National League B
Triste Ambiance in Zug und ein blaues Auge für den EHC Olten

Trotz dreimaliger Führung bringt der EHCO beim Zuger Farmteam die drei Punkte nicht ins Trockene. Nach einer insgesamt lauen Darbietung sichert sich Leader Olten den Zusatzpunkt erst im Penaltyschiessen. Nyffeler lässt sich nicht bezwingen - Truttmann bleibt der einzige erfolgreiche Schütze.

Tobias Schalk (Liveticker)
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Seltenes Bild: Das Spiel zwischen Zugs Farmteam und dem Leader aus Olten war über weite Strecken eine laue Partie. Der EHCO zog gerade noch den Kopf aus der Schlinge.

Seltenes Bild: Das Spiel zwischen Zugs Farmteam und dem Leader aus Olten war über weite Strecken eine laue Partie. Der EHCO zog gerade noch den Kopf aus der Schlinge.

André Grossenbacher/Toppictures

Herzlich willkommen in der neuen National League B. Wo sich 413 Nasen in einem über 7000 Zuschauer fassenden NLA-Stadion verlieren. Wo man jedes Wort, das auf dem Eis gesprochen wird, auch noch ganz oben auf der Tribüne versteht. Wo sich in der Fankurve des Heimteams statt des stimmgewaltigen Anhangs eine Handvoll Halbwüchsiger tummelt. Und wo sich die Mitarbeiter der Verpflegungsstände mangels Beschäftigung die Füsse plattstehen. Dort, wo der EV Zug normalerweise seine NLA-Heimspiele austrägt, war dessen Farmteam gegen den EHC Olten Gastgeber. Um es vornweg zu nehmen: Die NLB-Premiere in der Bossard-Arena war alles andere als denkwürdig. Und das Beste aus Sicht der Oltner waren die zwei Punkte, die sie mit nach Hause nehmen durften. Mit dem fünften Sieg in Serie stehen die Powermäuse in der Tabelle weiterhin an der Spitze.

Einer hatte trotz der resultatmässigen Fortsetzung des guten Saisonstarts keine Freude am Auftritt seiner Mannschaft: EHCO-Trainer Maurizio Mansi brauchte bei seiner Analyse Ausdrücke aus dem Reich der Tiere. Der Italokanadier war sichtlich angefressen von dem, was die Oltner Spieler in den 65 Minuten zuvor gezeigt hatten. «Es war genau dasselbe wie beim Spiel gegen die GCK Lions. Der Gegner hat mehr gearbeitet als wir. Einige Spieler dachten, dass sie besser sind. Und dafür mussten wir büssen. Obwohl ich die Jungs explizit gewarnt habe.» Mehr wollte Mansi nicht mehr sagen. Nur noch: «Wir werden am Dienstag eine Sitzung abhalten und noch mal über dieses Spiel sprechen.»

Was hatte Mansi so wütend gemacht? Nun, es war wahrlich keine Glanzleistung, welche die Oltner in der tristen Ambiance der Bossard-Arena abgeliefert hatten. Dreimal lagen sie in Führung. Dreimal liess man den Ausgleich der Zuger zu. Zuletzt 43 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit, als man den Puck gegen die ohne Torhüter agierenden Innerschweizer nicht aus dem eigenen Drittel brachte und Haussener aus Drehung schliesslich das 3:3 gelang.

Es war die Quittung für einen uninspirierten Auftritt des EHC Olten, der sich nach einem guten Auftakt je länger, je mehr dem Gegner anpasste. Bald einmal war nicht mehr ersichtlich, welches der ambitionierte B-Ligist ist und welches die Nachwuchstruppe. Die Zuger agierten mit viel Herz und Einsatz, die Oltner versuchten es mit Coolness, was ihnen aber misslang. Besonders im Abschluss fehlte ihnen jeder Biss, jede Entschlossenheit. Zugs Goalie Noël Bader wurde wunderbar warm geschossen und musste gegen die unpräzisen Schüsse der Oltner nur selten seine Fangkünste unter Beweis stellen.

Exemplarisch für die fehlende Durchschlagskraft war Justin Feser, der auch nach sechs Spielen immer noch auf sein erstes Erfolgserlebnis wartet. Der Kanadier agierte einmal mehr unglücklich. Dafür gelang es Captain Stefan Hürlimann, seinen Torfluch zu bannen. Hürlimann sah die Leistung der Mannschaft nicht gar so kritisch wie der Trainer: «Wir kreierten viele Chance, machten aber die Tore nicht. Und hinten bekamen wir unnötige Gegentreffer. Die letzte Konsequenz hat gefehlt. Wir wollten es zu schön machen.»

Letztlich holten sich die Oltner im Penaltyschiessen, wo Marco Truttmann als einziger Spieler traf, wenigstens noch den Zusatzpunkt. Damit kamen sie für einen uninspirierten Auftritt mit einem blauen Auge weg. Als Lohn erhalten die Spieler vom Trainer trotz allem nun zwei freie Tage. Am Dienstag trifft sich die Mannschaft wieder.

Am Mittwoch steht der Cup-Match in Reinach AG gegen die Argovia Stars auf dem Programm. Die gestrige Leistung muss den Oltnern Warnung genug sein, den Erstligisten nicht zu unterschätzen. Es ist anzunehmen, dass Maurizio Mansi seinen Jungs in der angekündigten Sitzung ordentlich die Kappe waschen wird. Sieg hin oder her.


Zug Academy - Olten 3:4(1:1, 0:1, 2:1) n. Penaltyschiessen

Bosshard-Arena. – 413 Zuschauer. – SR: Boverio (Betschart/Oberwegeser). – Tore: 13. Hürlimann (Hirt, Schnyder) 0:1. 20. (19:09) Maurenbrecher (Maurer; Ausschluss Hirt) 1:1. 38. Schwarzenbach (Meister, Diem) 1:2. 51. Haberstich (Zehnder, Gross) 2:2. 52. Schneuwly (Eigentor Maurer/Ausschluss Marchon) 2:3. 60. (59:17) Haussener (Zehnder/Zug ohne Goalie) 3:3. – Penaltyschiessen: Haussener -; Mäder -; Zehnder -; Truttmann 0:1. Haberstich -; Schwarzenbach -; Forrer -; Huber -; Marchon -. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Zug. 6-mal 2 Minuten gegen Olten.

Zug: Bader; Geisser, Gross; Schmuckli, Grigioni; Fohrler, Maurer; Steiner, Samuele Pozzorini; Haussener, Zehnder, Haberstich; Forrer, Marchon, Rapac; Maurenbrecher, Kläy, Arnold; Alessio Pozzorini, David Rataggi, Ramon Pfranger.

Olten: Nyffeler; Gedig, Aeschlimann; Grieder, Rouiller; Meister, Pargätzi; Schnyder, Bagnoud; Wüst, Feser, Truttmann; Hürlimann, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Morini, Mäder, Huber.
Bemerkungen: Zug ohne Rech und Küng (beide verletzt). Olten ohne Ast (überzählig). 3. Pfostenschuss Rouiller. Zug 59:10 bis 59:17 ohne Goalie.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: