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Letten-Bomber Gauracs kam, sah und traf

Torschütze Edgars Gauracs (links) setzt sich gegen Birama Ndoye durch.

Torschütze Edgars Gauracs (links) setzt sich gegen Birama Ndoye durch.

Der neue lettische Stürmer schiesst den FC Aarau gegen den FC Sion zum 1:0-Sieg. Dank Edgars Gauracs scheint der FC Aarau auch seine fast schon traditionellen Sorgen in der Offensive vorerst vergessen zu können.

Einen besseren Einstand hätte sich Edgars Gauracs beim FC Aarau nicht erträumen können: Es läuft die 84. Minute, als der Neuzugang das Brügglifeld ein erstes Mal zum Kochen bringt. Der lettische Stürmer präpariert sich den Ball rund 20 Meter vom Tor entfernt und schiesst ihn tief ins weite Eck. Sofort dreht der 26-Jährige ab, und sprintet in Jubelpose über das halbe Feld und springt seinem Trainer Sven Christ in die Arme. Dieser hatte ihn in der 68. Minute für den nicht gross in Erscheinung getretenen Dante Senger eingewechselt.

Damit hat Gauracs ligaübergreifend in seinem neunten Einsatz in der laufenden Saison zum neunten Mal in Serie getroffen. Entsprechend zufrieden war der Lette mit seinem Debüt: «Hier mit einem Tor zu starten ist natürlich ideal», sagte er nach dem Schlusspfiff in italienischer Sprache – Englisch oder Deutsch spricht er (noch) nicht. Dass Gauracs Tore schiessen kann, daran hatte aufgrund seiner bisherigen Laufbahn niemand gezweifelt. Dass er allerdings bereits in seinem ersten Einsatz erfolgreich sein würde, war nicht direkt abzusehen. Nicht einmal für ihn selbst: «Ich bin jetzt gerade einmal eine Woche in Aarau. Ich brauche sicher noch Zeit, um in meiner neuen Umgebung anzukommen.»

Nur Lob vom Captain

FCA-Captain Sandro Burki hat nur Lob für den neuen Stürmer übrig: «Das ist natürlich ein sensationeller Einstieg für Edgars bei uns», sagt er. «Er hat in der Offensive ein Selbstverständnis, das mich beeindruckt.» Und damit sich Gauracs in seiner neuen Wahlheimat möglichst schnell wohl fühlt, erhält er auch Unterstützung von seinen Teamkollegen, wie er selber sagt. «Wir haben hier eine super Truppe. Ich wurde sehr gut aufgenommen», sagt Gauracs. Dass mit dem derzeit wegen eines Nasenbeinbruches nicht einsatzfähigen Nauris Bulvitis bereits ein Nationalmannschaftskollege von Gauracs beim FC Aarau spielt, dürfte seine Integration vereinfachen. «Dank ihm und Andris Vanins (dem Torhüter des FC Sion, d. Red.) habe ich bereits gewusst, was mich in der Schweiz erwartet.»

Auf dem Spielfeld machte Gauracs während seines 25-minütigen Einsatzes eine gute Figur. Immer wieder suchten ihn seine Mitspieler mit weiten Pässen – und zeigten damit auch das Vertrauen, das sie bereits in den neuen Mann setzen. So war es schliesslich nicht verwunderlich, dass ausgerechnet der Debütant mit seinem Tor zur grossen Figur dieses späten Aarauer Sieges wurde.

Das nötige Glück beim FCA

«Nun hatten wir das nötige Glück auf unserer Seite», lautete Burkis Fazit zum 1:0-Sieg gegen den FC Sion. Nach zwei Spielen hat sein Team nun drei Punkte auf dem Konto. «Das ist ein guter Start in die Saison und auch moralisch sehr wichtig», unterstrich er die Bedeutung des späten Siegestores. «Nun wurden wir nach zwei guten Leistungen gegen Basel und Sion belohnt.» Auch das sehr junge Duo in der Innenverteidigung, das ein tadel- und fehlerloses Spiel zeigte, lobte der Captain: «Die Beiden haben einen starken Job gemacht und damit die Basis für diesen Sieg gelegt.» Vor allem der erst 20-jährige Marco Thaler, der den verletzten Bulvitis an der Seite von Jäckle ersetzte, hat Burki bei seinem Debüt in der Startformation beeindruckt. «Wir haben versucht, ihn so gut wie möglich zu unterstützen. Das war eine unglaubliche Leistung von Marco.»

Und dank Gauracs scheint der FC Aarau auch seine fast schon traditionellen Sorgen in der Offensive vorerst vergessen zu können. Gauracs zumindest hat seinen Status als «Letten-Bomber» bereits bei seinem ersten Einsatz erbracht. Damit er künftig seine Tore im Nachgang auch mit seinen nicht italienischsprachigen Teamkollegen diskutieren kann, bleibt ihm nun noch das Lernen der deutschen Sprache. Aber auch das wird er noch schaffen.

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