Cup-Halbfinal

Der nächste, entscheidende Rückschlag: Der FC Basel kassiert mit dem 0:2 gegen YB eine weitere schmerzhafte Pleite

Tomas Vaclik sieht sich von Teamkollege Marek Suchy bezwungen – 0:2.

Im Halbfinal des Schweizer Cups spielte der FC Basel gegen die Berner Young Boys. Die Baseler kassieren mit dem 0:2, die nächste schmerzhafte Pleite und verlieren wohl auch den Glauben an den Meistertitel.

Es ist ein harter Pfiff. Aber auch ein vertretbarer. In der 54. Minute zeigt Schiedsrichter Stephan Klossner auf den Punkt. Kurz zuvor hat Dimitri Oberlin einen abgelenkten Freistoss von Miralem Sulejmani mit dem Arm berührt. Im Strafraum. Klossner steht nah dran, zögert keine Sekunde und pfeift. Auch wenn Oberlin keine Absicht und keine klare Bewegung zum Ball zu unterstellen ist, vergrössert er die Körperfläche.

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YB-Knipser Guillaume Hoarau nimmt dankend an. Absolut souverän versenkt er in die untere linke Ecke. FCB-Keeper Tomas Vaclik ahnt zwar die Seite, ist beinahe noch dran. Aber retten kann er nicht. 1:0 YB. Es sollte der Knackpunkt dieser Partie werden.

Zweikampf zwischen YB's Guillaume Hoarau und Basels Marek Suchy.

    

Danach wirken die Basler verunsichert. In allen Mannschaftteilen und bis in die letzte Faser. YB hingegen kommt jetzt erst richtig ins Spiel. Eine Minute bevor Sékou Sanogo in der 59. den Ball an die Latte hämmert, scheitern die Berner in Person von Sulejmani mit einem blitzschnell gefahrenen Konter nur ganz knapp, weil Léo Lacroix in allerhöchster Not klären kann.

Ausgerechnet ein Eigentor

Basel hingegen schwimmt zu diesem Zeitpunkt. Die mit nur 19 Gegentreffern beste Defensive der Liga wirkt in diesem Cup-Halbfinal meilenweit von Sicherheit und Selbstvertrauen entfernt. Vor allem Lacroix. Denn so gut er gegen Sulejmani rettet, so dilettantisch verdaddelt er den Ball sechs Minuten später.

Im Duell mit Kasim Nuhu an der rechten Strafraumgrenze schnappt er sich erst den Ball, um ihn gleich wieder herzuschenken. Nuhu fackelt nicht lange, passt in die Mitte – und findet dort Marek Suchy. Doch statt den Ball neben das Tor zu hauen, köpft der Basler Captain die Flanke unhaltbar in die rechte untere Ecke. 0:2 aus Basler Sicht. Dass ausgerechnet ein Eigentor die Entscheidung bringt, passt zur Phase, in der sich der FCB im Jahr 2018 befindet.

Die YB-Spieler jubeln nach dem Basler Eigentor zum 2:0.

    

Die Führung der Berner aber ist verdient. Während YB einen klaren Plan hat, wirken die Basler ratlos. Zu oft wird der Weg über lange Bälle versucht. Und das, obwohl das Basler Offensivtrio Ricky van Wolfswinkel, Valentin Stocker und Dimitri Oberlin den Ball lieber in den Fuss gespielt bekommt. Folglich können die Basler nie wirklich gefährlich werden. Bis zum zweiten Gegentor ist es ein Kopfball von Raoul Petretta, der noch als beste Aktion der Basler eingestuft werden kann.

Die Vorentscheidung in der Liga?

Nach dem 0:2 stellt FCB-Coach Raphael Wicky – der sein Team mit der in der Champions-League so erfolgreichen Dreierkette ins Spiel geschickt hat – auf eine Viererkette um. Mit dieser Systemumstellung und den Einwechslungen Mohamed Elyounoussis und Samuele Campos wird der FCB besser. Er scheint zum ersten Mal in diesem Spiel wirklich wach, anwesend, bereit, noch etwas zu reissen. Aber es will nicht funktionieren. Kämpferisch ist dem FCB über die ganze Dauer hinweg nichts vorzuwerfen, spielerisch aber schon. Zu unpräzise und unklar sind die Vorstösse, zu fehlerhaft deren Ausführungen.

Basels Dimitri Oberlin reibt sich an YB's Sekou Sanogo.

     

Und, auch wenn es nicht darauf zurückzuführen ist, fehlt am Ende auch das Glück. Chancen wie der satte und gute Weitschuss von Michael Lang, sie wären im Spätherbst im Tor gelandet. So aber werden sie abgewehrt. Wie auch die beiden Abschlüsse Elyounoussis in der 68. und er 74. Am Ende aber ist alles zu wenig, was der FCB versucht. Er hätte an diesem Abend noch Stunden weiterspielen können, und es hätte nicht geklappt.

So scheiden die Basler aus dem Cup aus. Verfehlen das erste Saisonziel. Und müssen einen weiteren Rückschlag in einem empfindlichen Moment verkraften. Es herrscht Krise pur. Der FCB hat in diesem Jahr erst ein Spiel gewonnen. Die restlichen vier hat er verloren. Und gestern wohl auch den Glauben, dieses YB noch irgendwie stoppen zu können. Zu weit ist man aktuell von ihnen entfernt.

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