Alex Wilson und Co

Auf Spurensuche vor der Schweizer Meisterschaft: Darum hat Basel so gute Leichtathleten

Alex Wilson ist das Aushängeschild der Basler Leichtathletik, doch er ist nicht das einzige Talent aus der Region.

Die Lokalmatadore wollen die Gunst der Stunde nutzen und an den Schweizer Meisterschaften auf der Schützenmatte erfolgreich sein. Aber warum gibt es in Basel überdurchschnittlich viele hoffnungsvolle Talente?

Alex Wilson, Mujinga Kambundji, Léa Sprunger. Alle drei gehören zu den schnellsten Leichtathleten der Schweiz in ihrer Disziplin. Am Freitag und Samstag gibt es die Crème de la Crème der nationalen Leichtathletik an den Schweizer Meisterschaften auf der Schützenmatte zu bestaunen. Auch einige Basler Athletinnen und Athleten mischen im nationalen Vergleich weit vorne mit. Vor allem die Leichtathletik-Sektion BSC Old Boys ist stark besetzt. «Wir haben ein paar heisse Eisen am Start», sagt Claudine Müller, die technische Verantwortliche der Old Boys. Damit meint sie nicht nur Star-Sprinter Wilson. Die Ziele des Vereins sind hoch: «Wir wollen ähnlich abschneiden wie an den Schweizer Meisterschaften vor zwei Jahren in Zürich», erklärt Müller. Damals holte der Verein elf Medaillen, sechs davon waren goldene.

Zusätzliche Motivation für die Basler Leichtathleten

Kandidaten für Edelmetall gibt es bei den Old Boys viele: die Stabhochspringerin Lea Bachmann, Hochspringerin Salome Lang sowie Weitspringer Christopher Ullmann zum Beispiel. Für die Aushängeschilder der Old Boys kommt 2019 ein entscheidender Faktor dazu: der Heimvorteil. «Die Athleten werden zusätzlich motiviert sein», sagt Müller.

Lea Bachmann ist eine dieser motivierten Lokalmatadorinnen, die an den Schweizer Meisterschaften hoch hinaus will. «In- und auswendig» kennt sie die Anlage. «Das kann schon ein kleiner Vorteil sein. Vor allem aber ist es ein Privileg, im Heimstadion anzutreten», erklärt die letztjährige Dritte der Schweizer Meisterschaften.

In diesem Jahr hat Bachmann bisher eine eher durchwachsene Saison erlebt. Mit ihrer Jahresbestleistung von 4,21 Metern ist sie nicht zufrieden. In Basel soll sich das ändern: Die Schweizer Meisterschaften sind für Bachmann neben der Universiade der zweite Höhepunkt des Jahres. «Ich möchte meine persönliche Bestmarke, die bei 4,35 Metern liegt, überspringen und eine Medaille gewinnen.» Einfach werde dies aufgrund der starken Konkurrenz aber nicht.

Auch Hürdensprinter Jason Joseph, der für den LC Therwil startet, ist für den starken lokalen Nachwuchs ein gutes Beispiel. Der Schweizer Shooting-Star wurde in diesem Sommer zum U23-Europameister über 110 Meter Hürden und ist natürlich auch der Favorit auf den Schweizer-Meister-Titel.

Jason Joseph.

Jason Joseph.

Starkes Trainingszentrum, gut ausgebildete Trainer

Neben Joseph und Bachmann gibt es in der Region zahlreiche weitere talentierte Leichtathleten. Diese grosse Dichte basiert auf einer starken Nachwuchsausbildung. «Wir haben mit dem Leistungszentrum Nordwestschweiz optimale Trainingsmöglichkeiten», erklärt Müller. Dazu kommen gut ausgebildete Trainer. Die Folge: «Bei nationalen und internationalen Nachwuchsmeisterschaften sind immer Basler Athleten vertreten.»

Die erfolgreiche Arbeit in der Region Basel wird auch bei Swiss Athletics wahrgenommen. «Das Leistungszentrum Nordwestschweiz ist ein Vorzeigeleistungszentrum», sagt Peter Haas, Projektleiter für den Leistungssport bei Swiss Athletics. Vor allem die Integration von Sportschulen funktioniere sehr gut. Einen Hinweis für die Stärke des Basler Verbands geben die Talentkarten. Einhundert solcher Karten verteilt Swiss Athletics jeweils an die besten Nachwuchstalente der Schweiz. «Bei diesen Talentkarten ist die Region Basel sehr gut positioniert, vor allem auch im Vergleich zu der Einwohnerzahl», sagt Haas.

Rund um die Leichtathletik-EM 2014 in Zürich hat die Schweizer Leichtathletik einen neuen Frühling erlebt. «Durch die Szene ging ein riesengrosser Ruck. Es ist der Region Basel sehr gut gelungen, von diesem Aufschwung zu profitieren», sagt Lukas Ott, der OK-Präsident der Schweizer Meisterschaften. Dieser Fakt wird laut Ott auch dadurch bestätigt, dass es den Veranstaltern gelungen ist, die Schweizer Meisterschaften nach Basel zu holen.

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