Radsport
Am GP Rüebliland auf den Spuren von Van der Poel, Hirschi und Co.

Vom Freitag bis Sonntag messen sich die besten Rad-Nachwuchsfahrer der Welt am GP Rüebliland: Mitten drin Lokalmatador Jan Christen.

Marcel Kuchta
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Jan Christen in Belgien in Aktion.

Jan Christen in Belgien in Aktion.

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So ein Gesamtsieg am GP Rüebliland liest sich gut im CV eines jeden Radfahrers. Zum Beispiel bei Mathieu van der Poel, einem der aktuell grössten Stars der Profi-Szene. Oder auch bei Marc Hirschi, dem wohl vielversprechendsten Talent im Schweizer Radsport. Van der Poel gewann 2013 die Gesamtwertung vor dem Weltmeister von 2019, Mads Pedersen. 2015 triumphierte Hirschi als Sieger des GP Rüebliland vor Gino Mäder – auch er gehört zu Garde der jungen Schweizer Spitzenprofis.

Trotz seiner Jugend schon ein Sieganwärter

In die will dereinst auch Jan Christen vordringen. 17 Jahre jung ist der Fahrer aus der Aargauer Velo-Hochburg Gippingen. Und trotz seiner Jugend – er gehört im Peloton des GP Rüeblilands heuer zu den jüngsten Teilnehmern, muss man Christen zum Kreis der Favoriten auf den Gesamtsieg zählen. Das Jungleadertrikot möchte er gerne nach Hause nehmen. Er wird am Freitag in Schneisingen mit dem Anspruch an den Start gehen, ganz vorne mitzufahren. So wie er das immer tut. «Ich will grundsätzlich jedes Rennen gewinnen», unterstreicht Jan Christen.

45. GP Rüebliland: Start in Schneisingen

 Die 45. Ausgabe des bekannten und stets hervorragend besetzten Nachwuchs-Velorennens im Kanton Aargau (und Nachbarschaft) beginnt morgen Freitag in Schneisingen, dem Heimatort von Radprofi Silvan Dillier. Dort absolvieren die 162 Fahrer (27 Teams à 6 Fahrer) aus 18 Nationen anlässlich der 1. Etappe einen 95 Kilometer langen Parcours mit einem Ausflug ins Zürcher Unterland. Am Samstag stehen zwei Etappen rund um Birr auf dem Programm. Am Vormittag geht’s auf einen 84 Kilometer langen Rundkurs Richtung Freiamt. Am Nachmittag müssen die Fahrer ein Einzelzeitfahren über knapp 10 Kilometer bewältigen. Die Entscheidung fällt am Sonntag – ausnahmsweise ausserhalb der Aargauer Kantonsgrenzen. In Langenthal startet und endet die anspruchsvolle Schlussetappe über 120 Kilometer auf einem coupierten Parcours mit über 2000 Metern Höhendifferenz quer durch den Berner Oberaargau. (ku)

Gewonnen hat der KV-Lehrling zuletzt zur Genüge. Er ist amtierender Meister auf der Bahn, im Radquer, im Mountainbike und im Zeitfahren. Den Strassentitel verpasste er nach einem Sturz und einem defekten Hinterrad. Im Sommer sammelte der Gippinger erste Erfahrungen in einem grossen Etappenrennen. Die Tour de Valromey gilt als «Tour de France der Junioren». Dort sicherte sich Christen einen Etappensieg, trug einen Tag das gelbe Leadertrikot und vier Tage das Jungleaderjersey. Eine sehr gute Bilanz in einem sehr stark besetzten Fahrerfeld.

Eine super Vorbereitung auf EM und WM

Auch der GP Rüebliland weist heuer einmal mehr eine starke Besetzung auf. Für Jan Christen wird das Mehretappenrennen in seiner Heimat eine weitere, wichtige Standortbestimmung sein. «Der GP Rüebliland ist ein wichtiges Rennen für mich. Vor allem, weil es quasi vor meiner Haustüre stattfindet», sagt er denn auch. Und doch ist der Wettkampf für ihn auch «eine super Vorbereitung für die Europa- und die Weltmeisterschaft, die in den Wochen nach dem GP Rüebliland stattfinden.» Die internationalen Titelkämpfe sind die Hauptziele des Teenagers, der sich an diesem Rennwochenende in seiner Heimat vor allem auf den «Feinschliff» punkto Formaufbau fokussieren möchte.

«Gewinnen – ja, aber», liesse sich die Zielsetzung Christens am GP Rüebliland, wo er im «Team Schweiz» fährt, deshalb am besten umschreiben. Für ihn geht es letztlich auch darum, zu lernen, wie er mit der Rolle des Lokalmatadoren, den alle beobachten, umgehen kann. «Ich bin kein unbeschriebenes Blatt mehr. Jetzt kennen mich auch auf internationalem Niveau alle. Aber letztlich ist das ja auch etwas Schönes», sagt er lachend und fügt an: «Ich bin einfach der Typ, der jedes Rennen gewinnen will. Ich mache mir selber am meisten Druck.» Und ja: So ein Gesamtsieg am GP Rüebliland liest sich eben gut im CV eines zukünftigen Champions.

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