Conference League
Kampf, Krampf und ein König: Der FC Basel gewinnt im Playoff-Hinspiel mit 3:1 gegen Hammarby

Der Basel muss im Hinspiel der Conference-League-Playoffs gegen Hammarby zittern, siegt dann aber mit 3:1. Weil ein Mann gleich drei Tore erzielt. Nun haben die Basler eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.

Céline Feller
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18 Scorerpunkte in acht Spielen hat Arthur Cabral bereits gesammelt – und lässt sich nach dem 2:1 feiern.

18 Scorerpunkte in acht Spielen hat Arthur Cabral bereits gesammelt – und lässt sich nach dem 2:1 feiern.

Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Mit ausgebreiteten Armen steht er auf der Werbebande, klopft sich ab und an mit der Hand aufs Wappen. Er jubelt, mit den Fans. Er jubelt über diese Erlösung, diesen so wichtigen Treffer zum 2:1. Er, das ist Arthur Cabral. Und an dieser Stelle sei eine Frage erlaubt: Was würde der FC Basel ohne diesen Arthur Cabral machen?

Der 23-Jährige ist die Verkörperung dessen, was man im Fussball als Lebensversicherung bezeichnen darf. Drei Tore erzielt er in diesem Playoff-Hinspiel des FCB gegen Hammarby. Und damit alle, welche die Basler an diesem Abend erzielen. Er verschafft dem FCB eine gute Ausgangslage für das heikle Rückspiel in Schweden nächster Woche.

Aber der FCB, der muss ungewohnt lange zittern. Dabei hatte es lange gut ausgesehen. In einer Szene, da hat man gar schon das Gefühl, dass da zwei auf dem Platz stehen, die seit Jahren zusammen spielen. Wie der eine mit seinem Fuss den Kopf des anderen findet, zeugt ab und an fast schon von blindem Verständnis.

So ist es auch in dieser 30. Minute. Sebastiano Esposito tritt zum Freistoss an, spielt ihn mit einer Härte und Präzision in jene Zone, wo der Ball hin muss und findet dort Cabral, der seinen Kopf hinhält und den Ball ins Netz befördert. Es ist das 1:0 des FC Basel.

Der späte Doppelschlag für die gute Ausgangslage

Davor und danach tun sich die Basler durchaus phasenweise schwer gegen einen erwartet unangenehmen Gegner, der physisch stark und aufsässig ist. Der FCB erspielt sich zwar schon vor dem ersten Treffer gute Chancen – und auch unmittelbar danach. Nach dem Führungstreffer legt Pajtim Kasami vermeintlich nach, wird aber aus dem Offside zurückgepfiffen.

Danach aber lässt der FCB den Gast aus Schweden etwas aufkommen. Die Basler verpassen es, den Sack zuzumachen in diesem Hinspiel – obschon eine deutlichere Führung verdient wäre. Auch direkt nach der Pause, als der FCB ein fünfminütiges Offensiv-Feuerwerk zündet, gelingt der zweite Treffer nicht. Am nächsten ist Taulant Xhaka mit seinem Schuss aus 30 Metern, der an die Latte knallt.

Aber der Ball, er will nicht rein. Und den geforderten Hands-Penalty in der 49. Minute kriegen die Basler ebenfalls nicht. Stattdessen kommt Hammarby auf und erzielt den Ausgleich zum 1:1 in der 71. Minute. Weil der FCB da für einmal zu schwach verteidigt. Fabian Frei köpft den Ball in die Füsse von Abdullah Khalili, der prompt per Direktabnahme trifft.

Danach harzt es. Der FCB kämpft, krampft – und sieht sich lange mit einem Unentschieden als Ausgangslage konfrontiert. Ausgerechnet gegen diese so heimstarken Schweden. Aber dann kommt Cabral. In der 87. Minute bekommt er 20 Meter vom Tor weg den Ball von Valentin Stocker zugespielt, legt ihn sich zurecht und zieht in den weiten Pfosten ab.

Telegramm

FCB - Hammarby 3:1 (1:0)

St. Jakob-Park. – 12’144 Zuschauer. – SR Sergei Ivanov (Russland). Tore: 30. Cabral 1:0 (Esposito). 71. Khalili 1:1. 86. Cabral 2:1 (Stocker). 90. Cabral 3:1 (Handspenalty).
Basel: Lindner; Lang (72. López), Frei, Cömert, Pelmard; Xhaka (72. Petretta), Kasami; Stocker (94. Sene), Esposito (78. Palacios), Males (78. Millar); Cabral.
Hammarby: Ousted; Fenger, Paulsen, Fjoluson, Jeahze; Rodic (80. Sandberg), Amoo (80. Accam), Andersen, Bojanic, Ludwigson; Selmani (68. Khalili).
Bemerkungen: FCB ohne Djiga, Quintillà, Padula und Zhegrova (alle verletzt). – Verwarnungen: 7. Amoo (Foul). 70. Esposito (Foul). 82. Bojanic (Unsportlichkeit). 82. Stocker (Unsportlichkeit). 92. Fjoluson (Foul).– 32. Tor von Kasami aberkannt.

Es ist ein wunderschöner Treffer, den er da zum 2:1 erzielt und den er später auf der Werbebande feiert. Drei Minuten später versenkt er einen Handspenalty zum 3:1. Mit den drei Toren von «König Arthur», wie sie ihn in der Heimat nennen, macht der FCB ein Schrittchen in Richtung Gruppenphase der Conference League.

Das Erreichen dieser ist laut dem Delegierten des Verwaltungsrates der FC Basel Holding AG, Dani Büchi, existenziell. Schliesslich seien in den vier Jahren unter der alten Führung 77 Millionen an Eigenkapital, Rückstellungen und Reserven aufgebraucht worden. Den finalen Schritt muss der FCB nun nächsten Donnerstag in Stockholm machen. Und er dürfte gewarnt sein, dass das alles andere als ein Selbstläufer wird.

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