Handball NLA
Gegen Bern Muri wartet eine echte Bewährungsprobe auf die HSC-Defensive

Wenn der HSC Suhr Aarau am Sonntag (Anpfiff: 16.00 Uhr) auf den BSV Bern Muri trifft, dann ist das auch das Duell, derzweitbesten Verteidigung und des besten Angriffs der NLA.

Dean Fuss
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Dragan Marjanac sagt vor dem Duell mit seinem Ex-Klub: «Nervös bin ich nicht, aber es wird schon ein spezielles Spiel für mich werden.»

Dragan Marjanac sagt vor dem Duell mit seinem Ex-Klub: «Nervös bin ich nicht, aber es wird schon ein spezielles Spiel für mich werden.»

Fabio Baranzini | Baranzini Fotografie und Texte GmbH | www.baranzini.ch

100 Gegentreffer hat der HSC Suhr Aarau in den bisherigen vier Meisterschaftsspielen hinnehmen müssen. Mit diesem Wert stellt der einzige Aargauer NLA-Klub die zweitbeste Defensive der Liga – hinter den Kadetten Schaffhausen. «Das ist eine gute Momentaufnahme. Aber es geht sicher noch besser», sagt HSC-Torhüter Dragan Marjanac.

Eine echte Bewährungsprobe dürfte für den Familienvater und seine Teamkollegen am Sonntag (Anpfiff: 16.00 Uhr) anstehen, wenn der BSV Bern Muri in der Aarauer Schachenhalle gastiert. Denn die ehemaligen Teamkollegen des 33-jährigen Serben verfügen nach der 4. Runde mit 123 erzielten Treffern zusammen mit Wacker Thun über die stärkste Offensive der Liga – der HSC steht in dieser Statistik an sechster Stelle.

Marjanac, der erst nach der abgelaufenen Saison vom BSV zum HSC stiess, trifft zum ersten Mal seit seinem Abgang auf seinen ehemaligen Klub: «Nervös bin ich deswegen nicht, aber klar, es wird schon ein spezielles Spiel für mich werden.»

Ob es nun ein Vorteil für ihn als Torhüter oder für die Werfer des Gegners ist, dass sie sich gegenseitig so gut kennen – Marjanac kann sich nicht entscheiden: «Es kann ein Vorteil aber gleichzeitig auch ein Nachteil sein. Schauen wir mal.»

Persönliche Bestmarke

Seine ganz persönliche Bestmarke im Trikot des HSC Suhr Aarau hat Marjanac am vergangenen Wochenende erreicht, als er beim 34:22-Sieg in Basel eine Abwehrquote von 38 Prozent erreichte, dazu zwei Siebenmeter parierte und gleich drei Mal selber ins verlassene Tor des NLA-Aufsteigers traf.

Und etwas verbindet die beiden HSC-Gegner vom vergangenen und von diesem Wochenende: die anfällige Defensive. Gemeinsam stellen Basel und Bern Muri mit 122 Gegentreffern die zweitschlechteste Abwehr der Liga. Nach Abschluss der Hauptrunde in der vergangenen Saison hatte der BSV noch am viertwenigsten Gegentore erhalten.

Welchen Einfluss darauf wohl hat, dass mit Marjanac der Torhüter Nummer 1 des BSV zum HSC gewechselt ist? Der 1,90-Meter-Mann schmunzelt als Antwort auf diese Frage und übergeht sie in der Folge. Einfach ist die Situation auf der Torhüterposition bei seinem ehemaligen Klub derzeit sicher nicht: Marjanac-Nachfolger Edin Tatar fehlte dem BSV zuletzt verletzungshalber.

Bessere Defensive hin oder her, Marjanac warnt vor dem Gegner vom Sonntag: «Ich unterschätze niemanden. Bern Muri ist eine gute Mannschaft und wird ein schwieriger Gegner. Aber klar: Wir wollen in die Finalrunde, da müssen wir solche Partien zu Hause unbedingt gewinnen.» Derzeit rangiert der HSC mit vier Punkten aus ebensovielen Partien auf dem sechsten Platz in der Tabelle, der fünftplatzierte BSV Bern Muri hat einen Zähler mehr auf dem Konto.

Verabschiedungen vor der Partie

Nicht nur für Marjanac dürfte die Partie vom Sonntag indes speziell werden. Auch Ehrencaptain Patrick Romann (Rücktritt)...

...Ilan Baumann (Wechsel zum STV Baden)...

...und Lukas Strebel (Wechsel zum Partnerverein HV Olten)...

...dürften sich noch lange an die Partie oder genauer deren Vorspiel erinnern: Sie werden nämlich unmittelbar vor dem Anpfiff in der Aarauer Schachenhalle für ihre Verdienste im HSC-Trikot geehrt und offiziell verabschiedet.