Eishockey
«An der Bande bin ich ein Bastard» – Krawall-Trainer Chris McSorley ist zurück

Nach nur einem Jahr kehrt Chris McSorley (56) aus der Verbannung ins Büro an die Macht zurück. Ab sofort ist er wieder Cheftrainer und Sportchef und er verspricht: «Servette wird sehr, sehr konkurrenzfähig sein.»

Klaus Zaugg
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Chris McSorley steht in der nächsten Saison bei Servette wieder hinter der Bande.

Chris McSorley steht in der nächsten Saison bei Servette wieder hinter der Bande.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Es ist, als habe es die Saison 2017/18 nicht gegeben. Als seien die vergangenen zwölf Monate bloss eine Episode in der Geschichte des Genfer Hockeys gewesen. Oder ein Irrtum.

Vor einem Jahr ist der charismatische Kanadier im Zuge der Machtkämpfe in Genf von den neuen nordamerikanischen Besitzern als Cheftrainer abgesetzt und zum Frühstücks-Direktor degradiert worden: zum Sportchef ohne Entscheidungsbefugnis. Weil sich Chris McSorley zuvor beim Verkauf seiner Anteile am Unternehmen mit einem Siebenjahresvertrag abgesichert hatte, wäre seine Entlassung zu teuer geworden.

Der «Operetten-Coach» muss gehen

Die neuen Besitzer installierten Craig Woodcroft gegen den Rat und Willen von Chris McSorley als Cheftrainer. Der Kanadier kam nie richtig in Genf an und schaffte knapp die Playoffs. Nun ist dieser «Operetten-Coach» von der Verantwortung für die erste Mannschaft erlöst worden. Sobald die Abfindung ausgehandelt ist, wird er gehen – und aus Servettes Geschichtsbüchern verschwinden.

Coach Craig Woodcroft ist bei Servette gescheitert.

Coach Craig Woodcroft ist bei Servette gescheitert.

KEYSTONE

Chris McSorley ist sichtlich froh, wieder an der Front zu stehen. Er hat Servette 2002 in der NLB übernommen und zum dynamischsten Sportunternehmen des Welschlandes gemacht. Er sagt, die Zeit ohne Macht im Büro sei ihm vorgekommen wie 20 Jahre.

Selbstgespräch als Analyse

Die Rückkehr der «Zeugen McSorleys»

Der Kanadier sagt über seinen Führungsstil: «An der Bande bin ich ein Bastard. Aber ich behandle meine Spieler und Mitarbeiter respektvoll und ich kann zuhören.»

Chris McSorley ist zurück. Gut für Servette. Gut für Genf. Aber auch gut für unser Eishockey. Das ist den Titanen der Liga sehr wohl bewusst. Spontan haben unter anderem SCB-General Marc Lüthi und HCD-Trainer Arno Del Curto Chris McSorley zur Rückkehr gratuliert.