Ringen
Team Freiamt: Im letzten Quali-Kampf bringt das Hallenproblem Spannung

Die Freiämter Ringer wollen in der letzten Qualifikationsrunde der Nationalliga A Hergiswil unbedingt schlagen, obwohl die folgenden zwei Halbfinalkämpfe gegen denselben Gegner wichtiger sind. Dies hat einen besonderen Grund.

Wolfgang Rytz
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Sandro Vollenweider (rechts) trägt im zweiten Kampf nach seinem Comeback wohl einen Schlüsselkampf aus.WR

Sandro Vollenweider (rechts) trägt im zweiten Kampf nach seinem Comeback wohl einen Schlüsselkampf aus.WR

Weil die beiden Teams für den zweiten und dritten Platz gesetzt sind, drohte heute Abend um 20 Uhr in der Bachmattenhalle Muri ein langweiliges Ringermatch zwischen Freiamt und Hergiswil. Doch jetzt ist Zunder drin. Der Verlierer der Begegnung ist beim ersten Halbfinal in einer Woche Gastgeber. Doch beide Vereine haben die Heimhalle nicht zur Verfügung. «Wir bevorzugen Muri für unsere Heimkämpfe», sagt Freiamts Präsident Ralf Bucher. Allerdings steht die Mehrzweckhalle Niederwil als Ausweichvariante zur Verfügung.

Schlimmer siehts beim Meister aus. Dieser schwört auf den Steinacher Hexenkessel. Die Napf-Ringer müssten bei einer heutigen Niederlage in die weitere Region ausweichen, weil der Ringklub Willisau in einer Woche seinen Halbfinal-Heimkampf gegen Kriessern austrägt.

«Volle» Aufstellung

Für die Trainer ist die Situation mit drei aufeinanderfolgenden Duellen gegen dasselbe Team eine taktische Herausforderung. Einerseits soll der Kampf gewonnen werden, damit der zweite Halbfinal zu Hause ausgetragen werden kann. Andererseits will kein Lager seine Karten zu früh aufdecken. Somit werden voraussichtlich «nur» Ringer auf der Matte stehen, die schon in der bisherigen Qualifikation im Einsatz standen. Wie ein Sekundenzeiger seine Runde wiederholt Thomas Murer seine Marschroute: «Wir treten mit der stärkstmöglichen Aufstellung an.»

Definitive Aufstellung bleibt geheim

Angesprochen auf Varianten, sei es ein Einsatz von Ivan Kron oder eine Schonung der angeschlagenen Michael Bucher, Nicola Küng oder des müden Schwingereidgenossen Pascal Gurtner, antwortet Murer unverbindlich: «Ja, das sind alles Optionen.» Welche zehn Ringer auf der Matte stehen, bleibt sein Geheimnis. Doch die Ausgangslage spricht dafür, dass Freiamt alle seine Kräfte einsetzt, damit diese im Wettkampfrhythmus bleiben.

Zwei Schlüsselkämpfe

Gut möglich, dass Sandro Vollenweider nach seiner Rückkehr bis 84kg Freistil zum Einsatz kommt. Sollte ihm dabei ein Sieg gegen Benno Jungo gelingen, würde er Hergiswil vor dem Halbfinal vor ein Problem stellen. Ebenso spannend kündigt sich der 60-kg-Freistilkampf zwischen Michael Bucher und Pascal Jungo an. Gewinnt Freiamt diese beiden Schlüsselkämpfe, ist ein Mannschaftssieg in Reichweite.

Thomas Murer ist froh um das Hallenproblem, das Hergiswil zum Kampf zwingt. Ein Pausenprogramm mit Bauchtänzerinnen wie in Willisau sei nicht nötig. «Die Zuschauer erhalten trotzdem genügend geboten», verspricht Murer.