Volleyball NLA
Zum Jahresauftakt ein hartes Stück Arbeit gegen das Schlusslicht

Volleyball Nach einem Krimi im zweiten Satz (29:27) holte sich der TV Schönenwerd gegen den VBC Züri Unterland doch noch die budgetierten drei Punkte.

Raphael Wermelinger
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TV Schönenwerd konnte das Ding noch drehen. (Archivbild)

TV Schönenwerd konnte das Ding noch drehen. (Archivbild)

Adrian Knecht

Beinahe hätte sich der TV Schönenwerd einen veritablen Fehlstart ins neue Kalenderjahr geleistet. Das Tabellenschlusslicht Züri Unterland, das unterstützt durch die anfängliche Passivität der Schönenwerder lange Zeit weit über seinen Verhältnissen aufspielte, stand nahe dran, einen Punkt aus dem Niederamt zu entführen.

Schönenwerd erwischte einen ganz schwachen Auftakt ins erste Spiel des Jahres 2015. Gegen das auf dem Papier in allen Bereichen unterlegene Züri Unterland kamen die Niederämter lange überhaupt nicht auf Touren. Ab dem ersten Ballwechsel rannten sie im ersten Satz einem Rückstand hinterher. Zwischendurch schafften sie den Anschluss wieder – wie beim 10:10 und 16:16 -, doch in der entscheidenden Phase zogen die Gäste auf 20:24 davon. Der TVS wehrte noch zwei Satzbälle ab, doch das wars dann auch schon. Der Favorit hatte sich im Verlauf des Startsatzes zu viele Fehler geleistet, um den Rückstand mit einem Schlusssprint noch einmal ausbügeln zu können.

Aufwachen Schönenwerd!

Eine solche Aufholjagd war dann aber im zweiten Satz doch wieder nötig. Denn resultatmässig gings zum Erstaunen der Zuschauer im gleichen Stil weiter. Nach dem zweiten technischen Timeout bauten die Zürcher ihren anfangs noch dünnen Vorsprung aus und lagen wenig später mit 23:19 in Führung. Doch diesmal gelang dem Team von Trainer Bujar Derisaj der Umschwung. Der Australier Richards, der im ersten Satz noch zusehen musste, gelang mit einem seiner insgesamt 14 Punkte im zweiten Durchgang das Sideout für die Schönenwerder. Und dann zog Coach Dervisaj alle Register. Er brachte Frame am Service, und dessen Flatterball führte zu einem erfolgreichen Abstauber von Richards am Netz.

Der nächste Service von Frame war noch ein wenig besser und konnte vom Auswärtsteam gar nicht mehr retourniert werden. Mit Eichhorn schickte Dervisaj seinen nächsten Joker aufs Parkett. Eichhorn blockte zusammen mit Hofstede Züri Unterlands Topscorer Yusnaikel, der bis zu diesem Zeitpunkt eine ausgezeichnete Leistung gezeigt hatte, zum 23:23-Ausgleich. Mehrmals wechselte die Führung in der folgenden heissen Phase hin und her, bis sich wiederum Yusnaikel beim 28:27-Zwischenstand den entscheidenden Fehler leistete und dem TVS den Satz praktisch schenkte.

Doch noch ins Spiel gefunden

Den Punktverlust in Extremis abgewendet zu haben, gab den Schönenwerdern indes noch nicht den erwarteten Auftrieb. Vielleicht lags an der ungewöhnlich dürftigen Kulisse mit nur knapp hundert Zuschauern in der Däniker Erlimatthalle, dass der Tabellenvierte nur ganz selten Emotionen und Spektakel ins Spiel brachte. Auch im dritten Satz lag der TVS lange Zeit im Hintertreffen. Erst eine Service-Serie von Hänggi drehte den Spielstand zugunsten des Heimteam – aus einem 12:14 wurde ein 18:14. Angetrieben von den beiden fleissigsten Punktesammlern Richards und Schnider zeigte sich Schönenwerd nun solider im Sideout und brachte den Satz souverän nach Hause.

Damit war der Widerstand des Tabellenletzten dann doch allmählich gebrochen. Bereits mit drei Zählern im Rückstand, musste Züri Unterland die Schönenwerder bereits nach dem ersten technischen Timeout entscheidend davonziehen lassen. Schnider scorte mit zwei Service-Winnern zum 13:7. Hänggi machte den Zürchern mit einer weiteren guten Aufschlagserie, in der fünf Punkte in Serie resultierten, endgültig den Garaus. Am Schluss holten sich die Schönenwerder den vierten Durchgang überlegen mit 25:13. Der Match im Gesamten war aber doch ein hartes Stück Arbeit für Schönenwerd und stand zwischenzeitlich arg auf der Kippe.