Argovia Stars

«Mein Muskel war zu 90% durchgeschnitten»: Stars-Topscorer Wittwer über seine Vertragsverlängerung

Pascal Wittwer bleibt den Argovia Stars eine weitere Saison erhalten.

Pascal Wittwer bleibt den Argovia Stars eine weitere Saison erhalten.

Erleichterung bei den Argovia Stars: Pascal Wittwer verlängert um eine weitere Saison! Der 34-jährige Leistungsträger ist immer noch hungrig und möchte nach dem bitteren Saisonende in der Regio League nochmals angreifen. Selbstverständlich ist das nicht, zwischenzeitlich schien das Karrierenende sogar schon fast besiegelt.

Plötzlich wird es still in der Aarauer Keba im vergangenen Februar beim Playoff-Spiel zwischen den Argovia Stars und dem EHC Wetzikon: Nach einem Bandencheck bleibt Pascal Wittwer auf dem Eis liegen. Ein Wetziker stösst sich versehentlich mit dem Schlittschuh auf dem Bein des Stars-Spielers ab und erwischt den Topskorer genau am Oberschenkel zwischen Knieschoner und Schutzhose.

Die Folge: eine klaffene, tiefe Wunde. Wittwer wird vom Eis geführt. Ob er jemals weiterspielen kann, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss. «Am Anfang dachte ich, das könnte es gewesen sein. Mein Oberschenkelmuskel war zu 90% durchgeschnitten», erinnert sich der 34-jährige Routinier. 

Wittwer zog sich im ersten Playoff-Heimspiel gegen den EHC Wetzikon eine tiefe Schnittwunde zu.

Wittwer zog sich im ersten Playoff-Heimspiel gegen den EHC Wetzikon eine tiefe Schnittwunde zu.

«Habe gemerkt, dass hier etwas entsteht»

Doch es kommt zum Glück anders: Der Leistungsträger der Stars erholt sich schneller als zuerst befürchtet. Schon anfangs April sieht es wieder gut aus. Bald spielt er mit dem Gedanken, noch eine Saison zu verlängern.

Nicht zuletzt dürfte dabei auch die heimische Kulisse beim zweiten Playoff-Spiel ein Grund gewesen sein, der seinen Entscheid beeinflusst hat: «400 Zuschauer, sowas habe ich schon lange nicht mehr erlebt in Aarau», betont Wittwer, der bereits seit 2014 bei den Argovia Stars spielt. 

Rund 400 Zuschauer besuchten in der Keba die Playoff-Partie gegen Wetzikon.

Rund 400 Zuschauer besuchten in der Keba die Playoff-Partie gegen Wetzikon.

Dass Wittwer in der Serie gegen den EHC Wetzikon nicht mehr weiterspielen konnte, habe ihn genervt. «Das Momentum war auf unserer Seite. Wer weiss, was passiert wäre, hätten wir auch das zweite Spiele gewonnen, dann wären unsere Gegner nervös geworden.»

Die Sensation blieb bekanntermassen aus. Wetzikon tankte sich darauf bis in den Final durch und war dort gegen den EHC Frauenfeld mit einer 2:1-Führung dem Titel in der Ost-Gruppe der Regio League zum Greifen nah, ehe das Coronavirus die Serie beendete. 

Dass die Stars den späteren Finalisten zwei Partien auf Augenhöhe begegnen konnten, zeigt Wittwer, dass mit diesem Team in Zukunft noch vieles möglich ist. «Unter dem neuen Coach haben viele junge Spieler einen Schritt nach vorne gemacht. Wir sind als Team zusammengewachsen und ich habe gemerkt, dass hier etwas entsteht», sagt der Flügelspieler.

«Ich bin noch hungrig»

Für den Hockeyspieler aus Vogelsang ist deshalb inzwischen klar, dass es eine solche Spielzeit zu bestätigen gilt. Will heissen: Wittwer möchte mit den Stars noch einmal in die Playoffs kommen.

Schliesslich kam der ehemalige NLB-Spieler (EHC Basel, HC Ajoie) einst gar mit dem Traum nach Aarau, um einen Titel zu gewinnen. Doch mit solchen Zielen hält er sich seit der Umstrukturierung der Liga vor zwei Jahren zurück. Die Gruppe sei inzwischen Stärker geworden, erklärt Wittwer. 

Wittwer spielte zwischen 2009 und 2014 für den EHC Basel in der NLB.

Wittwer spielte zwischen 2009 und 2014 für den EHC Basel in der NLB.

Eine Kampfansage gibts dennoch vom ehemaligen EHC Wettingen-Baden-Junior: «Ich bin definitiv noch hungrig. Ich bin nicht der Typ Spieler, der seine Karriere bei einem Plausch-Team ausklingen lässt. Ich spiele gerne ambitioniert und wenn das nicht mehr so ist, höre ich wahrscheinlich auf.»

Einer der letzten Stars-Routiniers 

Diese Worte wird man wohl gerne bei den Stars hören. Wie wichtig ein fitter Wittwer für das Team von Coach Roger Gerber ist, zeigt seine Ausbeute: In 151 Partien sammelte Wittwer beeindruckende 259 Punkte, sprich der Flügel verbucht 1,7 Zähler pro Partie. In der Spielzeit 17/18 legte er gar mit 69 Punkten in 30 Partien eine rekordverdächtige Saison hin. 

Gewichtige Abgänge: Gleich drei Routiniers haben die Stars nach der Saison verlassen.

Gewichtige Abgänge: Gleich drei Routiniers haben die Stars nach der Saison verlassen.

Doch nicht nur als abgebrühter Scorer ist er eine Lebensversicherung für die Argovia Stars, nach den Abgängen von Thomas Wälti, Daniel Eichenberger und Marc Gisin gehört Wittwer zu den letzten Routiniers im sonst sehr jungen Team. «Das Wort in der Garderobe hatten bisher immer Wälti und Gisin. Gut möglich, dass ich nun öfters ihren Job übernehmen muss. Ich war zwar noch nie der Leitwolf, aber falls das notwendig ist, werde ich das künftig tun.» 

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