FC Aarau
Jetzt wenden sich sogar die Fans ab: FC Aarau bleibt unter neuem Trainer auch gegen Chiasso sieglos

Der FC Aarau muss sich nach einem erneut enttäuschenden Auftritt vor heimischer Kulisse mit einem 2:2 gegen das Tabellenschlusslicht FC Chiasso zufrieden geben. Die Aarauer gehen dabei zweimal in Führung, verpassen es jedoch, diese über die Zeit zu bringen. Damit bleibt der FCA unter Stephan Keller weiter sieglos.

Sebastian Wendel, Ruedi Kuhn
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Die FCA-Ultras haben die Phrasen satt.
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Nur ein Unentschieden gegen Chiasso: Das genügt den Ansprüchen des FC Aarau bei weitem nicht.
Stephan Keller ist derzeit nicht zu beneiden – seine Mannschaft kommt nicht auf Touren.
Fussball, Challenge League, FC Aarau - FC Chiasso (21.07.20)
Der 16-jährige Flavio Caserta kommt zu seinem ersten Einsatz für die Profimannschaft des FC Aarau.
Olivier Jäckle wird mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
Einsatz für 20 Minuten: Shkelzen Gashi wird in der 64. Minute eingewechselt und muss in der 85. Minute wieder vom Feld.
Bester Aarauer der Partie: Kevin Spadanuda liefert einen Treffer und einen Assist zum Unentschieden bei.
Der wirblige Spadanuda bereitet der Chiasso-Abwehr Probleme.
Der Jubel von Kevin Spadanuda weilte nur kurz.
Chiasso kommt zwei Minuten nach der 2:1-Führung der Aarauer zum Ausgleich.
2:2 gegen das Schlusslicht: Damit darf kein Aarauer zufrieden sein.
Der FC Chiasso bietet dem FC Aarau Paroli.
Marco Schneuwly kommt bei seinem zweitletzten Heimspiel für den FC Aarau ab der 2. Hälfte zum Einsatz.
Auch Francois Affolter absolviert seine zweitletzte Partie im FCA-Dress.
Nicolas Schindelholz trifft nach 30 Minuten für den FCA per Kopf.
Sofian Bahloul verbucht seinen vierten Treffer gegen den FC Aarau in dieser Saison.
Nicholas Ammeter muss sich geschlagen geben.
Stevan Lujic tankt sich durch.
Der FC Aarau präsentiert sich harmlos gegen den FC Chiasso.
Der junge Stevan Lujic (18) erhält einmal mehr das Vertrauen von Stephan Keller.
Chiasso liefert sich mit dem FC Aarau ein Duell auf Augenhöhe.
Mats Hammerich ist in der Defensive von Beginn weg gefordert.

Die FCA-Ultras haben die Phrasen satt.

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Drei Tage nach der peinlichen 1:3-Niederlage gegen Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy im Brügglifeld stellten sich zwei Fragen: Reicht es dem FC Aarau wenigstens im Heimspiel gegen den FC Chiasso zu einem Sieg? Oder schlittert die Mannschaft von Neutrainer Stephan Keller gegen den Tabellenletzten der Challenge League ins nächste Debakel?

Der FC Aarau präsentiert sich harmlos gegen den FC Chiasso.

Der FC Aarau präsentiert sich harmlos gegen den FC Chiasso.

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Ein Debakel war es gegen Chiasso nicht, nein, aber der Auftritt des FC Aarau beim 2:2 gegen die graue Maus der zweithöchsten Spielklasse bewegte sich irgendwo zwischen ungenügend und schlecht. Das ohne den verletzten Captain Elsad Zverotic angetretene Team wirkte von Beginn an gehemmt und verhielt sich gegen den vermeintlich harmlosen Gegner aus der Südschweiz unerklärlicherweise wie das Kaninchen vor der Schlange. Wo blieb der Biss? Wo blieb die Leidenschaft? Wo blieb das Herzblut? Und, vor allem, wo blieben die Spielfreude und der unbändige Sieges­willen?

Die FCA-Ultras haben die Phrasen satt.

Die FCA-Ultras haben die Phrasen satt.

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Dass die Aarauer Hardcore-Fans kurz vor Schluss ihren Platz verlassen und ein Transparent mit der Aufschrift «Mer send Aarau gsi» hinterlassen, sagt alles über ihre Gemütsverfassung und den schlechten Zustand des FC Aarau aus.

Unrühmlicher Tiefpunkt aus Aarauer Sicht war die gelb-rote Ampelkarte für Eigengewächs Olivier Jäckle nach 80 Minuten. Der Platzverweis passte zur Leistung des Mittelfeldspielers. Jäckle agierte vor allem in der Startphase unglücklich, wirkte schläfrig und hatte viele Ballverluste.

Eine schlechte Figur machte wie so oft auch Francois Affolter, der bei beiden Gegentreffern patzte. Und der Rest der Mannschaft? Wohlwollend gesagt: biederes Mittelmass! Abgesehen von Goalie Nicholas Ammeter, der mit zwei starken Reflexen sein Team vor noch Schlimmerem bewahrte.

Olivier Jäckle wird mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

Olivier Jäckle wird mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

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Chiasso-Stürmer Bahloul wird zum FCA-Schreck

Der FC Aarau tat sich vor allem in der Startphase schwer und überliess Chiasso das Spieldiktat. Es dauerte eine knappe halbe Stunde, ehe man offensiv in Erscheinung trat. Dann ging kurzzeitig die Post ab. Liridon Balaj und Donat Rrudhani setzten die ersten Akzente.

Sofian Bahloul verbucht seinen vierten Treffer gegen den FC Aarau in dieser Saison.

Sofian Bahloul verbucht seinen vierten Treffer gegen den FC Aarau in dieser Saison.

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Nach einem Freistoss von Kevin Spadanuda traf Nicholas Schindelholz mit einem Kopfball aus drei Metern zum 1:0. Der Tabellenletzte aus der Südschweiz war alles anderes als schockiert und wurde kurz vor der Pause für seine Bemühungen belohnt: Sofian Bahloul traf mit einem Kopfball nach herrlicher Vorarbeit von Gonzalo Gamarra und unter gütiger Mithilfe von Affolter zum 1:1. Es war der vierte Treffer von Bahloul gegen den FCA in dieser Saison.

In der zweiten Halbzeit spielten die Aarauer etwas druckvoller, aber zum Sieg reichte es trotzdem nicht. Kevin Spadanuda traf nach 74 Minuten unter gütiger Mithilfe von Chiasso-Torhüter Loïc Jacot zwar zum erneuten Führungstreffer, aber Merlin Hadzi erzielte nur 100 Sekunden später das 2:2.

Der Jubel von Kevin Spadanuda weilte nur kurz.

Der Jubel von Kevin Spadanuda weilte nur kurz.

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Dass der FC Aarau in den beiden Heimspielen gegen Stade Lausanne-Ouchy und Chiasso nur einen Punkt geholt hat und damit weiterhin auf dem achten Rang der Challenge League verharrt, entspricht allem anderen als den Ansprüchen im und um den Verein. Und dass Kellerkind Chiasso über weite Strecken der Partie die feinere Klinge führte und am Schluss dem Sieg etwas näher war, ist gar erschreckend.

Aus Aarau-Sicht kann, ja, muss man froh sein, dass diese Saison voller Pleiten, Pech und Pannen in knapp zwei Wochen zu Ende gehen wird. Danach soll mit einer neuen Jugendstrategie alles besser werden.

Das Telegramm

FC Aarau – FC Chiasso 2:2 (1:1)

Brügglifeld. – 930 Zuschauer. – SR: San. – Tore: 31. Schindelholz (Spadanuda) 1:0. 42. Bahloul 1:1. 74. Spadanuda (Hajdari) 2:1. 76. Hadzi 2:2.

Aarau: Ammeter; Thiesson, Schindelholz, Affolter, Lujic (57. Caserta); Jäckle; Balaj (64. Hajdari), Hammerich, Misic (46. Schneuwly), Spadanuda; Rrudhani (64. Gashi, 85. Alounga).

Chiasso: Jacot; Hadzi, Wolf, Piccinni, Conus, Gamarra; Bahloul, Huser, Aliu (87. Keller); Antunes (67. Nzila); Cyzas (75. Zahaj).

Bemerkungen: Aarau ohne Thaler, Zverotic (beide verletzt), Corradi, Hübel, Leo, Mehidic, Neumayr und Peralta (alle nicht im Aufgebot). Chiasso ohne Berzati (gesperrt), Almeida, Bellante, Bnou Marzouk, Dixon, Doldur, Hajrizi, Kryeziu, Martorana (alle verletzt) und D’Ippolito (nicht im Aufgebot). – Erstes Pflichtspiel für Flavio Caserta im FCA-Trikot. – Verwarnungen: 18. Conus (Foulspiel). 34. Misic (Reklamieren), 38. Schindelholz, 53. Affolter, 68. Jäckle, 82. Hajdari (alle Foulspiel). – Platzverweis: 80. Jäckle (wiederholtes Foulspiel).

Das sind die Noten zur Partie:

Nicholas Ammeter: Note 4,5 Zwei starke Paraden. Mit Schwächen am Fuss. Bei den Gegentoren trifft ihn keine Schuld.
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Jérôme Thiesson: Note 3,5 Kann Gamarra nicht an der Flanke hindern, die zum 1:1 führt. Im Aufbauspiel ohne nennenswerte Aktionen.
Nicolas Schindelholz: Note 4 Besorgt mit seinem zweiten Saisontor die FCA-Führung zum 1:0. Defensiv mit stabiler Leistung.
Francois Affolter: Note 2 Man glaubt es kaum: Der Mann war einst Nationalspieler! Nun steht er – einmal mehr – bei beiden Gegentoren grob im Schilf.
Stevan Lujic: Note 3,5 Positiv: Beweist Mut bei seinen Vorstössen. Negativ: mit viel zu vielen einfachen Fehlern.
Olivier Jäckle: Note 3 Nach schwacher erster Halbzeit mit vielen Fehlpässen kann er sich nach dem Seitenwechsel steigern, dann sieht er nach zwei taktischen Fouls gelb-rot.
Kevin Spadanuda: Note 4 Statistisch mit einem Assist und dem glücklichen Treffer zum 2:1 der Mann des Spiels. Ansonsten aber gelingt ihm nichts.
Petar Misic: Note 3,5 Der gelernte Flügel wird im Zentrum getestet. Nach schwachem Beginn noch zwei gute Steilpässe bis zur Pausen-Auswechslung.
Mats Hammerich: Note 3,5 Bekommt vom neuen Cheftrainer eine weitere Chance – zahlt das Vertrauen mit Willen und Einsatz, aber ohne Einfluss auf das Aufbauspiel zurück.
Liridon Balaj: Note 3 Die erste gefährliche FCA-Aktion geht auf sein Konto, verheddert sich sonst aber in den Zweikämpfen.
Donat Rrudhani: Note 3 Kein einfacher Job als alleinige Sturmspitze. Am Ball und im Zweikampfverhalten jedoch mit sehr viel Luft nach oben.
Marco Schneuwly: Note 3,5 Kommt nach dem Pausentee für Misic. Wirkungslos.
Der 16-jährige Flavio Caserta kommt zu seinem ersten Einsatz für die Profimannschaft des FC Aarau.
Shkelzen Gashi: Keine Note Kommt in der 64. Minute für Rrudhani. 20 Minuten später wieder ausgewechselt. Ohne Note.
Ersan Hajdari: Keine Note Kommt in der 64. Minute für Balaj. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Yvan Alounga: Keine Note Kommt in der 85. Minute für ­Gashi. Ohne Note.

Nicholas Ammeter: Note 4,5 Zwei starke Paraden. Mit Schwächen am Fuss. Bei den Gegentoren trifft ihn keine Schuld.

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Das sind die Stimmen zur Partie:

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