Challenge League
Revanche geglückt - Der FC Aarau gewinnt gegen Xamax souverän und revanchiert sich für die Barrage-Niederlage vor einem Jahr

Die Partie zwischen dem FC Aarau und Neuchâtel Xamax konnte doch stattfinden! Die Neuenburger mussten nicht wie vorerst angenommen in Quarantäne. Das erste Duell seit dem denkwürdigen Barrage-Rückspiel vor einem Jahr konnte der FC Aarau souverän mit 3:1 für sich entscheiden.

Sebastian Wendel
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Zum ersten Mal bestreitet der FC Aarau ein Heimspiel im umgebauten Brügglifeld. Die Gegentribüne erstrahlt mit den neuen Sitzschalen in neuem Glanz.
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Bereits nach zehn Minuten können die Aarauer das erste Mal jubeln.
Torschütze Donat Rrudhani feiert seinen Treffer mit Arijan Qollaku.
Die Aarauer belohnten sich mit dem frühen 1:0 für eine dominante Startphase.
FCA-Offensivspieler Kevin Spadanuda schirmt gegen Bruno Morgado den Ball ab.
Shkelzen Gashi bringt die Gastgeber per Elfmeter mit 2:0 in Führung.
Aaraus Mittelstürmer Filip Stojilkovic in Aktion.
1:0-Torschütze Donat Rrudhani im Zweikampf gegen Adam Ouattara.
FCA-Verteidiger Raoul Giger im Duell mit Eric Tia.
Filip Stojilkovic mit einer Volley-Abnahme.
Die Entscheidung. Gashi trifft nach 76 Minuten zum 3:1 und lässt sich für seinen zweiten Treffer des Abends feiern.
Doppeltorschütze Shkelzen Gashi gegen Adam Ouattara.
Kevin Spadanuda führt den Ball gegen Eric Tia.
Die rund 2000 Fans konnten zufrieden sein mit der gebotenen Leistung des FC Aarau.
Das Team von Stephan Keller ist nun seit vier Spielen ungeschlagen.

Zum ersten Mal bestreitet der FC Aarau ein Heimspiel im umgebauten Brügglifeld. Die Gegentribüne erstrahlt mit den neuen Sitzschalen in neuem Glanz.

Marc Schumacher/Freshfocus

So stürmisch wie sie zuvor den Gegner überrannt haben, so verlegen stehen die Spieler des FC Aarau nach dem Schlusspfiff im Mittelkreis: Gerne würden sie näher an den Spielfeldrand gehen, um sich bei den Zuschauern für den Support zu bedanken – aber ist das erlaubt? Schliesslich wäre jeder kleine Fehltritt Wasser auf die Mühlen derjenigen, die im Vorfeld die Öffnung der Stadiontore im Brügglifeld für mehr als 1000 Zuschauer kritisiert haben.


Es ist ihr Trainer Stephan Keller, der den Spielern die Scheu nimmt. Und so kommt es, bei stets gewahrtem Sicherheitsabstand, zu Szenen, die einerseits an die Normalität vor Corona erinnern. Andererseits wirken sie wie ein Abschied zwischen den entzückten Fans und der Mannschaft. Denn: Nachdem an diesem Samstagabend erstmals seit Februar wieder mehr als 1000 Zuschauer ein FCA-Heimspiel besucht haben, muss man davon ausgehen, dass ab kommender Woche die Schweizer Fussballstadien für die Öffentlichkeit für längere Zeit geschlossen werden.


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Es heisst ja, der letzte Eindruck bleibt: So gesehen hat sich der FC Aarau die bis dato beste Saisonleistung für den idealen Zeitpunkt aufgehoben. Die offiziell 2093 Fans verlassen nach furiosen zwei Stunden das Stadion mit dem Gefühl: Sportlich ist ihre Mannschaft auf Kurs.

Gashi, Rrudhani und Bergsma überragend
Seit vier Spielen ist Aarau ungeschlagen, drei davon wurden gewonnen. Jedes Mal war der Auftritt besser als der zuvor. «Ja, kann man sagen», antwortet Doppeltorschütze Shkelzen Gashi auf die Frage, ob das, was die Mannschaft gegen Xamax gezeigt habe, den eigenen Erwartungen nahe komme.
Das 1:0 fällt in der 10. Minute, die Vorbereitung von Gashi und der Abschluss von Rrudhani sind gleichermassen sehenswert. Das gilt auch für die Entstehung des 2:0: Genialer Pass von Jäckle auf Spadanuda, der erst seinen Gegenspieler übersprintet und von diesem dann im Strafraum gefoult wird. Penalty, Gashi trifft (29.).

Bis zum Pausenpfiff ist es eine Demonstration des Heimteams. Keiner fällt ab, Gashi, Rrudhani und Innenverteidiger Bergsma sind zu erwähnen, weil sie das starke Kollektiv überragen. Einzig in den zehn Minuten nach dem plötzlichen 1:2 durch Gomes (56.) verlieren die Aarauer ihre Stilsicherheit, ehe sie wieder zu Chancen kommen und in der 76. Minute Gashi das beruhigende 3:1 erzielt.

Super-League-Absteiger Xamax muss früh konstatieren, dass an diesem Abend nicht mehr als Schadensbegrenzung angesagt ist. Ihr Trainer Stéphane Henchoz attestiert dem Gegner eine starke Leistung, ehe er sagt: «Erst hiess es, wir spielen nicht, dann vielleicht, dann kam das Okay. Wir waren alle schon zuhause in Quarantäne. Eine professionelle Vorbereitung sieht anders aus.» Hintergrund: Ein Labor in Neuenburg hat am Samstagvormittag fälschlicherweise einen Corona-Fall bei Xamax vermeldet, weshalb die Partie eine Stunde lang abgesagt war.


Zurück zum FCA: Bleibt zu hoffen, dass die bis dato beste Saisonleistung kein Höhepunkt, sondern «nur» ein nächster Schritt im seit der Länderspielpause anhaltenden Steigerungslauf ist. Die nächsten Aufgaben Thun, Kriens und GC werden nicht leichter, scheinen aber im richtigen Moment zu kommen.

Telegramm FC Aarau – Neuchâtel Xamax FCS 3:1 (2:0)

FC Aarau – Neuchâtel Xamax FCS 3:1 (2:0)


Brügglifeld. – 2’093 Zuschauer. – SR: Bieri. – Tore: 10. Rrudhani (Gashi) 1:0. 29. Gashi (Foulpenalty) 2:0. 56. Gomes 2:1. 76. Gashi (Zverotic) 3:1.


Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Qollaku; Spadanuda, Jäckle, Hammerich (53. Zverotic), Rrudhani (72. Aratore); Gashi, Stojilkovic (80. Misic).


Xamax: Walthert; Ouattara (46. Kaiser), Djuric, Gomes, Morgado; Mbock (46. Tia), Mveng (79. Saiz), Basha, Parapar (69. Teixeira); Mafouta, Nuzzolo (26. Dugourd).


Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Balaj, Hajdari, Lujic, Peralta, Thaler (alle verletzt), Verboom und von Arx (beide nicht im Aufgebot). Xamax ohne Rodriguez (gesperrt), Corbaz, Dominguez, Farine, Frick, Kempter und Pasche (alle verletzt). – 26. Nuzzolo verletzt ausgeschieden. 44. Lattenschuss Mafouta. – Verwarnungen: 19. Mafouta, 29. Morgado, 35. Qollaku, 57. Rrudhani, 64. Basha, 70. Mveng (alle Foulspiel).

Das sind die Stimmen zum Spiel:

Das sind die Noten zum Spiel:

Simon Enzler: Note 4.5 Beim 1:2 dreht der Ball zwar weg vom Tor – trotzdem stellt sich die Frage, ob er rauskommen muss. Kurz vor Schluss mit einer Glanztat gegen Mafouta.
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Raoul Giger: Note 4.5 Bis zum 1:2 eine bärenstarke Leistung, danach unkonzentriert und fehlerhaft. In der Schlussphase wieder stabil.
Jérome Thiesson: Note 5 Bis auf drei Fehler im Aufbauspiel eine abgeklärte Leistung, defensiv eine Bank.
Léon Bergsma: Note 5.5 Gewinnt gefühlt jeden Zweikampf – und schaltet sich immer wieder wirkungsvoll in die Offensive ein. Er ist ein grosser Gewinn für den FCA.
Arijan Qollaku: Note 4.5 In der ersten Halbzeit wie die gesamte Mannschaft auf hohem Niveau. Nach dem Seitenwechsel anfällig.
Kevin Spadanuda: Note 5 Holt mit einem Wahnsinnssprint den Penalty raus, der zum 2:0 führt. Gewinnt viele Bälle, spielerisch immer wieder gute Inputs.
Olivier Jäckle: Note 5 Genialer Pass vor dem Penalty auf Spadanuda. Über ihn läuft praktisch jeder Angriff.
Mats Hammerich: Note 5 Deutliche Steigerung im dritten Startelf-Einsatz in Serie. Sicher im Passspiel und traut sich auch nach vorne was zu.
Donat Rrudhani: Note 5.5 Sein 1:0 ist eine Augenweide. Voller Selbstvertrauen, viel Spielfreude. Im Zweikampf mit Luft nach oben.
Shkelzen Gashi: Note 5.5 Herrlicher Pass vor dem 1:0 auf Rrudhani. Spielfreudig und robust. Starke Standards. Beweist Knipser-Qualitäten beim 3:1.
Filip Stojilkovic: Note 5 Zäh, widerborstig, ackert, wirft sich in Zweikämpfe. Zwar ohne Torerfolg, trotzdem ein sehr wichtiger Faktor.
Elsad Zverotic: Note 4.5 Kommt in der 53. Minute für Hammerich. Übernimmt die Captainbinde. Bereitet wie schon in Schaffhausen mit einem Schuss ein Tor vor – dieses Mal das 3:1 durch Gashi.
Marco Aratore: Note - Kommt in der 72. Minute für Rrudhani. Ohne Note.
Petar Misic: Note - Kommt in der 80. Minute für Stojilkovic. Ohne Note.

Simon Enzler: Note 4.5 Beim 1:2 dreht der Ball zwar weg vom Tor – trotzdem stellt sich die Frage, ob er rauskommen muss. Kurz vor Schluss mit einer Glanztat gegen Mafouta.

Sarah Rölli

Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf hier im Liveticker nach: