Eishockey

Trotz Verteidiger-Mangel frohe Weihnachten

Zuchwil Matthias von Dachim Kampf um den Puck gegen Aaraus Gaolei Misko Heimann.

Zuchwil Matthias von Dachim Kampf um den Puck gegen Aaraus Gaolei Misko Heimann.

Zuchwil-Regio gewinnt das letzte 1-.Liga-Meisterschaftsspiel vor der Weihnachtspause gegen spendable Argovia Stars 5:4.

Bloss fünf ausgebildete Verteidiger sind beim EHC Zuchwil Regio derzeit einsatzfähig. Darum transformiert Oliver Hojac seit Saisonbeginn vom Stürmer zum «Back» – und es gefällt ihm.

Die trainings- und  spielfreien Feiertage kommen den Spielern des EHC Zuchwil-Regio zupass – vorab den Verteidigern. Letztere haben im bisherigen Saisonverlauf einen satten Saldo Überstunden angehäuft. Grund: Das «Backoffice» der Solothurner ist latent unterbesetzt. «Ich habe den Wunsch nach Verstärkung beim Präsidenten so deponiert», sagt Zuchus Coach Max Weibel.

Aber eben – selbst der Boss, Sportchef und Hauptsponsor, Walter Ulrich, ist trotz seines weissen Kinnbarts nicht der Samichlaus und kann daher auch nicht jeder Wunsch erfüllen. Die «rückwärtige» Abteilung der Wasserämter ist, zumindest was ausgebildete Fachkräfte angeht, Fünf-Mann stark. Nichts desto trotz haben die Zuchwiler in der Qualifikationsrunde defensiv überzeugt.

Spendable Aarauer

Im letzten Qualispiel gegen die Argovia Stars kassierten die Gastgeber vier Gegentreffer, was letztlich zum 5:4-Sieg ausreichte. Nach 122 Sekunden brachte Unterluggauer die Gässte in Führung – damit war der Mist eigentlich statistisch geführt. Noch nie hatte Zuchwil Regio in dieser Saison vorher ein Spiel gewonnen, wenn es 0:1 in Rückstand geraten war.

Aber: «Wir haben eine gute Moral gezeigt und sind froh, die drei Punkte geholt und den dritten Rang gesichert zu haben», sagt Olivier Hojac. Was das Spiel seiner Equipe angeht, meinte der 22-jährige Student, «haben etwas viele Eigenfehler produziert, die uns das Leben lange schwerer als nötig machten.» Bis zur 39. Minute lagen die Aargauer derlei mit einer Länge vorne, bis der Ausgleich von Messerli die Wende zugunsten der Einheimischen einleitete. «Wir haben uns von der sehr spendablen, vorweihnächtlichen Seite gezeigt», meinte Argovia-Coach Dani Meier. Grosszügig im Sinn, dass man es den Gästen zu oft zu einfach gemacht habe, zu Toren zu kommen.

Vom Stürmer zum Verteidiger

Zurück zu Olivier Hojac. Der Mann aus dem Solothurner Bezirk Lebern ist ein ehemaliger Zuchwil-Regio-Junior der später zum EHC Biel wechselte und seit 2011 wieder für seinen Stammverein in der 1. Liga aufläuft. Heuer notabene erstmals in einer neuen Rolle. Mangels Abwehrkräften «habe ich schon während der Vorbereitung oft hinten gespielt», sagt Hojac. Und nachdem feststand, dass Cyrill Brunner die ganze Saison ausfällt, ist er seither auch hinten geblieben.

Vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert also. Und wie gefällt ihm die Aussicht vom «Achterschiff» – vom hintersten Teil des Bootes aus also? «Es war schon eine ziemlich recht grosse Umstellung für mich aber mittlerweile fühle ich mich ganz wohl.» Völlig neu ist die Aufgabe für Hojac freilich nicht. «Nein, ich habe schon bei den Elitejunioren ein paar Spiele als Verteidiger absolivert.» Es sei eine neue Rolle, in die er hineinwachsen könne und das «gefällt mir.»

Bleibt der Bettlacher also allenfalls sogar über die Saison hinaus in der Abwehr-Einheit eingeteilt tätig? «Das kann ich noch nicht so sagen, wir werden sehen.» Vorstellen könne man sich schliesslich vieles. Obwohl er die bis dato 20 Qualifikationsrundenspiele mit wechselnden Partnern verteidigt hat, hat der Bettlacher Hojac dies zuletzt sehr erfolgreich getan. Seit drei Spielen hat seine Linie keinen Gegentreffer mehr kassiert. Das ist doch ein Grund, frohe Weihnachten zu feiern.

Zuchwil-Regio – Argovia Stars 5:4 (1:1, 2:2, 2:1)

Sportzentrum Zuchwil. - 225 Zuschauer. – SR: Leimgruber; Stegmann/Wof. – Tore: 3. Unterluggauer (Knüsel/Neher) 0:1. 9. E Hojac (Wüthrich) 1:1. 26. Unterluggauer (Simmen) 1:2. 30. Frei (Neher) 1:3. 35. Lüthi (Müller, Rohrbach) 2:3. 39. Messerli (Leuenberger, Wüthrich) 3:3.  53. Rohrbach (Wüthrich) 4:3. 56. Reber (Müller) 5:3. 60. Wittwer (Leuenberger, Neher) 5:4.  – Strafen:  6mal 2 Minuten gegen Zuchwil-Regio; 4-mal 2 Minuten gegen die Argovia Stars.

Zuchwil Regio: Zaugg; Hirsbrunner, Aeschlimann; Wüthrich, Lüthi; O. Hojac, Blumenthal; Müller, Reber, Steiner; Leuenberger, Stoller, E. Hojac; Messerli, Zwahlen, Von Dach; Rohrbach.

Argovia  Stars: Heimann; Leuenberger, Eichenberger; Wälti, Schlegel; Knüsel; Bacher, Frei, Gisin; Trieb, Sahli, Simmen; Unterluggauer, Blatter, Frei; Renggli, Wittwer. 

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