Champions League
Angebliche rassistische Äusserung vom 4. Offiziellen – abgebrochenes Spiel PSG gegen Basaksehir wird nachgeholt

Verwirrende Szenen im Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und dem türkischen Vertreter Istanbul Basaksehir. In der 15. Minute brechen an der Seitenlinie plötzlich Tumulte aus, Basaksehir-Assistenztrainer Pierre Webo wird des Feldes verwiesen.

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Nach dem Vorfall diskutieren die Teams das weitere Vorgehen und verschwinden dann in der Kabine. (Bild: www.imago-images.de)

Nach dem Vorfall diskutieren die Teams das weitere Vorgehen und verschwinden dann in der Kabine. (Bild: www.imago-images.de)

CH Media

Doch auch in der Folge wir das Spiel nicht fortgesetzt. Offenbar soll sich der vierte Offizielle gegenüber Webo rassistisch geäussert haben. Auf den TV-Bildern ist zu sehen, wie der Kameruner von seinen Teamkollegen zurückgehalten werden muss. Wie die Europäische Fussball-Union am späten Dienstagabend mitteilte, wird die Partie am Mittwoch um 18.55 Uhr nachgeholt.

Es wird wild diskutiert an der Seitenlinie, mittlerweile sind alle Spieler zugegen und sprechend lebhaft miteinander. Am Ende einigen sich beide Mannschaften darauf, nicht weiterzuspielen, so lange der besagte vierte Offizielle am Spiel beteiligt ist.

Gemäss übereinstimmenden Medienberichten hat dort beim Spiel zwischen dem PSG und Basaksehir der Vierte Offizielle, Sebastian Colţescu, Mitglied des rumänischen Schiedsrichterteams von Ovidiu Haţegan, dem kamerunischen Betreuer Pierre Wébo von Basaksehir Istanbul das Wort «Negro» an den Kopf geworfen. Nach 13 Minuten und beim Stand von 0:0.

«Warum sagt er dieses Wort?»

«Warum sagt er dieses Wort? Warum, warum?» - diese Frage war deutlich zu hören, auf Deutsch auch als Information und nicht Vorwurf an die Adresse des deutschen Trainers vom PSG, Thomas Tuchel, und gerufen von Demba Ba, der in der Bundesliga gespielt hatte.

Nach minutenlangen Diskussionen, auch die Pariser Stars Neymar und Kylian Mbappé, hatten sich eingeschaltet, löste sich der Pulk schliesslich auf und die türkische Mannschaft verschwand in den Katakomben.

Es war ja nicht das erste Mal, dass ein Spieler von gegnerischen Spielern, Staffmitgliedern und oder Fans rassistisch beleidigt wurde. Es ist noch nicht so lange her, dass in St. Gallen der FCZ-Spieler Aiyegun Tosin von einem Zuschauer als «Scheiss-Mohrenkopf» bezeichnet wurde, gut zu hören auf einem Fan-Video. Noch nie aber hatte sich ein Mitglied der Spielleitung zu einer solchen Tat hinreissen lassen. Vielleicht auch deshalb haben die Betroffenen erstmals das Spielfeld verlassen. Wurde zwischenzeitlich noch vermeldet, das Spiel werde fortgeführt, war dem bis am späten Abend nicht mehr so.

Leipzig wirft Manchester raus

So geriet ein Spiel in den Hintergrund, welches die volle Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. RB Leipzig legte in der Red Bull Arena gegen Manchester United los, als wolle es die 0:5-Niederlage aus dem Hinspiel innerhalb einer halben Stunde tilgen. Angelino nach zwei und Haidara nach dreizehn Minuten bescherten den Deutschen einen Traumstart. Wie aufgezogen setzten die Bullen die Gäste unter Druck. Als der eingewechselte Justin Kluivert dann gut zwanzig Minuten vor Schluss das 3:0 schoss, schienen die Leipziger am Ziel zu sein und die Engländer auf dem Weg in die Europa League.

Doch die Red Devils zeigten Moral und kamen durch ein Penaltytor von Bruno Fernandes und einen Treffer von Paul Pogba acht Minuten vor Schluss auf 2:3 heran. Jetzt begann das grosse Zittern beim Team von Julian Nagelsmann. Doch mit Ach und Krach brachte RB das 3:2 über die Zeit und qualifizierte sich für die Gruppenphase. Offen ist nun, wie die Partie in Paris gewertet wird. Geht man davon aus, dass der PSG nichts für den Vorfall kann, dürften die Franzosen ebenfalls in die K.o-Phase einziehen. Bei einer Niederlage von Manchester hätten sie ja gegen Basaksehir verlieren können, und wären auch so weitergekommen.

Grosse Aufregung in Paris: Beim Champions-League-Spiel zwischen PSG und Basaksehir Istanbul kommt es zu einem mutmasslichen Skandal: Der vierte Offizielle, der Rumäne Sebastian Coltescu, soll einen Betreuer von Basaksehir mit «Negro» betitelt haben.
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Der Betreuer erhält, weil er sich lauthals beschwert, die rote Karte. Basaksehir-Spieler Demba Ba erklärt den Vorgang dem Schiedsrichter.
Die Gemüter erhitzen sich.
Das Spiel wird unterbrochen. Es folgen etliche Diskussionen.
Schliesslich verlässt das Team von Basaksehir Istanbul das Spielfeld.
Und auch die Kollegen von Paris Saint Germain schliessen sich an, begeben sich in die Kabine.
Zehn Minuten dauern die Diskussionen, ehe nach 24 Minuten offizieller Spielzeit das Spiel unterbrochen wird.

Grosse Aufregung in Paris: Beim Champions-League-Spiel zwischen PSG und Basaksehir Istanbul kommt es zu einem mutmasslichen Skandal: Der vierte Offizielle, der Rumäne Sebastian Coltescu, soll einen Betreuer von Basaksehir mit «Negro» betitelt haben.

Ian Langsdon / EPA

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