Playoff-Final
Simon Barbero und das glückliche Ende des Geduldsspiels

EHC-Olten-Verteidiger Simon Barbero gab beim 1:0-Heimsieg im zweiten Playoff-Finalspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers ein geglücktes Comeback nach einer einmonatigen Pause, die ihm durchaus Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Marcel Kuchta
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Es ist genau einen Monat her, als die Informationslage rund um Simon Barbero einigermassen nebulös war. Im ersten Playoff-Spiel des EHC Olten gegen den HC Thurgau stand er noch im Aufgebot. Nach der 2:4-Heimniederlage stand er im nächsten Duell gegen die Ostschweizer nicht mehr in der Mannschaft. Erst hiess es, er sei offiziell überzählig. Danach wurde aber klar, dass sich der Franzose mit Schweizer Lizenz mit Verletzungsproblemen herumschlägt.

Und als er später wieder fit war, fand er in der mittlerweile erfolgreichen Equipe keinen Unterschlupf mehr, weil Oltens Headcoach Chris Bartolone keinen Grund hatte, seine funktionierende Verteidigerpaare zu verändern.

Nach der 0:5-Niederlage beim Auftakt der Finalserie in Rapperswil war es dann aber so weit: Das EHCO-Trainerteam nahm einige Wechsel vor. Und so schlug auch endlich wieder die Stunde für Simon Barbero, der für Cyrill Aeschlimann ins Team rückte und beim 1:0-Sieg im zweiten Finalspiel eine solide Leistung ablieferte.

Simon Barbero, wie geht es ihnen nach ihrem Comeback nach einer einmonatigen Zwangspause?

Die letzten Wochen waren für mich etwas kompliziert, weil ich nicht wirklich oft mit der Mannschaft trainieren konnte. Ich bin oft erst nach dem offiziellen Training auf dem Eis gewesen. Aber ich bin trotzdem mit einem guten Selbstvertrauen in dieses Spiel gegangen. Weil ich wusste, dass mich alle unterstützen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich denke, dass ich einen guten Match abgeliefert habe, wie die ganze Mannschaft.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie spielen werden?

Offiziell nach dem Warm-up am Morgen vor dem Spiel. Aber der Trainer hatte mir schon am Tag zuvor gesagt, dass ich spielen werde. So konnte ich mich mental bereits darauf einstellen.

Haben Sie gut geschlafen, nachdem Sie erfahren haben, dass Sie endlich wieder spielen dürfen?

Es sind mir viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Ich stellte mir gewisse Spielzüge vor, dachte über die vielen Fans und Zuschauer nach, die im Stadion sein würden. Ich konnte mit dem Druck aber gut umgehen und fand schnell zur Ruhe.

Sie durften zwar jetzt ein paar Wochen nicht spielen, konnten aber von Aussen mit beobachten, wie sich diese Mannschaft während der Playoffs verwandelt hat in ein erfolgreiches Ensemble. Wie haben Sie diese Verwandlung erlebt?

Wir hatten vor den Playoffs ja unseren Probleme. Aber die Mannschaft hat in diesen Wochen einen unglaublichen Fighting-Spirit, einen Kampfgeist, entwickelt. Es war toll zu beobachten, wie sich die Spielern füreinander einsetzen. Ein richtiger Team-Effort. Das war grossartig und hat mich stolz gemacht. Jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich selber wieder auf dem Eis ein Teil dieser Mannschaft sein darf.

Am Montag hat der EHCO nun die Chance, in Rapperswil ein Break zu machen. Aber das wird alles andere als einfach sein.

Mit dem Sieg im zweiten Spiel hat sich unsere Ausgangslage sicher verbessert. Wir werden alles daran setzen, am Montag dort zu gewinnen. Der Druck auf die Rapperswiler wird grösser sein.

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