CL-Quali

Aus in der Champions League: YB scheitert an Roter Stern Belgrad

YB scheitert an Roter Stern Belgrad

YB scheitert an Roter Stern Belgrad

Die Young Boys müssen ihre europäische Kampagne in dieser Saison in der Europa League fortsetzen. Nach dem 2:2 im Hinspiel kamen die Berner in Belgrad trotz guter Chancen bei Roter Stern nicht über ein 1:1 hinaus.

Am Ende waren es wenige Zentimeter, die die Young Boys in die Gruppenphase der Europa League verbannten. Zentimeter, die in der 57. Minute die Führung der Berner verhinderten, als Nicolas Moumi Ngamaleu fast von einem Patzer von Roter-Stern-Goalie Milan Borjan am Ball profitiert hätte. Die Berner werden sich nach dem Ausscheiden über ihre Effizienz ärgern müssen. Denn wie im Hinspiel besassen sie auch im Rückspiel gute Möglichkeiten, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Auch das Gegentor nach einer Stunde dürfte bei den Gästen für Frust sorgen, denn der letztlich entscheidende Treffer von Aleksa Vukanovic fiel just in eine Phase, in der die Young Boys in Begriff waren, das Spiel an sich zu reissen. Und er fiel nach bekanntem Muster. Das Heimteam fing die Young Boys beim Versuch der Angriffsauslösung ab, um über Spielmacher Marko Marin selber den schnellen Gegenstoss einzuleiten. Marin lancierte Milan Rodic in den Raum, dessen Flankenball Vukanovic vor Fabian Lustenberger erreichte. Wieder machten Zentimeter den Unterschied zu Gunsten von Roter Stern aus. Rodic erreichte den Ball nur knapp bevor er über die Seitenauslinie gerollt wäre.

YB vergab Chancen, Belgrad blieb eiskalt

Zwar kamen die Berner in der Folge nochmals zu Chancen, brachten den Ball aus eigener Kraft jedoch nicht im Tor von Milan Borjan unter. Es brauchte ein Eigentor von Ben Nabouhane in der 82. Minute, um den kanadische Nationaltorhüter, der Roter Stern im Hinspiel mit zahlreichen Paraden im Spiel gehalten hatte, zu bezwingen. Auch die Einwechslung der Routiniers Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani (beide 65.) brachte nicht die nötige Durchschlagskraft in die Berner Angriffsreihe.

Und auch Jean-Pierre Nsame, im Hinspiel die perfekte Relais-Station, sowohl mit hohen Bällen und Flachpässen anspielbar, hatte im Rückspiel einen schweren Stand. Die Rückkehr des im Hinspiel gesperrten Abwehrchefs Nemanja Milunovic brachte dem Roten Stern viel Sicherheit zurück. Und der 1,94 Meter grosse Verteidiger raubte den Young Boys diese Waffe, die im Hinspiel so vorzüglich funktioniert hatte: Die langen Bälle auf Nsame, die dieser auf seine beiden agilen Sturmpartner Roger Assalé und Nicolas Moumi Ngamaleu verlängerte.

Die Young Boys brauchten lange, um einen neuen, wirksamen Angriffsplan umzusetzen. Bis zum ersten Torschuss dauerte es über eine halbe Stunde. Er kam durch einen direkt aufs Tor gezogenen Freistoss von Michel Aebischer. Die erste wirkliche Torchance hatten die Gäste erst nach der Pause. Wieder war es Aebischer, der nach Zuspiel von Ngamaleu die Führung verpasste. Praktisch im Gegenzug erzielte Roter Stern darauf das wegweisende 1:0.

YB muss sich mit Europa League zufrieden geben

Die Teilnahme an der Champions League war für YB nicht von existenzieller Bedeutung, die Königsklasse wäre ein „Nice to have“ gewesen, wie die NZZ schrieb. Und dennoch, das Playoff-Aus schmerzt in finanzieller Hinsicht besonders. Dank den Einnahmen aus der Champions League – rund 30 Millionen Franken brachte YB die letztjährige Europacup-Saison ein – näherten sich die Young Boys Ligakrösus Basel in Sachen ökonomischer Schlagkraft an. Die Europa League bedeutet neben weniger attraktiven Gegnern nun auch massiv weniger Geld. Allein für das mit 15,25 Millionen Euro entlöhnte Erreichen der Champions-League-Gruppenphase zu kompensieren, müsste YB in der Europa League bis in den Final vorstossen.

Die Quelle zu den UEFA-Millionen droht dem Schweizer Fussball ohnehin auf unbestimmte Zeit zu versiegen. Ab kommender Saison muss selbst der Meister drei Qualifikationsrunden überstehen, um Teil des bestalimentierten Klub-Wettbewerbs im Fussball zu sein. Ein direkterer Weg in die Champions League wie in dieser Saison wird sich den Klubs aus der Super League so schnell nicht mehr bieten. Um den Status quo wiederherzustellen bräuchte es auf europäischer Ebene Erfolgsmeldungen von Schweizer Klubs. Und dazu braucht es das nötige Personal und die finanziellen Mittel. Die Krux dabei: Der ideale Zugang zu beidem bietet vor allem die Champions League.

 Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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