Ringer Reichmuth ist auf dem Weg an die Weltspitze

Für viele Sportler ist die Teilnahme in Minsk ein Meilenstein in ihrer Karriere. Ringer Stefan Reichmuth aus Grosswangen bringt gute Voraussetzungen für erfolgreiche Europaspiele mit.

Christian Ballat, Minsk
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Grosse Ehre: Vor den Europaspielen folgte Stefan Reichmuth in Bern einer Einladung von Swiss Olympic und des weissrussischen Botschafters. (Bild: Christian Ballat)

Grosse Ehre: Vor den Europaspielen folgte Stefan Reichmuth in Bern einer Einladung von Swiss Olympic und des weissrussischen Botschafters. (Bild: Christian Ballat)

Es wird anspruchsvoll beim Wettkampf in Minsk. Die Weltelite der Ringer steht am Start, unter ihnen Stefan Reichmuth. «Ich will eine Medaille abholen», sagte er wenige Tage vor der Abreise zu den zweiten Europaspielen, die am Freitag in Minsk starteten. «Noch wichtiger aber wird die kommende Weltmeisterschaft sein.» Dort will der Athlet vom Ringer Club Willisau Lions ebenfalls überzeugen und sich einen Startplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo sichern.

Der 25-jährige Ringer aus Grosswangen, dessen Vater einst aus Schwyz ins Luzernische ausgewandert ist, bringt beste Voraussetzungen nach Weissrussland mit. Bereits an den ersten Europaspielen in Baku vor vier Jahren sammelte er Erfahrungen damit, was an einem olympischen Multisportanlass anders ist als bei sporteigenen Europa- oder Weltmeisterschaften. Blieb ihm in Baku der Erfolg noch verwehrt, will er ihn in Minsk mit starken Auftritten erreichen.

Mit Diplomaten auf Augenhöhe

Stefan «Stifi» Reichmuth ist in der Schweiz seit vielen Jahren ungeschlagen, er holte sich reihenweise nationale Titel im Einzel und mit dem Team (dem es in der letzten Saison «nur» zum Vizemeister reichte). Seit den Spielen in Baku hat der ehrgeizige Sportler die Gewichtsklasse gewechselt und oft im Ausland trainiert. «Dort kann ich mich mit den Besten messen.» 2018 konnte er sich an den Militärweltmeisterschaften erstmals WM-Bronze umhängen lassen. «Das motiviert mich auf meinem Weg an die Weltspitze gewaltig.»

Die European Games begannen für Reichmuth mit einem speziellen Anlass. Swiss Olympic und der Botschafter von Weissrussland in der Schweiz hatten nach Bern eingeladen. Zusammen mit anderen Sportlern, den Delegierten von Swiss Olympic, Trainern, Managern und Sponsoren traf Reichmuth auf Diplomaten und deren Gäste. «Es ist toll, dass ich den Ringersport dort vertreten durfte. Wir werden oft nur als Vertreter einer Randsportart wahrgenommen», sagte er. Er freute sich auch, dass es mit dem «Kleiderfassen» der gesamten Schweizer Delegation wenige Tage später weiterging ­ in Richtung Olympiateilnahme, seinem Ziel. Am Dienstag steigt Stefan Reichmuth zu seinem ersten Wettkampf in Minsk auf die Matte.