Faustball
Oberentfelder Quintett an der Faustball-WM im Einsatz

Vom 25. – 30. Oktober findet in Brasilien die Faustball WM der Frauen statt. Die Schweizerinnen nehmen nach dem undankbaren vierten Platz bei der letzten Austragung eine Medaille ins Visier.

Fabio Baranzini
Merken
Drucken
Teilen
Andrea Gerber in Angriff (Sabrina Siegenthaler im Hintergrund)

Andrea Gerber in Angriff (Sabrina Siegenthaler im Hintergrund)

Fabio Baranzini

Zehn Spielerinnen umfasst das Kader der Schweizer Faustball Frauen Nationalmannschaft, die am Freitag nach Brasilien fliegt, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Beinahe die Hälfte dieser Spielerinnen – nämlich deren vier – spielen für den STV Oberentfelden-Amsteg. Es sind dies Sabrina Siegenthaler, die die Mannschaft als Captain anführen wird, die beiden Angreiferinnen Andrea Gerber und Jaqueline Fedier, sowie Jaquelines ältere Schwester Fabienne. Als fünftes Teammitglied aus den Reihen des STV Oberentfelden-Amsteg wird Benjamin Marti-Suter nach Brasilien reisen. Der Trainer des NLA-Frauenteams übernimmt in Südamerika die Rolle des Assistenztrainers. Und beinahe hätte noch eine weitere Oberentfelderin mitreisen dürfen. Leider schaffte Geraldine Vogel die letzte Selektionshürde nicht und ist daher lediglich Pikett-Spielerin.

Medaille ist kein Selbstläufer

Für den STV Oberentfelden ist es aber auch so eine einmalige Sache, gleich vier eigene Spielerinnen und einen Trainer im WM-Kader zu wissen. „Das ist grossartig. Ich glaube, das hat es in der Vereinsgeschichte noch nie gegeben“, freut sich Sabrina Siegenthaler. Die vier Spielerinnen haben sich in den letzten Wochen mit drei Trainingsweekends und einem individuellen Trainingsprogramm intensiv auf die WM in Brasilien vorbereitet. Denn dort haben die Schweizerinnen Grosses vor. „Wir wollen eine Medaille gewinnen. Das ist durchaus ein realistisches Ziel“, so Sabrina Siegenthaler, für die es die erste WM-Medaille wäre.

Ein Selbstläufer wird der Medaillengewinn aber auf keinen Fall. Vor allem, weil die Bedingungen in Brasilien nicht ganz einfach sein werden. „Wir müssen einen halbe Odysee zurücklegen, bis wir überhaupt dort sind, und auch das Klima ist deutlich wärmer als bei uns derzeit“, sagt Andrea Gerber. „Kommt hinzu, dass die Brasilianer dafür bekannt sind, dass sie sehr heissblütig sind. Es wird also auf dem Spielfeld und im Stadion einiges mehr los sein, als wir uns das gewohnt sind.“

Grosse Erfahrung

Unter diesen erschwerten Bedingungen kommt der Erfahrung der Spielerinnen eine noch entscheidendere Rolle zu. Und über Erfahrung verfügen alle vier WM-Athletinnen des STV Oberentfelden-Amsteg. Sie spielen alle seit vielen Jahren auf höchstem, nationalem Niveau und haben auch im Kreis der Nationalmannschaft und bei internationalen Vereinsturnieren zahlreiche Einsätze absolviert.

Zum Auftakt treffen die Schweizerinnen auf Aussenseiter Indien. Doch bereits im zweiten Gruppenspiel wartet mit Chile ein schwieriger Gegner. „Wenn wir gegen Chile gewinnen, können wir um die Medaillen mitspielen“, blick Gerber voraus. Zum Abschluss der Vorrunde kommt es dann zum Kräftemessen mit den grossen WM-Favoriten aus Deutschland.