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Sprung ins kalte Wasser: Badens Gabriele wird Trainer in Bellinzona

Es ist ein Sprung ins eiskalte Wasser. Francesco Gabriele, Trainer der FC Baden, übernimmt den Challenge League-Club AC Bellinzona. Dort wird der den launischen Star Hakan Yakin dirigieren müssen. Der FC Baden muss nun auf Trainersuche.

Ruedi Kuhn
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Francesco Gabriele (rechts) macht Platz für seinen Assistenten Sven Osterwalder.

Francesco Gabriele (rechts) macht Platz für seinen Assistenten Sven Osterwalder.

Otto Lüscher

Francesco Gabriele als Nachfolger des entlassenen Raimondo Ponte? Wie kommen die Klubbosse der AC Bellinzona dazu, den nahezu unbekannten Trainer des FC Baden zu verpflichten? Als Wegbereiter gilt Vincent Cavin. Der frühere Bellinzona-Spieler zeichnet momentan als Technischer Direktor vom Team Ticino verantwortlich.

Cavin kennt Gabriele seit vielen Jahren und hält grosse Stücke auf ihn. Als junger, aufstrebender Trainer passt der 35-Jährige zudem exakt ins Profil des Klubs. Nach einer Anfrage von Sportchef Giuseppe Bifulco und Verhandlungen mit Präsident Gabriele Giulini entschloss sich Gabriele, die grosse Herausforderung anzunehmen. «Der Trainerjob bei Bellinzona ist eine Riesenchance für mich. Hier kann ich jede Menge Erfahrungen sammeln.»

Gabriele vor dem Spiel gegen Aarau

Gute oder schlechte Erfahrungen? Nach den bisherigen Trainerstationen Biberist, Wacker Grenchen, Team Aargau U14 bis U18 und Baden steht der Inhaber der Uefa Pro Lizenz vor einer ersten Reifeprüfung. Das Umfeld von Bellinzona gilt als schwierig. Das Ziel ist hoch: Der Aufstieg in die Super League ist Pflicht.

Bleibt die Frage, wie Gabriele mit dem launischen und verletzungsanfälligen Spielmacher Hakan Yakin zurechtkommen wird. «Was soll ich schwarz malen?», sagt der Neue. «Yakin gilt als einer der genialsten Spieler der Schweiz. Das ist doch wunderbar.» Gabriele ist also voller Zuversicht und freut sich auch auf sein erstes Spiel am nächsten Montag gegen den FC Aarau. «Das ist gleich einmal ein richtiger Prüfstein», sagt er. «Mal schauen, ob wir dem Leader Paroli bieten können.»

Ein Glücksfall? Vielleicht!

Vielleicht ist Gabriele für Bellinzona tatsächlich ein Glücksfall. Für Baden ist sein Abgang eine bittere Pille. Dem Nachfolger von Domenico Sinardo ist es in den vergangenen acht Monaten nämlich gelungen, den Verjüngungsprozess konsequent voranzutreiben. So zählen elf Spieler aus dem Team Aargau zum aktuellen Kader der Mannschaft. Und nach einer beispiellosen Aufholjagd Ende der letzten Saison mit elf Siegen in Folge verpasste Baden den Aufstieg in die 1. Liga Promotion nur knapp. Mit sieben Punkten aus drei Spielen ist der Start in die neue Saison ebenfalls geglückt.

Baden-Präsident Siegbert Jäckle bezeichnet den Abgang des Erfolgstrainers als schmerzlich und sagt: «Gabriele hat als Coach und als Mensch viele Qualitäten. Er versteht es, Talente zu fördern und zu begeistern. Dass er ein Angebot eines höherklassigen Klubs bekommt, war eine Frage der Zeit. Mit ihm», fügt Jäckle hinzu, «verlieren der FC Baden und das Team Aargau einen Fachmann.» Anstelle von Gabriele leiten diese Woche Assistent Sven Osterwalder und Stürmer Rainer Bieli die Trainings. Osterwalder wird Baden aller Voraussicht nach auch am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Solothurn coachen. Was Gabrieles Nachfolger betrifft, ist alles in der Schwebe. «Es gibt keine Kandidaten», sagt Jäckle. «Für Spekulationen ist es zu früh.»

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