NLB-Handball
Neuer Angriff auf den Aufstieg: «Städtli» will wieder ein Spitzenteam werden

Nach einer Saison «zum Vergessen» herrscht beim STV Baden ein neuer Geist. Trainer Björn Navarin ist zuversichtlich – und freut sich dabei besonders auf einen neuen Spieler.

Frederic Härri
Drucken
Trainer Björn Navarin hat viel vor in der neuen Saison. Mit seiner Mannschaft will er wieder um den Aufstieg in die NLA spielen.

Trainer Björn Navarin hat viel vor in der neuen Saison. Mit seiner Mannschaft will er wieder um den Aufstieg in die NLA spielen.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Vielleicht würde der STV Baden heute in der Nationalliga A spielen, wenn es die Coronapandemie nie gegeben hätte. Natürlich ist das eine gewagte These, völlig aus der Luft gegriffen ist sie aber nicht. Als NLB-Saison von 2019/2020 im März vor einem Jahr abgebrochen wurde, lagen die Badener in der Meisterschaft auf dem zweiten Platz und waren auf bestem Wege in die Aufstiegsbarrage. Doch dazu sollte es bekanntlich nie kommen.

Bei den Spielern hat der Abbruch Spuren hinterlassen, wie Trainer Björn Navarin nun eingesteht. «Dass man nach 19 Spielen einfach gesagt hat, dass die Saison nicht gewertet wird, war für die Mannschaft schwierig zu akzeptieren», sagt Navarin.

Man kann es nun auf den abgefallenen Druck nach starken Leistungen schieben, das pandemiebedingte Hin und Her oder die vom Trainer angesprochenen Unstimmigkeiten im Team, dass darauf eine Saison folgte, die weit unter den eigenen Ansprüchen lag. Nach Wiederaufnahme der Saison in diesem Frühjahr lag die Mannschaft nur auf Rang neun und verpasste die Aufstiegsrunde klar. In den restlichen Partien lief es zwar besser, letztlich aber blieb das ein Muster ohne Wert. Navarin will eigentlich gar nicht mehr viele Gedanken an ein Jahr verschwenden, für das er nicht viel übrig hat: «Sagen wir es so: Die letzten beiden Saisons waren einfach zum Vergessen.»

Vielversprechende Neuzuzüge

Nun hofft der Trainer, dass «Städtli» in der kommenden Saison gewissermassen wieder zu sich selbst findet und zurückkehrt zu seiner Essenz, die im Wesentlichen daraus besteht, ein Spitzenteam in der Nationalliga B zu sein. Optimistisch stimmen ihn die Neuzuzüge. Mit Kai Klampt von GC Amicitia bereichert ein talentierter Aufbauspieler die Offensive, vielversprechend könnte auch die Verpflichtung von Janik Küttel sein, der wie sein grosser Bruder Dimitrij als Linkshänder im rechten Rückraum daheim ist.

Schlüsseltransfer dürfte indes jener von Amer Zildzic sein. Der 32-jährige Spielmacher wechselt vom TV Solothurn zu den Badenern und soll verlängerter Arm des Trainers, also von Navarin, sein. «Amer ist ein absoluter Führungsspieler, der uns in den letzten Jahren gefehlt hat. Der wird uns richtig gut tun.»

Auf Amer Zildzic (hier noch im gelben Trikot von Altdorf) hält Baden-Trainer Björn Navarin grosse Stücke.

Auf Amer Zildzic (hier noch im gelben Trikot von Altdorf) hält Baden-Trainer Björn Navarin grosse Stücke.

Urs Hanhart

Es scheint, als habe Navarin da einen Kern an Spielern beisammen, der, wie er sagt, «wirklich etwas erreichen will». Dass Navarin dies so betont, heisst auch, dass das nicht immer so war. Dass sich Prioritäten verschoben haben und Handball für viele immer mehr in den Hintergrund rückte. Navarin macht denjenigen Spielern keinen Vorwurf, für die der Zeitaufwand auf Dauer zu viel wurde. Woche für Woche sechs bis sieben Mal zu trainieren ist nicht für jedermann, doch ist es wohl eine Notwendigkeit, wenn man nach oben will.

Und genau dorthin möchte der Verein, der ein Abschneiden unter den ersten Zwei als Ziel ausgegeben hat. Um sich am Ende das zu sichern, was im letzten Jahr verwehrt blieb: der Aufstieg.

Hinweis: Infolge einer Coronavirus-Erkrankung im Team und fünf weiteren Spielern in Quarantäne kann der STV Baden nicht planmässig an diesem Samstag gegen Fortitudo Gossau in die Saison starten. Das Heimspiel ist auf den 22. September (20.15 Uhr) verschoben worden. Ob Städtli am 11. September in Kreuzlingen antreten kann, ist noch unklar.

Aktuelle Nachrichten