Fussball
Geduldsspiel ohne verdienten Lohn

Auch in Spiel zwei unter der Interimsägide von Vizepräsident Roland Gruner kehrt der FC Dulliken nicht zum Siegen zurück. Trotz gefälligem Einsatz und verbessertem Teamauftritt schaut gegen Wohlen II am Ende nur eine Nullnummer heraus. Zum Schluss mussten die Dulliker gar um den einen, gewonnen Punkt froh sein.

Tobias Schalk
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Die Wohlen-Spieler werden nicht belohnt.

Die Wohlen-Spieler werden nicht belohnt.

Alexander Wagner

Nein, ein Vorwurf bezüglich dem Einsatz konnte dem Dulliker Kollektiv beileibe nicht gemacht werden. Die Akteure stiegen ohne Furcht in die Zweikämpfe und setzten immer wieder hartnäckig nach. Ein Aspekt im Spiel der Niederämter, der sich zuletzt noch höchst diskutabel präsentiert hatte. Da scheinen die Worte des Interim-Trainerduos Roland Gruner/Rémy Meier Anklang gefunden zu haben.

Auf entsprechende Nachfrage lässt der angesprochene Gruner mit einem lapidaren «ja, klar» durchblicken, dass dies ohnehin das Mindeste sei und ihn alleine nicht glücklich stimmt. Dafür hätte es zumindest einen Treffer seiner Farben benötigt. Denn trotz klarer Überlegenheit wollte das Tor für die Platzherren nicht gelingen. Besonders nach dem Seitenwechsel verzeichnete die Heimelf mehrere gute Torchancen, agierte im Abschluss aber zu glücklos oder zu wenig zwingend.

Allen voran Rouven Corti sah in der 59. Spielminute seinen Abschluss aus kurzer Distanz von Wohlen-Goalie Dominik Stutzer mit einem wachen Reflex über die Latte gelenkt. Später zischte ein Geschoss von Sandro Husi nur knapp über die Querlatte (75.).

Und der ins Team zurückgekehrte Hazir Zenuni verpasste mit zwei Kopfbällen ebenfalls das Gehäuse (48./58.). Insgesamt schien es, als ob sich für die Dulliker ein Geduldsspiel anbahnte, doch nach fünf Sechsteln der Spieldauer neigten sich die Kraftreserven der Niederämter dem Ende zu. «Wir haben im athletischen Bereich unsere Defizite», gab Gruner das unlängst konstatierte Manko zu Protokoll. Man hört das Interimsduo habe diesbezüglich Massnahmen ergriffen und die Zügel angezogen.

So aber entwickelte sich in der Schlussphase ein hektisches Auf und Ab, das den Gästen gar den unverhofften Lucky Punch hätte bescheren können. Waren diese während der gesamten zweiten Hälfte – abgesehen von stehenden Bällen – nicht vor das gegnerische Tor gekommen, tauchte Wohlen nun gleich dreimal innert Kürze gefährlich vor dem Dulliker Tor auf.

Doch eine wichtige Intervention des in die Innenverteidigung beorderten Regisseurs Nils Wernli, der bewies, dass neben öffnenden Pässen auch kompromisslose Grätschen in seinem Repertoire stehen, und ein zu hoch angesetzter Wohlemer Abschluss verhinderten die Gästeführung aus dem Nichts. Im Gegenzug war der Gästehüter bei einem satten Vollspannschuss Husis erneut auf dem Posten.

Dass es bei der Null auf der Anzeigetafel blieb, verdankte der FCD auch dem Unparteiischen. Just als ein Wohlemer tief in der Nachspielzeit am Strafraum der Heimmannschaft gefällt wurde, beendete der ansonsten hoch souveräne Valton Ristemi mit dem Schlusspfiff das Geschehen. Dies erzürnte insbesondere Wohlen-Trainer Alessio Passerini dermassen, dass er wie von der Tarantel gestochen auf Schiedsrichter Ristemi zustürmte und sich fast nicht mehr einkriegte.

Verständnis für seinen Frust in Ehren, denn sehr wohl mag eine Regelwidrigkeit seitens der Dulliker vorgelegen haben, doch wäre ein später Gästesieg dann doch sehr unverdient gewesen. Nichtsdestotrotz wollte sich Roland Gruner mit dem gewonnenen Punkt nicht zufrieden geben: «Wir haben den limitierten Gegner dominiert und mehrere Gelegenheiten zum Tor gehabt, da kann ich nicht zufrieden sein.» Vielmehr sehnt er wohl die nahende Winterpause herbei, wo ein neuer Trainer gefunden – Namen oder Kandidaten liess sich der Dulliker nicht entlocken – und an den Defiziten der Mannschaft gearbeitet werden soll. Vorerst wartet aber am kommenden Wochenende das schwierige Auswärtsspiel beim drittplatzierten NK Pajde.

Dulliken – Wohlen II 0:0 (0:0)

Ey. – 160 Zuschauer. – SR: Ristemi.

Dulliken: Russo; W. Corti, Wernli, Hubeli, Brica; S. Dzombic (46. Dos Santos), Huber; Husi, R. Corti, Hasani (83. Kaufmann); Zenuni.

Wohlen II: Stutzer; Aydin, E. Duvnjak, Pnishi, Mattei; Rizzo (75. Lüthi), D. Duvnjak, Ferreira, Marjanovic (85. Hismani); Huber (65. Biqkaj); Lotti.

Bemerkungen: Dulliken ohne Fehlmann (verletzt). – Verwarnungen: 35. D. Duvnjak, 60. W. Corti, 79. Marjanovic (alle wegen Foulspiels). – Cornerverhältnis: 8:2.

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