Handball
Suhr Aarau unterliegt gegen Pfadi Winterthur deutlich

Der HSC Suhr Aarau verliert gegen Pfadi Winterthur mit 18:28 (7:10). Nach dem Spiel war bei Suhr Aarau für Zündstoff gesorgt. «Es fehlt bei den Spielern der Wille», sagte Navarin nach dem Spiel.

Jörg Greb
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HSC-Coach Urs Mühlethaler nimmt ein Time-out – Nach dem Spiel war für Zündstoff gesorgt (Archivbild)

HSC-Coach Urs Mühlethaler nimmt ein Time-out – Nach dem Spiel war für Zündstoff gesorgt (Archivbild)

Aargauer Zeitung

Diskussionslos fiel das Resultat aus, zehn Tore Differenz: klar und eindeutig. Für Diskussionsstoff beim HSC Suhr Aarau war nach der Partie aber umso mehr gesorgt. Auf der Spielerbank tauschten sich Spielertrainer Björn Navarin und Coach Urs Mühlethaler aus. Heftig war die Erregung. Gesten und ernste Minen deuteten auf die Brisanz hin. Ratlosigkeit widerspiegelte sich in den Gesichtausdrücken.

Nach einer ersten Aussprache in der Kabine brachte es Urs Mühlethaler auf den Punkt: «Entschuldigung, aber einige unserer Spieler genügen nicht.» Nicht auf den Kampf, das Talent und das Physische bezog er die Aussage, sondern auf die mentale Einstellung. Er erklärte: «Ich verstehe nicht, wenn ein Spieler 20 Mal denselben Fehler begeht, wenn du ihm erklärst, ihn darauf hinweist, ihm Möglichkeiten darlegst, und immer wieder derselbe Fehler.» Das sei, so sagte er, «mit Leistungssport nicht vereinbar», denn «so lassen sich keine Fortschritte machen».

«Der Wille fehlt bei einigen Spielern»

Um ein Problem zwischen Navarin und Mühlethaler, so betonten beide, handelt es sich nicht. Und Navarins Gedanken zielten in dieselbe Richtung. Zwar braucht der Deutsche etwas weniger direkte, weniger krasse Worte. «Urs formuliert extrem», sagt er, aber er betont: «Der Tenor ist genau der gleiche». «In dieser Partie zeigte sich deutlich, dass bei einigen Spielern der Wille fehlt, dass sie nicht bereit sind, sich mit aller Konsequenz einzusetzen, zu zerreissen.»

Offenkundig wurde die Problematik bereits in der ersten Hälfte. «Warum nutzen wir eine solche Gelegenheit nicht?» fragte Navarin. Sechs Tore nur glückten dem Heimteam - «und das gegen ein Pfadi Winterthur, das überhaupt nicht auf dem Feld schien, sondern abwesend», wie Navarin befand. Beste Tormöglichkeiten, sprich freie Schussmöglichkeiten wurden allein sechs vergaben in dieser Periode. Statt zumindest auf Augenhöhe mit dem favorisierten Widersacher war Suhr Aarau frühzeitig distanziert.

Und als mit Mirko Milasevic (35. Minute) und Calle Ekberg (41.) früh zwei wichtige Spieler nach je drei Zweiminutenstrafen auf die Tribüne mussten, herrschte im Suhrer Spiel mehr Improvisation, denn Struktur. Ein Aufbäumen rückte in weite Ferne. Die Schwachpunkte fielen nun noch stärker ins Gewicht. Die rechte Angriffsseite fiel ab. Sowohl von Thomas Stalder wie Patrick Strebel gingen kaum Impulse aus.

Und noch ein Indiz: Auf Rechsaussen figurierte der erst 20-jährige Joelle Kaufmann in der Startaufstellung - anstelle des routinierten Neo-Nationalspielers Mark Schelbert. Das war nicht zufällig. «Wir müssen als Team auftreten und nicht als Individualisten», sagte Navarin. Kaufmann lobte er für «vier Tore und solide Defensivarbeit».

Suhr-Aarau - Pfadi Winterthur 18:28 (7:10)
Schachenhalle. - 400 Zuschauer. - SR Jergen/Zaugg. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Suhr-Aarau, 3mal 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur.
Suhr-Aarau: Willimann/Wipf (für 1 Penalty/49.); Ekberg (1), Reichlin (1), Milasevic (2), Kaufmann (4), Strebel, Sarac (1), Stadler (1), Navarin (4/1), Wessner, Schelbert (4).
Pfadi Winterthur: Pramuk/Kindle (44.-48.); Hess (4), Kurth (9/3), Kipili (2), Graf, Grimm, Huwiler (1), Svajlen (3), Krauthoff (5), Steiner, Reuter (4).
Bemerkungen: Pfadi Winterthur ohne Bay, Kasapidis, Krieg, Scheuner und von Ballmoos (alle verletzt). Rote Karten für Milasevic (36. Minute) und Ekberg (41.) nach je dritter Zweiminutenstrafe.