FC Aarau
Keine Schonfrist für den neuen Sportchef Raimondo Ponte

Der Verwaltungsrat des FC Aarau hat Raimondo Ponte zum neuen Sportchef gemacht. Obwohl das nun schon sein dritter Job seit einigen Monaten beim FC Aarau ist, kann er nun erstmals Akzente setzen. Und er ist gefordert. Der Kommentar.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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«Wir brauchen einen erfahrenen Sportchef»: Roger Geissberger, Vize-Präsident des FC Aarau, über den neuen Sportchef Raimondo Ponte.

«Wir brauchen einen erfahrenen Sportchef»: Roger Geissberger, Vize-Präsident des FC Aarau, über den neuen Sportchef Raimondo Ponte.

AZ

Vor rund fünf Monaten ist Raimondo Ponte zum FC Aarau gekommen. Seit Montag nimmt er bereits den dritten Job beim FCA in Angriff. Erst war er Trainer, dann Chefscout, nun ist er Sportchef.

Und immer hinkte er hinterher. Als Trainer, weil sich die Mannschaft schon Wochen vor Pontes Engagement im Sinkflug befand. Als Chefscout, weil er erst ernannt wurde, als die Transferaktivitäten abgeschlossen waren.

Ponte hat in seinem dritten Job beim FC Aarau nun erstmals die Möglichkeit, Akzente zu setzen. Doch er geniesst keine Schonfrist. Einerseits bleibt ihm nur bis Ende September Zeit, eine Lösung für das Stürmerproblem zu finden. Andererseits hat der FC Aarau mit Livio Bordoli einen Trainer, der bislang nicht überzeugte.

Entweder schafft es Ponte, Bordoli auf Kurs zu bringen. Oder er muss schon bald einen Nachfolger für den Tessiner präsentieren.

Pontes Beförderung zum Nachfolger von Urs Bachmann ist logisch. Schliesslich hat man von jenem Tag, Anfang Juli, an, als Ponte in den Sportausschuss gewählt worden ist, das Schicksal von Bachmann besiegelt. Kalkül steckte bestimmt nicht dahinter.

Gleichwohl war klar, dass Bachmanns Ego wegen des Kompetenzverlusts leiden würde. Schliesslich war Bachmann nur noch Bürogeneral, während Ponte an der Mannschaft basteln durfte. Langfristig hat der 60-Jährige als Sportchef nur eine Chance, wenn er sich aus dem Trainermantel schälen kann.

Wenn er das kurzfristige Handeln des Trainers gegen das strategische Denken des Sportchefs tauscht. Und: Wenn er seine Defizite punkto Transferrecht und anderen rechtlichen und administrativen Aufgaben beheben kann.