Football
BJ Denker ist ein Denker und Lenker für die grossen Spiele

Der neue Quarterback BJ Denker könnte für die Gladiators beider Basel ein entscheidender Faktor im Kampf um die Meisterschaft werden.

Fabio Baranzini
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BJ Denker packt in Basel auf dem Spielfeld zu und packt seine Sachen für Städtetrips.

BJ Denker packt in Basel auf dem Spielfeld zu und packt seine Sachen für Städtetrips.

Fabio Baranzini

BJ Denker weiss, wie man mit Druck umgeht. In der vergangenen Saison war der 23-jährige Quarterback Stammspieler seines Collegeteam, den Arizona Wildcats. Die Heimspiele trugen die «Wildkatzen», die zu den besten 30 Teams in den Staaten gehören und unter der Regie von Denker gar Oregon, die Nummer fünf des Landes, geschlagen haben, jeweils vor 53 000 Zuschauern im stets ausverkauften Stadion aus. «Ich mag es, im Scheinwerferlicht zu stehen. Die Position des Quarterbacks bringt zudem auch ziemlich viel Glamour und Aufmerksamkeit mit sich, das gefällt mir», sagt Denker.

Plötzlich dreimal grösser

Dass der junge Amerikaner, der vor rund einem Monat sein Sportmanagement-Studium abgeschlossen hat, die grosse Bühne liebt, hat auch Gladiators-Coach Dwaine Wood bei den ersten beiden Einsätzen des Quarterbacks im Dress der Basler festgestellt. «Wenn die Partie eng ist oder er von den Gegnern provoziert wird, wirkt er auf dem Platz drei Mal grösser und stärker. BJ liebt diese Situationen», sagt Wood und lobt seinen neuen Mann gleich weiter. «Er hat ein unglaublich gutes Auge für den Mitspieler. Es scheint, als wisse er jeweils bereits, wo seine Teamkollegen hinlaufen, bevor diese es selbst wissen. BJ ist ein absoluter Glückstreffer für uns und kann den verletzten Nick Wanner mindestens ebenbürtig ersetzen.»

Reisen und Sport kombinieren

Doch wie kommt es, dass ein Spieler eines Kalibers von Denker sich vom Football-verrückten Amerika in die Schweiz «verirrt»? Schuld ist ein ehemaliger Teamkollege Denkers, der ihm riet, sich in Europa nach einem Team umzusehen. Denker erstellte ein Profil auf «europlayers.com» und wurde bereits am Tag darauf von verschiedenen Teams angefragt – darunter auch die Gladiators beider Basel. «Es war eine schnelle Entscheidung, denn Coach Wood sagte mir, dass sie die Unterschrift so schnell wie möglich bräuchten, da die Transferfrist ablaufe und bald wichtige Spiele anstehen», so Denker.

Der Entscheid, in die Schweiz zu kommen, ist ihm nicht schwer gefallen. «Ich wusste zwar überhaupt nichts über Football in der Schweiz, aber ich sah es als einmalige Chance, erstmals nach Europa zu kommen, mir hier ein paar Länder anzuschauen und einige Spiele zu bestreiten.» Nach seinem sechswöchigen Engagement bei den Gladiators – dieses wird nur bis zum Ende der Meisterschaft dauern – will sich Denker, der in seiner Heimat eine Karriere als Footballcoach anstrebt, einige Städte ansehen. Berlin, Paris, Wien, Prag und Budapest stehen auf seiner Liste.

Titelgewinn als Ziel

Bevor es ans Reisen geht, steht aber noch die heisse Phase der Meisterschaft an. Dort haben die Gladiators Grosses vor. Mit einem Sieg am Samstag gegen Erzrivale Calanda Broncos (18 Uhr, Rankhof) wollen sich die Basler den Qualifikationssieg und damit das Heimrecht in den Playoffs sichern. «Wenn wir keine unnötigen Ballverluste haben, werden wir gewinnen. Ich bin sicher, dass wir physisch stärker sind als die Broncos», zeigt sich Coach Dwaine Wood zuversichtlich. Und auch sein neuer Starspieler strahlt viel Selbstvertrauen aus. «Ich kenne den Gegner zwar nicht, aber ich bin sehr motiviert und will unbedingt gewinnen. Ich glaube, dass ich die nötige Verstärkung sein kann, um den Titel endlich nach Basel zu holen.»