Matchbericht
Souveräner Heimsieg gegen Chiasso: Aarau holt wichtige Punkte im Kampf um die Barrage

Der FC Aarau gewinnt im Bügglifeld gegen Tabellenschlusslicht FC Chiasso hochverdient mit 3:1. Donat Rrudhani sorgt dabei mit seinem Doppelpack für die Entscheidung. Dank dem Sieg beträgt der Rückstand auf den Barrage-Platz nur noch drei Punkte.

Sebastian Wendel
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Matchwinner Donat Rrudhani jubelt nach seinem Tor zum 3:0.
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Abwehrchef Leon Bergsma lässt sich nach seinem Kopfballtor feiern.
Doppeltorschütze Donat Rrudhani darf sich als Matchwinner betiteln lassen.
Die beiden Torschützen feiern gemeinsam.
Der FC Aarau feiert gegen Chiasso einen souveränen 3:1-Heimsieg.
Sieht man auch nicht alle Tage: Innenverteidiger Leon Bergsma wird zum Goalgetter.
Dieser Anblick macht Sorgen: Shkelzen Gashi kommt zur zweiten Halbzeit ins Spiel und muss sich nach sechs Minuten bereits wieder auswechseln lassen.
Wirbelwind Kevin Spadanuda bringt ab dem zweiten Durchgang Tempo ins Spiel.
Marco Aratore beschäftigt die Tessiner Abwehr.
Auch im zweiten Durchgang drückt der FC Aarau die Gäste in die eigene Platzhälfte.
Aarau ist von Anfang an spielbestimmend.
Zur Halbzeit führen die Aarauer dank einem Blitztor von Donat Rrudhani.
Donat Rrudhani bringt den FC Aarau bereits in der zweiten Minute in Führung.
Der FC Aarau müsste nach 45 Minuten deutlich höher führen.
Bastien Conus im Einsatz gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Filip Stojilkovic versucht für Torgefahr zu sorgen.
Ein spezielles Spiel für Mickael Almeida, der in der Hinrunde noch bei Chiasso spielte.
Donat Rrudhani darf sich mal wieder in der Startformation beweisen.
Filip Stojilkovic mit Vorwärtsdrang.
Raoul Giger enteilit seinem Gegenspieler.
Filip Stojilkovic bleibt im ersten Durchgang ohne Treffer.
Donat Rrudhani setzt sich im Kopfballduell durch – Aarau zeigt einen dominten Auftritt während er ersten 45 Minuten.
Bastien Conus lässt sich nicht stoppen.
Chiasso kann in der ersten Halbzeit kaum Chancen verbuchen.

Matchwinner Donat Rrudhani jubelt nach seinem Tor zum 3:0.

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52 Tore hat der FC Aarau nach 29 Spieltagen erzielt. Macht im Schnitt 1,8 Treffer pro Partie, der beste Wert aller zehn Challenge-League-Teams. Grund genug, die Aarauer Offensive zu loben? Ja, aber: Hätte die Mannschaft von Trainer Stephan Keller bis dato nur schon die Hälfte ihrer Grosschancen verwertet, würde sie mittlerweile bei über 70 erzielten Toren angelangt sein.

Aarauer Luxusprobleme

Das Manko, wenn man so will, wird beim Heimsieg gegen Chiasso mehr als deutlich: 3:1, ein eigentlich standesgemässes Ergebnis gegen das Tabellenschlusslicht, an dem es auf den ersten Blick nichts zu mäkeln gibt. Doch über die 13 (!) liegengelassenen, hochkarätigen Möglichkeiten kann trotz drei Toren nicht hinweggesehen werden.

Der FC Aarau erspielt sich gegen Chiasso zahlreiche hochkarätige Chancen.

Der FC Aarau erspielt sich gegen Chiasso zahlreiche hochkarätige Chancen.

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Was, wenn die Tessiner beim Stand von 1:0 ihre durchaus ­gefährlichen Angriffe konsequenter ausgespielt hätten? Was, wenn in den hektischen 15 Minuten nach der Halbzeitpause das 1:1 fällt?

Man kann es auch so sehen: Wenn nach einem 3:1 im Gespräch mit dem Trainer das Hauptthema das viel zu knappe Resultat ist, hat der FC Aarau abgesehen davon sehr vieles richtig gemacht. Sprich: Luxusproblem.

Keller sprach von einer der überzeugendsten Dar­bietungen in dieser Saison und nahm punkto Chancenver­wertung seine Mannschaft auch in Schutz: «Vielleicht sind die Spieler überrascht, zu wie vielen Chancen wir mit unserem Stil kommen.»

Überragender Doppel­torschütze Rrudhani

Keller wählte gegen Chiasso die gleiche Startelf wie beim 1:0 vor Wochenfrist in Neuenburg. Eine weise Entscheidung – bereits nach 88 Sekunden geht das Heimteam in Front: Aratore lässt am Flügel den Ex-Aarauer Affolter stehen, wartet dann mit dem Zuspiel geschickt ab, ehe im Rücken der Tessiner Abwehr Rrudhani heranschleicht – Pass, Schuss, Tor, 1:0.

Rrudhani bringt den FC Aarau schon früh in Führung.

Rrudhani bringt den FC Aarau schon früh in Führung.

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In der Folge rollt eine Angriffswelle nach der anderen auf die Gäste zu, die sich bei ihrem Goalie, der Torum­randung und bei den Aarauer Abschlusssündern bedanken müssen, dass sie bis Mitte der zweiten Halbzeit auf einen Punktgewinn hoffen dürfen.

Nach den vielen vergebenen Chancen aus dem Spiel heraus führt ein Eckball zum erlösenden und vorentscheidenden 2:0 in der 64. Minute: Wieder hat ­Aratore mit einer Flanke auf den hinteren Pfosten die richtige Idee, dort setzt sich Bergsma gegen zwei Tessiner im Luftkampf durch und erzielt sein viertes Saisontor. Weitere drei Minuten später sieht der ein­gewechselte Balaj Rrudhani, den an diesem Abend besten Aarauer, und dieser schiebt zum 3:0 ein.

Leon Bergsma jubelt über sein viertes Saisontor.

Leon Bergsma jubelt über sein viertes Saisontor.

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Das Tor zum Schlussresultat erzielt in der 72. Minute Sofian Bahloul aus 25 Metern – der schönste Treffer des Abends, was ein schwacher Trost für die Tessiner sein dürfte, die auf dem Abstiegsplatz kleben bleiben.

Sturmroutinier Gashi droht länger auszufallen

Als wäre der dritte Liga-Sieg nicht Grund genug zur Freude, wird die Laune bei den Aarauern eine Stunde nach Schlusspfiff noch besser durch die Kunde aus Thun: Dort endete die Partie gegen Xamax 0:0, womit der FCA den Rückstand auf den Barrage-Platz sieben Spieltage vor Schluss von fünf auf drei Punkte verringert hat.

Heisst: Aarau kann die Qualifikation für die Aufstiegsspiele wieder aus eigener Kraft schaffen: Das vielleicht entscheidende Direktduell gegen die Berner Oberländer findet in der zweitletzten Runde statt.

Gashi muss sich nach wenigen Minuten Einsatz wieder auswechseln lassen.

Gashi muss sich nach wenigen Minuten Einsatz wieder auswechseln lassen.

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Bleibt zu hoffen, dass die ­Aarauer spätestens dann wieder auf Shkelzen Gashi zurück­greifen können: Der Sturm­routinier, der sich in den ver­gangenen Wochen nach langer Krankheit seiner Bestform annäherte, musste gegen Chiasso fünf Minuten nach ­seiner Einwechslung das Feld wieder verlassen. «Wohl eine Zerrung in der Wade», lässt Gashi nach Spielende verlauten.

Das sind die Stimmen zur Partie:

Das Telegramm

FC Aarau - FC Chiasso 3:1 (1:0)

Brügglifeld. - 5 Zuschauer. - SR: Kanagasingam. - Tore: 2. Rrudhani (Aratore) 1:0. 64. Bergsma (Aratore) 2:0. 66. Rrudhani (Balaj) 3:0. 72. Bahloul 3:1.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Aratore (64. Balaj), Hammerich, Jäckle, Rrudhani (87. Zverotic); Almeida (87. Schneider), Stojilkovic (46. Gashi, 51. Spadanuda).
Chiasso: Safarikas; Dixon (55. Morganella, 67. Magnin), Hajrizi, Affolter; Antoniazzi, Silva, Maccoppi, Malinowski (46. Hadzi); Bahloul, Bnou Marzouk, Strechie.
Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli, Caserta, Hajdari und Hasani (alle nicht im Aufgebot). Chiasso ohne Pavlovic (verletzt), Abazi, Amendola, Clément, Cortesi, Delli Carri, D'Ippolito, Fernando, Keller, Lujic, Malula, Martorana, Maurin, Ronchetti, Sörensen, Stabile, Stevic, Tonelli, Zahaj und Zunic (alle nicht im Aufgebot). - 14. Pfostenschuss Stojilkovic. 17. Pfostenschuss Malinowski. 51. Gashi verletzt ausgeschieden. 55. Dixion verletzt ausgeschieden. 67. Morganella verletzt ausgeschieden. 89. Lattenschuss Spadanuda. - Verwarnungen: 38. Antoniazzi, 86. Silva, 94. Magnin (alle Foulspiel).

Die Partie im Ticker zum Nachlesen: