Rollhockey, NLA
Coole Basler lassen sich nicht von Weiler Emotionen irreführen

Der RHC Basel gewann das hitzige Derby beim RSV Weil am Rhein vor 200 Zuschauern mit 3:1. Damit sind die Verhältnisse gewahrt.

Georges Küng
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Rollhockey: Weil - Basel
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Voller Einsatz von Felix Furtwängler (l.) gegen Basels Captain Tobias Mohr.
Felix Furtwängler (l.) kämpft um den Ball mit Basels Alberto Garcia
Max Bross (l.) im Zweikampf mit Basels André Pereira.
Felix Furtwängler (l.) (RSV Weil) wird geblockt von Basels Tiago Sousa (l.) und Goalie Carlos Silva.
Felix Furtwängler (l.) scheitert am starken Basler Goalie Carlos Silva.

Rollhockey: Weil - Basel

Uwe Zinke/sportives.ch

Ein Blick auf die Rangliste lässt vermuten, dass es normal ist, wenn der noch sehr junge RHC Basel (der seit drei Jahren existiert und von Neidern gerne als Retortenverein bezeichnet wird) über einen 60-jährigen Traditionsklub siegt.

Doch in den letzten Jahren waren Duelle zwischen Weil und Friedlingen, dem Vorgänger-Klub des RHC Basel, sehr speziell. Und haben eine lange Vorgeschichte.

«Die Spielhalle in Weil ist für einen Gastklub nicht einfach zum Spielen. Das fiel mir schon auf, als ich noch für Montreux spielte. Aber wenn es gegen Basel geht, wird es noch schwieriger.»

Das sagt Tiago Sousa Ferreira. Der Portugiese war mit zwei Treffern der Matchwinner in einer unterhaltsamen Begegnung, in der beide Teams sehr schnell den Abschluss suchten. Sousa hat 11 der 22 Basler Tore in dieser noch jungen Meisterschaft erzielt.

Der Gastgeber setzte erstmals in dieser Spielzeit Jorge Vilamil Novoa ein. Der Spanier, kein Profispieler notabene, studiert in Italien und hält sich beim Topverein Lodi fit. Er kam als achter Spieler zum Einsatz.

Penaltykiller als Rückhalt

Rückhalt beim RSV Weil ist der Schweizer Nationaltorhüter Daniel Dietrich sowie der Langenthaler und alt Internationale Samuel Wenger, der nicht nur sein Comeback auf Rollschuhen gegeben hat, sondern in Abwesenheit von Spielertrainer Enzo Lain auch als Coach fungierte.

Beim RHC Basel ist das Weiler Urgestein Tobias Mohr (34) der Spielertrainer – und kann auf vier Portugiesen setzen, von denen Torhüter Carlos Silva eine sichere Bank, in Form «einer unüberwindbaren Mauer» ist, wie seine Teamkollegen erklären, ist.

Wie stark die beiden Goalies waren, beweist die Tatsache, dass sie alle sechs Penalties hielten, wobei im Rollhockey die Trefferquote bei den Strafstössen auch bei den Weltklubs bei rund 25 Prozent liegt.

Der fünfte Portugiese, namens Pedro Delgado und in der letzten Spielzeit Torschüztenkönig der 2. portugiesischen Division, befindet sich bereits in Basel, trainiert mit der Mannschaft und wird eventuell lizenziert. Wohl im Hinblick auf das Europacup-Spiel gegen Sporting Lissabon im Februar.

Möglich, dass Basel dazumal ein lusitanisches Quintett auflaufen lässt. Gegen Weil am Rhein komplettierte der Spanier Alberto Garcia das portugiesische Quartett.

Auch wenn die RSV-Niederlage erst 135 Sekunden vor der Endsirene besiegelt wurde, so war der Basler Sieg logisch. Es setzte sich die individuelle Klasse über das Kollektiv durch.

Auch etwelche Emotionen von den Rängen (zuletzt in Form von unflätigen Beschimpfungen gegenüber dem Ref-Duo) und eine durchaus verständliche Wut (oder gar Frust) der Gastgeber konnte die momentane Hierarchie der beiden Nachbarvereine nicht ändern.

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