Fussball
Die Chargers Baselland entzaubern den Meister

In der 2. Spielrunde siegen die Gastgeber gegen den amtierenden Schweizer Meister diskussionslos und weisen nach drei Partien das Punktemaximum von neun Zähler auf.

Georges Küng
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Das Beachsoccer-Team Chargers Baselland
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Ronny Bieli (li) und Adrian Hoppler im Sand-Duell.
Herrlicher Fallrückzieher von Chargers-Spieler Sandro Zappella.
Dario Sailer setzt zum Fallrückzieher an.

Das Beachsoccer-Team Chargers Baselland

Kenneth Nars

In der Schweiz gibt es 14 Beachsoccer-Plätze. Zwei davon in der Region. Einer befindet sich bei den Sportanlagen St. Jakob, die zweite Spielstätte ist beim Stadion Gitterli in Liestal. Hier sind die Chargers zu Hause – und gestern Abend, im Abschlussspiel des ersten Spieltages der Beach Soccer League, zeigten die Baselbieter, dass sie gewillt sind, heuer bei der Vergabe um den Meistertitel ein gewichtiges Wort mitzureden.

Chargers gegen GC war das Gipfeltreffen. Vor zwei Wochen hatten sich die beiden Teams in Wollerau beim Supercup duelliert – die «Hoppers» hatten mit 8:4 das bessere Ende für sich behalten. Die Resultate dieses Wochenendes müssen mit Vorsicht genossen werden. Denn die Schweizer Nationalmannschaft befindet sich an der Europa League in der Ukraine. Das heisst, dass bei den meisten Spitzenteams die Allerbesten fehlen. Bei GC zum Beispiel Dejan Stankovic, weltweit einer der besten Sandfussballer, der im Jahre 2009 bei der Fifa Player Wahl die Auszeichnung als bester Beachspieler erhalten hatte. Und stolz neben einem gewissen Lionel Messi die Auszeichnung präsentierte.

Bei den Scorpions Basel sind gleich alle drei Jaeggy-Brüder (Torhüter Valentin, Nationalteam-Captain Moritz und Kaspar) abwesend, während die Chargers auf Verteidiger Samuel Lutz verzichten mussten.

Nach dem ersten Drittel – gespielt wird dreimal à 12 Minuten – stand es 0:0. Dann jedoch eröffnete Remo Wittlin mittels Kopf nach einem Eckball den Torreigen. Wohl konnte der amtierende Schweizer Meister nur 34 Sekunden später durch Tobias Weber ausgleichen, doch auf die erneute Chargers-Führung durch Pablo Iselin hatte der Grasshoppers Club Zürich keine Antwort mehr. Mit zwei Toren schraubte der in Solothurn wohnhafte Brasilianer Marcio Correa Da Silva das Skore auf 4:1, bevor Oliver Romnig, Captain der deutschen Nationalmannschaft, mit einem Scharfschuss ins hohe Eck das finale 5:1 bewerkstelligte.

«Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden. Die Mannschaft trat konzentriert auf. Aber wir müssen diesen Sieg gegen den Meister gegen Biel bestätigen», so Marc Gysin (Sissach), der Trainer des BSC Chargers Baselland.

Die Schweizer Meisterschaft gilt als eine der weltweit stärksten Ligen. Aktuell sind zwei Italiener, vier Spieler aus Tahiti (wo im September die Weltmeisterschaft ausgetragen wird), fünf Deutsche, zwei Spanier (die für GC spielen und mit der Landesauswahl ebenfalls in der Ukraine im Einsatz standen), zwei Brasilianer, ein Este sowie Japaner im nationalen Championat beschäftigt. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Spielbetrieb und der Verband werden professionell geführt. Und vermarktet. Trotz der «durchzogenen» Witterung und Temperaturen, die eher an den Spätherbst erinnerten, war der Publikumsaufmarsch auch in Liestal gross. Denn Beachsoccer ist ein perfekter Mix aus spektakulärem Sport und einem Lifestyle-Ambiente, wo Musik, Tanzauftritte und ein Zeltdorf mit Attraktionen nicht fehlen dürfen.

Und wenn der Gastgeber aus dem Baselbiet derart überzeugend auftrumpft und heute Abend die Rangliste der höchsten Spielklasse anführen könnte, so darf man ruhigen Gewissens sagen, dass die Nordwestschweiz weiterhin zu den Hochburgen in dieser boomenden Sportart gehört.