FC Basel
Das Versprechen des Siegtorschützen Marek Suchy

Eines der seltenen Tore von FCB-Verteidiger Marek Suchy entscheidet die Partie gegen den FCZ. Insgesamt hat der Verteidiger vier Tore für den FCB gemacht.

Sebastian Wendel, Zürich
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Der Jubel nach Suchys Siegtreffer war gross.

Der Jubel nach Suchys Siegtreffer war gross.

KEYSTONE

«Eigentlich», sagt Marek Suchy und hebt grinsend drei Finger in die Höhe, «eigentlich habe ich in dieser Saison drei Tore erzielt.» Einen Moment lang kostet Suchy die staunenden Blicke der Journalisten aus, dann erlöst er sie: «In Madrid – erinnert Ihr Euch? Zwar ein Eigentor, aber Tor ist Tor.» Wir erinnern uns: Damals war eine vom Tschechen abgelenkte Flanke der Anfang vom rot-blauen Untergang im Bernabeu – 1:5 der bittere Endstand.

Ganz ernst gemeint sind Suchys Worte natürlich nicht. Aber es ergibt schon Sinn, wenn ein Spieler wie der Tscheche nach Argumenten für seine angebliche Torgefährlichkeit sucht. Denn seit seinem Wechsel im Januar 2014 zum FCB hat Suchy, der sonst für blitzsaubere Verteidigungsarbeit steht, nur gerade vier Mal ins richtige, ins gegnerische Tor getroffen. Diese Saison im November beim 4:0 in der Champions League gegen Ludogorez – und gestern in der 94. Minute im Letzigrund.

Als es zu diesem letzten Eckball der Partie kam, erinnerte sich Suchy an die gleiche Affiche in der Vorrunde: Damals bekam Rot-Blau ebenfalls mit einem Corner und wie gestern in der Nachspielzeit die Chance, das 2:1 zu erzielen – und nutzte sie. «Ich sah vor meinem inneren Auge, wie Gashi damals per Kopf traf», so Suchy. Und: Er habe gespürt, dass es wieder so kommen könnte. Dass die Ehre, das Siegtor zu erzielen, dann ihm beschieden war, mache ihn sehr glücklich. «Es war kein schönes Tor. Aber es führte dazu, dass wir uns mit den Fans schon einmal einstimmen konnten auf die Meisterfeier in hoffentlich einer Woche.» Bis dahin werde er versuchen, den Text des Meisterliedes zu lernen – und verspricht: «Wenns passt, nehme ich das Mikrofon und singe vor den Fans.»

Steilpass für die Romantik

Etwas besseres als Suchys Last-Minute-Tor hätte den Basler Spielern nicht passieren können. Hinter vorgehaltener Hand sagten die meisten, sie möchten unbedingt gegen den FC Zürich gewinnen – gleichzeitig hofften sie aber darauf, dass auch YB siegt und der FCB kommenden Sonntag vor eigenem Publikum gegen die Berner den ersten Matchball verwertet. Bereits mit einem Remis wäre Basel zum sechsten Mal in Serie und zum 18. Mal insgesamt zum Schweizer Meister.

Wobei: Gefühlt wie die Meister haben sich die FCB-Profis bereits gestern. «Unsere Reaktion auf den späten Ausgleich des FCZ war meisterlich. Die Emotionen danach kenne ich nur von Meisterfeiern», gibt Fabian Frei zu und bestätigt somit, was beim Anblick der feiernden Spieler mit den mitgereisten Fans alle im Stadion dachten. Frei: «Der Steilpass für die romantische Variante ist gespielt. Es liegt jetzt an uns Spielern, ihn zu verwerten und den Titel vor heimischem Publikum perfekt zu machen.»

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