Volleyball NLA
Das Resultat der ersten Saisonhälfte war für Sm’Aesch Pfeffingen fast schon wie ein Wintermärchen

Die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen stehen vor der Weihnachtspause überraschend an der Tabellenspitze.

Paul Ulli
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Schon fast wie ein Wintermärchen.

Schon fast wie ein Wintermärchen.

Nicole Nars-Zimmer niz

Eigentlich müsste man bei Sm’Aesch Pfeffingen die Rangliste der Volleyball Nationalliga A der Frauen per 22. Dezember 2017 ausschneiden und einrahmen. 16 von 27 Qualifikationsspielen sind absolviert und die Mannschaft von Head-Coach Andreas Vollmer führt die Tabelle mit 12 Drei-Punkte-Siegen, 3 Zwei-Punkt-Erfolgen im Tie-Break und nur einer einzigen Niederlage gegen Kanti Schaffhausen vom vergangenen Sonntag an. Eine wahrlich grandiose und vor allem unerwartete Bilanz.

Viele Veränderungen

Nach der erfolgreichsten Saison des im Januar 2000 mit einer Fusion zwischen dem VBC Aesch und dem VBC Pfeffingen gegründeten Vereins, mit dem Vize-Meistertitel und dem Einzug in den Cup-Final, wurde im Sommer nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch in der ganzen Aufstellung des Clubs so ziemlich alles verändert.

Der erfolgreiche Trainer Timo Lippuner wechselte in die Bundesliga, mit ihm nach Deutschland zog auch Topskorerin Laura Künzler. Mit Capitaine Barbara Duarte (Köniz), Nationalmannschafts-Libera Thays Deprati (Düdingen) und Edeljoker Samira Sulser (Franches Montagnes) suchten und fanden drei Spielerinnen neue Herausforderungen.

Neu formiertes Team findet sich schnell

Übrig geblieben sind gerade noch vier Spielerinnen. Passeuse Tess von Piekartz, Routinier Anu Ennok und die beiden talentierten Eigengewächse und Nationalspielerinnen Maja Storck und Madlaina Matter.

Mit der Kanadierin Jazmine White, der US-Amerikanerin Nicole Walch und der deutschen Nationalmannschafts-Libera Anna Pogany wurde der neue Kader zusammen mit Livia Zaugg, Lea Werfeli und der Juniorin Elisa Visentin neu aufgestellt. Und dem Trainerstaff ist es gelungen, aus diesen nur gerade mal zehn Spielerinnen eine Einheit zusammenzuschweissen, die bis zum letzten Sonntag von Sieg zu Sieg eilte.

Viele Stärken und kaum Schwächen

Doch wie lautet das Erfolgsrezept der kleinen, aber feinen Sm’Aesch-Pfeffingen-Mannschaft? Der Trainer muss es wissen:» Wie die Statistik beweist, sind die Punkteunterschiede bei unseren Angreiferinnen äusserst knapp.

Passeuse von Piekartz kann das Spiel immer wieder variieren und beim Service haben sich die meisten Spielerinnen schnell stark verbessert. Oft haben wir einen Rückstand mit einer unglaublichen Serviceserie (Matter, Ennok, Zaugg) wieder korrigiert und die Kohlen damit noch aus dem Feuer geholt.

Auch in der Defensive können wir uns auf eine relativ gute Annahme und eine starke Libera verlassen. Und wenn die Stamm-Sechs mal schwächelt, stehen Zaugg und Werfeli bereit. Zudem hat sich das Team in einigen kritischen Situationen sehr nervenstark gezeigt», sagt Vollmer. Auch an der Front in Sachen Organisation und Administration hat sich einiges verändert.

Vorbildlicher Teamspirit

Die im Sommer neu gegründete Aktiengesellschaft mit dem Verwaltungsrats-Triumvirat Werner Schmid, Bernhard Heusler und Marc Troxler stärkt der Mannschaft den Rücken. Und sie tun das nicht nur im Hintergrund, sondern sind meist persönlich an den Spielen mit dabei:

«Es ist unglaublich, wie diese Mannschaft als Einheit auftritt und einen vorbildlichen Teamspirit an den Tag legt. Die Sm’Aesch-Pfeffingen-Anhänger werden auch in Zukunft noch viel Freude an «ihren Frauen» haben», sagt der Ex-FC-Basel-Präsident Heusler.