FC Aarau
«Warnung vor den Hunden» – Die Argumente für den FCA schwinden

Ein Kommentar von François Schmid-Bechtel, Ressortleiter Sport, zur Kontroverse rund um den Vertrag des niederländischen Stürmers Mart Lieder beim Challenge-League-Verein FC Aarau.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Der FCA-Stürmer Mart Lieder.

Der FCA-Stürmer Mart Lieder.

Andy Mueller/freshfocus

Ein Stadion aus einer anderen Zeit. Ein Klub mit überschaubaren finanziellen Möglichkeiten. Eine Liga ohne Sexappeal. Es gibt für einen Fussballprofi bessere Orte als Aarau. Trotzdem kann auch der FC Aarau Argumente vorbringen, wenn es darum geht, einen Spieler vom Wechsel ins Brügglifeld zu überzeugen.

Beispielsweise einen Vorstand, der bemüht ist, den Klub fair und und menschlich zu führen. Ein begeisterungsfähiges Publikum. Oder pünktliche Lohnzahlungen. Doch die Aarauer «Fairtrade»-Etikette hat Kratzer erlitten, wie der Fall Mart Lieder offenbart.

Bestimmt ist der holländische Stürmer kein überragender Spieler. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, wie man sich als Arbeitgeber auch jenen Spielern gegenüber verhält, die aufgrund ihres Renommees und ihrer Leistungen in einer eher schwachen Position sind.

Aarau hat Lieder einen Einjahresvertrag mit Option auf Verlängerung angeboten. Die Option tritt nach 25 Challenge-League-Einsätzen in Kraft. Um eine Verlängerung des Vertrags zu verhindern, haben Sportchef Raimondo Ponte und Vizepräsident Roger Geissberger den Holländer unter Druck gesetzt. Entweder wird die Option gestrichen oder Lieder verfolgt nach seinem 24.

Einsatz den Rest der Saison nur noch auf der Tribüne. Damit wird nicht nur die Kompetenz des Trainers beschnitten, sondern auch eine fragwürdige Praxis angewendet, die kaum mit unserem Arbeitsrecht vereinbar ist. Und es entsteht ein Imageschaden. Für den Klub und für die Menschen, die den Klub führen.

Wie erwähnt: Der FC Aarau hat nicht allzu viele Argumente, die er im täglichen Wettstreit mit der Konkurrenz in die Waagschale werfen kann. Es ist wie im normalen Leben. Prangt «Warnung vor den Hunden» am Zaun, drehen die Menschen entweder um oder sie treten mit einem mulmigen Gefühl ein. Wenn «Warnung vor den Hunden» im Brügglifeld prangt, hat der FC Aarau ein veritables Problem. Dann kommen wirklich nur noch jene Spieler, für die der FC Aarau die letzte Ausfahrt vor dem Friedhof der Profifussballer ist.

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