Bob
Kanton Aargau ist eine Grossmacht im Eiskanal

Lake Placid, Park City und Whistler. Am Samstag beginnt die Weltcup-Saison mit einer dreiwöchigen Nordamerika-Tour. Mit am Start sind zwei Schweizer Teams. Oder präziser: zwei Aargauer Teams.

Andreas Fretz
Drucken
Teilen
Start in den Weltcup: Martin Galliker glänzte im ersten Training in Lake Placid mit der Bestzeit. Keystone/archiv

Start in den Weltcup: Martin Galliker glänzte im ersten Training in Lake Placid mit der Bestzeit. Keystone/archiv

Die Piloten Rico Peter aus Kölliken und Martin Galliker aus Muhen halten die Steuerseile in den Händen und vertreten dabei die Eisgenossenschaft. Der Aargau, eine Grossmacht im Eiskanal? «Das hat Tradition», sagt Peter, und verweist auf Grössen wie Christian Reich oder Daniel Schmid.

Ohne Hefti und Baumann

Für den 29-jährigen Peter sind die Weltcup-Starts in Nordamerika eine Premiere. Routinier Galliker (38) bestritt letztmals in der Saison 2007/08 Weltcup-Rennen in Übersee. Natürlich profitierten die beiden bei ihrer Nomination vom Pech der Konkurrenz. Beat Hefti und Gregor Baumann, die vermeintlichen Leaderteams von Swiss Sliding, müssen verletzungsbedingt auf die drei Rennen verzichten. Baumann musste sich notfallmässig einer Weisheitszahn-Operation unterziehen, bei Hefti fallen die beiden besten Anschieber verletzt aus. Beide Teams werden die Bobsaison im Europacup beginnen müssen.

Die Nomination von Peter und Galliker kommt dennoch nicht von ungefähr. Bei den Selektionsrennen in Winterberg dominierten die Aargauer, und auch in Lillehammer, als Hefti und Baumann noch am Start waren, fuhren sie vorne mit. Im Viererbob liess Peter gar alle hinter sich.

«Wir sind mehr als nur Lückenbüsser», betont Galliker, «auch wenn Hefti im Zweierbob nicht ersetzt werden kann.» Im ersten offiziellen Training in Lake Placid stellt Galliker mit dem Viererbob die Bestzeit auf. Der grosse Schlitten ist die Stärke der Aargauer Teams. Dennoch: Die Erwartungen sollten nicht zu hoch geschraubt werden. Weltcup-Platzierungen in den Top Ten wären bereits eine kleinere Sensation. «Lake Placid und Whistler gehören zu den schwierigsten Bahnen überhaupt», sagt Peter, «und beide bedeuten für mich Neuland.» Zu den grossen Favoriten zählen die einheimischen Teams und jene aus Deutschland.

Gute Stimmung im Verband

Doch die beiden Aargauer wollen ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen und mit guten Resultaten auf sich aufmerksam machen. Zu den grossen Zielen in dieser Saison zählt die Qualifikation für die Heim-WM in St. Moritz. «Der Konkurrenzkampf bei Swiss Sliding ist gross. Die Teams analysieren sich gegenseitig», sagt Peter, «ich finde das gut, nur so kommt man weiter.» Trotz Konkurrenzkampf: Die Stimmung im Schweizer Verband sei so gut wie schon lange nicht mehr, betonen sowohl Galliker als auch Peter.

Aktuelle Nachrichten