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Arno Del Curto leistet mehr als nur einen unentgeltlichen Freundschaftsdienst

Arno Del Curto

Arno Del Curto

Erstmals seit seinem letzten Eishockeyspiel mit den ZSC Lions am 21. März coacht Arno Del Curto am Mittwoch wieder.

Das Phantom der Hockey-Oper wird sichtbar. Der 63-jährige Arno Del Curto steht heute bei La Chaux-de-Fonds zum Auftakt des Playoff-Viertelfinals gegen Ajoie ganz offiziell an der Bande. Das Phantom der Oper ist ein Roman des Journalisten Gaston Leroux. Er ist verfilmt worden, es gibt Bühnenfassungen und ein Musical. Und nun eben auch eine Hockey-Version.

Wie das Chormädchen zum Opernstar wurde

In der Hauptrolle: Arno Del Curto. Lassen wir alles Diabolische und den Eros im ursprünglichen Roman weg, dann haben wir die Story über das Comeback des ehemaligen Davoser Trainers. In der Geschichte von Gaston Leroux verbirgt sich Erik in der Pariser Oper wie ein Phantom und bildet heimlich das einfache Chormädchen Christine zum Opernstar aus.

Das passt. Arno Del Curto hat in den vergangenen Wochen heimlich versucht, den einfachen Zauberlehrling Loïc Burkhalter zum Trainer auszubilden. Erst hilft er seinem Freund im Training. Am 21. Januar steht er erstmals an der Bande, versteckt unter einer Kapuze – um unerkannt zu bleiben wie das Phantom der Oper – und inspiriert die Mannschaft zu einem sensationellen Sieg über Kloten. Dann zieht er sich wieder in die Rolle des Phantoms zurück.

Die Ungewissenheit ist vorbei

Nun ist natürlich die Frage, ob Del Curto zurückkehrt, um seinem Freund in den Playoffs beizustehen. Noch am Sonntag ist er nicht sicher. Er meldet, er sei im Ausland und wisse noch nicht, ob er für die erste Partie rechtzeitig heimkomme. Die Ungewissheit ist vorbei. Er ist daheim und wird heute an der Bande stehen und ist bemüht, seine Rolle klein zu reden. Er helfe nur aus. Unentgeltlich.

Und betont: «Der Loïc coacht natürlich das Team.» So wird es natürlich nicht sein. Del Curto wird er das Kommando innehaben. Es ist gar nicht anders möglich. Del Curto nur im Hintergrund als inoffizieller Assistent von Loïc Burkhalter? Das ist so absurd, wie wenn ein Messdiener den apostolischen Ostersegen («Urbi et orbi») spenden würde, während sich der Papst im Hintergrund hält.

Er brachte ihm das Schreiben von SMS bei

Eine solche Einschätzung findet Del Curto gegenüber Burkhalter respektlos. «Er musste den Trainer entlassen und weil der Klub kein Geld für einen neuen hat macht er den Job selbst. Das verdient Respekt.» Loïc Burkhalter hat einst in Davos für Arno Del Curto gespielt und seinem damaligen Trainer das Schreiben von SMS beigebracht und ihm die neue, digitale Welt erklärt. Nun führt Arno Del Curto seinem ehemaligen Spieler in die Geheimnisse des Coachings ein.

Wird aus dem unentgeltlichen Freundesdienst bald einmal irgendwo wieder ein bezahlter Job? Seine Antwort ist ein dezidiertes «Nein». Er werde sich nach geleisteter Hilfe wieder zurückziehen. Kein Schelm, wer ihm das nicht glaubt.

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