Sportklettern
Trotz Höhenangst hoch hinaus

Weder Kletterwand noch Felsen sind vor ihm sicher. Andreas Leemann geht seiner Passion, dem Klettern, in vollen Zügen nach. Ganz nach dem Motto: «Wer hoch hinaus will, muss etwas dafür tun.»

Melanie Wirz
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Weder Kletterwand noch Felsen sind vor ihm sicher. Andreas Leemann geht seiner Passion, dem Klettern, in vollen Zügen nach. Ganz nach dem Motto: «Wer hoch hinaus will, muss etwas dafür tun.» Und das tut der 20-Jährige nicht ohne Risiko.

Kurz vor der Schweizermeisterschaft trat er aus dem Schweizer Speedclimbing Nationalteam aus. Am national wichtigsten Wettkampf nahm er aber trotzdem teil. Wie kommts? «Ich weiss zwar, dass ich im Speedclimbing gut bin und ich rechnete damit, gute Chancen an der Schweizermeisterschaft zu haben. Aber mein Herz schlägt fürs Bouldern», erklärt Leemann und lächelt. Ungesichert an frei stehenden Felsen zu klettern, gefällt dem Buttwiler also besser, als auf Zeit eine genormte Route hoch zu eilen.

Jedenfalls verbuchte Leemann bereits in beiden Formen des Kletterns Erfolge. Sein nächstes Ziel: Vom Boulder-Nationalteam aufgenommen zu werden. Auf den jungen Ambitionierten sollten die verantwortlichenbereits an der Schweizermeisterschaft im Speedclimbing aufmerksam geworden sein. «Dass ich ein gewisses Talent fürs Klettern habe, wird in dieser Szene jetzt hoffentlich bekannt sein.» Und deshalb rechnet Leemann damit, dass die Aufnahme nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Die Sportlichkeit im Blut

Aktiv war Leemann schon immer. Er startete fünf Jahre lang an Triathlons, ehe 2005 die Kletterhalle Kraftreaktor in Lenzburg eröffnete und Leemann seine Leidenschaft neu entdeckte. Seither investiert der Kantischüler so viel Energie und Zeit in sein Hobby, wie er nur kann. Fürs richtige Training sorgt sein ehemaliger Trainer. Er schreibt auf Leemann persönlich abgestimmte Trainingspläne. Und damit diese Einheiten so lange wie möglich nach Plan durchgeführt werden können, braucht es viel Freizeit. «Und wann hat man schon mehr Freizeit, als wenn man Schüler ist?», fragt Leemann rhetorisch. Für ihn ist klar, dass er, nachdem die Matura im Sack ist, studieren wird. Er ist sich nur noch unschlüssig, was genau. «Etwas mit Sport auf jeden Fall.»

Auch mit Höhenangst erfolgreich

Zu Anfang seiner Kletter-Karriere wagte Leemann sich allerdings nicht fünf bis sechs Mal pro Woche an die steilen Wände. Die Höhenangst war nämlich sein ständiger Begleiter. «Früher hatte ich richtig Schiss, so hoch über dem Boden zu hängen», gesteht der Kletterer, «aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.» Die Probleme mit der Höhenangst sind also verschwunden. Und der Ehrgeiz und die Freude von Leemann sind so gross wie nie: «Heute bedeutet der Sport fast alles für mich. Ich wüsste nicht mehr, was machen ohne.»

Wenn der Schritt ins Nationalteam also geschafft ist, möchte Leemann international durchstarten. Es wird sogar gemunkelt, dass Klettern bis 2020 olympisch werden soll, was den jungen Sportler träumen lässt: «Ich bin mir bewusst, dass das ein fernes Ziel ist. Aber nichts ist unmöglich.»