Handball
«Müssen der Wahrheit ins Auge blicken»

Drei Spiele, null Punkte, eine Tordifferenz von minus 46, letzter Platz in der Nationalliga A: Urs Mühlethaler über die schwierige Saison des HSC Suhr Aarau.

Michael Wehrle
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Drei Spiele, null Punkte, eine Tordifferenz von minus 46, letzter Platz in der Nationalliga A. Die Handballer des HSC Suhr Aarau legten einen miserablen Saisonstart hin, schlechter gehts eigentlich nicht mehr.

Und nun folgt heute um 20 Uhr in der Schachenhalle das Heimspiel gegen die Lakers aus Stäfa. «Das ist ein Gegner, der in unserem Bereich liegt», sagt Coach Urs Mühlethaler. Allerdings will er von einem Schicksalsspiel nichts wissen. «Das geht mir dann zu diesem frühen Zeitpunkt doch zu weit», sagt er. Doch klar ist auch, wenn der HSC erneut verliert, dann steckt er bereits mitten im Abstiegssumpf.

Dass der HSC gegen den Abstieg kämpft, ist für Mühlethaler allerdings auch klar. «Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen, das wird ein heisses Rennen», betont er. Zwischen Platz vier und Platz zwölf sei alles möglich. Zumal keine Mannschaft so schwach sei, dass der HSC in dieser Saison zu billigen Punkten komme.

Alle Beteiligten in der Pflicht

«Nur wenn alle einen super Job machen, alle an einem Strick ziehen, dann haben wir eine Chance», sagt Mühlethaler und nimmt Spieler, Trainer, Betreuer und Vorstand in die Pflicht.

Der Vorstand müsse versuchen, Geld aufzutreiben, um noch einen Routinier zu verpflichten, und die Juniorentrainer müssten helfen, dass ein geregeltes Training mit zwölf Mann möglich sei, legt er seine Vorstellungen auf den Tisch. «Wir haben ein junges und kleines Kader», sagt er. Überrascht sei er deshalb nicht, dass der HSC noch bei null Punkten stehe, sondern nur von der Art und Weise, wie diese Niederlagen zustande gekommen seien. «Wir sind zu brav, zu lieb, zu nett, zu Schweizer», erklärt er. Dazu kämen wegen der mangelnden Routine viele individuelle Fehler, die der Gegner zu einfachen Toren nutze.

Zwei gute Halbzeiten habe das Team bisher gezeigt. Darauf müsse es nun aufbauen. «Aber zwei von sechs Halbzeiten, 33 Prozent, das ist zu wenig», sagt der Coach. Er hoffe nun, dass die Mannschaft an die Leistung der zweiten Halbzeit von Schaffhausen anknüpfe. 17:16 endete diese schlussendlich für den Favoriten.

Dabei hofft Mühlethaler, dass Goalie Tobias Wipf noch einmal so stark spielt, dass Mark Schelbert und Thomas Stalder ihre Form zumindest halten, dass der zuletzt kranke Spielertrainer Björn Navarin wieder fit ist und Captain Manuel Reichlin seine Verletzung auskuriert hat. Es muss schon alles stimmen beim HSC, will er die solide Truppe aus Stäfa heute schlagen.