gut gespielt haben», hält Trainer Yves Débonnaire anlässlich der Pressekonferenz vor dem Abflug nach Malta den Ball flach. «Die EM ist nur ein kurzer Moment in der Karriere der Spieler. Natürlich ist er wichtig, aber unser Ziel muss es sein, dass diese Spieler einmal in der A-Nationalmannschaft auflaufen und nicht, dass sie einmal U17-Europameister waren.»

Grosse Basler Präsenz

Mit Albian Ajeti, Arxhend Cani, Robin Huser und Alban Selmanaj gehören auch vier Spieler des FC Basel zum Kader der U17-Nati. Sie sehen beurteilen die Situation etwas anders als ihr Trainer. Sie wollen an der EM, ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt, die Vorrunde überstehen und mindestens die Halbfinals erreichen. «Das erste Spiel gegen Deutschland wird entscheidend sein. Wenn wir dort gut spielen, kommt der Rest von selbst», ist Verteidiger Selmanaj überzeugt. Gerade das Spiel gegen den grossen Nachbarn aus dem Norden ist für die FCB-Nachwuchsspieler etwas Besonderes. «Deutschland ist eine grosse Fussballnation, das wird eine spezielle Partie», so der 16-jährige Robin Huser, der erst seit Anfang April zur U17-Auswahl gehört. Teamkollege Cani ergänzt: «Wir wollen den Deutschen unbedingt zeigen, dass wir auch Fussball spielen können. Wir wollen den Sieg.»

Starke Gruppengegner

Stürmer Albian Ajeti, der für die U17-Nati bereits sieben Tore erzielt hat und in der Qualifikation wie Cani und Selmanaj zu den Stammspielern gehörte, warnt jedoch vor übertriebener Euphorie. «Wir dürfen unsere Gegner nicht unterschätzen. Nicht nur Deutschland ist stark, auch Schottland und Portugal haben gute Mannschaften ausgeschaltet auf dem Weg an die EM.»

Ein Unentschieden zum Start

Zum Auftakt des Turniers gab es für die U17-Nati gegen Deutschland wenigstens einen Punkt. Beide Teams sündigten mehrmals im Abschluss. Besonders für die Basler war es eher ein durchzogenes Startspiel. Während Ajeti mehrere Grosschancen versiebte, wurden Cani und Huser in der 63., respektive 70. Minute ausgewechselt. Noch bitterer lief der Nachmittag für Alban Selmanaj. Der risikofreudige Defensivspieler (siehe Box) leitete mit einem kapitalen Fehlpass den Führungstreffer für die Deutschen ein. Doch auch die Schweizer profitierten von einer missratenen Abwehraktion des Gegners, worauf der für Arxhend Cani eingewechselte Boris Babic den Ausgleich markieren konnte.

Zum Schluss durfte sich die SFV-Nachwuchsequipe bei Keeper Gregor Kobel bedanken, der fünf Minuten vor Schluss dank einem abgewehrten Elfmeter den einen Punkt festhielt.