NLA-Handball
Kein Lohn für beherzten Auftritt: Der TV Endingen verliert bei St. Otmar St. Gallen mit 28:35

Im Nachholspiel der Nationalliga A traf der TV Endingen am Sonntag auswärts auf den TSV St. Otmar St. Gallen. Trotz einer guten Leistung in der ersten Halbzeit müssen sich die Endinger letztlich mit 28:35 geschlagen geben.

Frederic Härri
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Joel Huesmann fand gegen die St. Galler selten ein Durchkommen.
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Endingens Goalie Vit Schams konnte sich gegen St. Otmar keine einzige Parade gutschreiben lassen.
Endingens Milomir Radovanovic (l.) kommt zu spät.
St. Gallens Topskorer Andrija Pendic beim Abschluss.
Endingens Kreisläufer Simon Huwyler war sechs Mal erfolgreich und wurde als bester Spieler der Gäste ausgezeichnet.

Joel Huesmann fand gegen die St. Galler selten ein Durchkommen.

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Man kann den Endingern nicht vorwerfen, dass sie sich nicht immer wieder gegen Widrigkeiten zur Wehr setzen müssen. In praktisch jedes Spiel gehen sie als Aussenseiter, mal wird ihnen wegen einer Quarantäne verboten, zu trainieren und mal – wie vergangene Woche – verwehrt man ihnen den Auftritt im Cup, weil Gegner Stäfa als B-Ligist bis Ende Jahr nicht weitermacht. Gestern durfte der TV Endingen wieder spielen. Einfacher wurde es nicht, weil der Gegner St. ­Otmar St. Gallen hiess.

Vor zwei Wochen haben die Ostschweizer den HSC Suhr Aarau regelrecht aus der Schachenhalle gefegt. Die Endinger aber zeigten sich in der ersten Hälfte davon wenig beeindruckt und bewiesen, wie widerstandsfähig sie sind. Hinten verteidigten sie konsequent, doch vor allem in der Offensive überzeugten die Gäste mit der in dieser Spielzeit oft vermissten Effizienz. Kassierten die Aargauer einen Gegentreffer, fuhren sie Mal für Mal den Tempo-Angriff. Eine taktische Finesse, die sich Trainer Zoltan Majeri da ausgedacht hatte und die seiner Mannschaft Tor um Tor bescherte.

Im Livestream des Schweizerischen Handballverbandes konnte man wunderbar heraus hören, wie überrascht die St. Galler ob des Auftritts der Endinger waren. «Die Körpersprache gefällt mir nicht», monierte der Ostschweizer Kommentator und forderte St. Otmars Coach Zoltan Cordas aus der Ferne ­lange vergeblich auf, die ­Timeout-Karte zu zücken. Doch der reagierte erst kurz vor dem Halbzeitpfiff, die Endinger lagen da mit zwei Toren in Front. Es sollte dem Heimteam helfen: Ein Zwischenspurt sorgte für die knappe 19:18-Führung.

Über die Endinger lässt sich stets das Gleiche sagen

Die zweite Halbzeit dieses Spiels ist schnell erzählt. «Ein ganz anderes Gesicht zeigen die St. Galler hier», sagte der Kommentator jetzt – und natürlich hatte er recht. Die Hausherren spielten ihre Qualität nun gnadenlos aus, und über den TV Endingen lässt sich sagen, was sich fast jedes Mal über die Mannschaft sagen lässt. Die schnellen Angriffe funktionieren meistens, in der Defensive aber lässt sich das Team zuweilen von der Wucht des Gegners erdrücken. 28:35 hiess es zum Schluss. Im neunten Saisonspiel verlieren die ­Endinger zum siebten Mal.

Telegramm

St. Gallen - Endingen 35:28 (19:18)

50 Zuschauer. - SR Keiser/Rottmeier. - Strafen: 2 Mal 2 Minuten gegen St. Gallen, 5 Mal 2 Minuten gegen Endingen.

St. Otmar St. Gallen: Kindler (11 Paraden); Bamert, Fricker (3 Tore), Geisser (3), Gwerder, Höning (6), Hörler (2), Jurilj (6), Maros (3), Pendic (9/4), Wetzel (2), Wüstner (1).

TV Endingen: Schams/Imhof (4 Paraden); Grau (1), Huesmann (1), Huwyler (6), Larouche (9), Mauron (2), Radovanovic (2), Christian Riechsteiner, Lukas Riechsteiner (3), Schafroth (4).

Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penalties: 0:1. St. Gallen ohne Bringolf und Jurca (beide geschont), Endingen ohne Bardet (verletzt), Mühlebach, Mischler und Fischer (alle ohne Einsatz).

Das Spiel

Beim heutigen Gegner des TV Endingen konnte einem ja Angst und Bange werden: Vor der Länderspielpause fegte der TSV St. Otmar St. Gallen den HSC Suhr Aarau aus der Schachenhalle in Aarau. Die Endinger liessen sich bei ihrem Auftritt in der St. Galler Kreuzbleiche davon aber zu Beginn wenig anmerken. Mit beherzten Angriffen und präzisen Abschlüssen gestalteten sie das Spiel in der Anfangsphase ausgeglichen. Zwei Mal gingen die Gäste in Führung: mit 2:1 und 3:2. Nach zehn gespielten Minuten hiess es 5:7 aus Sicht der Endinger.

Und die Aargauer gaben weiter Gas: Fünf Minuten später gingen sie abermals in Führung - erst mit 8:7, dann mit 9:8. In der Folge behielten die Endinger ihren Elan und schlossen ihre Angriffe weiterhin konsequent ab. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause führten sie mit 16:15. Danach schlichen sich aber zu viele Fehler ins Spiel ein, die St. Otmar für einmal auszunutzen wusste. So lag der TV Endingen zur Pause mit einem Tor hinten: 18:19.

Zu Beginn der zweiten Hälfte zogen die favorisierten Hausherren fortan weg. Nach 40 Minuten lagen sie 26:20 in Front. Diese Führung gaben sie nicht mehr aus der Hand. Und so verlor der TV Endingen diese Partie mit 28:35.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams noch einmal an: