Regionalfussball
«Fortuna war nicht auf unserer Seite» – der FC Lenzburg wird vom Pech verfolgt

Der Aargauer 2.-Ligist FC Lenzburg macht während des Saisonbeginns bereits einige Schwierigkeiten durch. Während im Schweizer Cup trotz überstandener erster Quali-Runde kein Hauptfeld-Ticket herausspringt, erschweren nun auch noch Verletzungssorgen den Start in die Meisterschaft.

Nik Dömer
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Der neue Trainer Samuel Drakopoulos erlebt mit dem FC Lenzburg bereits zu Beginn seiner Amtszeit eine schwierige Phase.

Der neue Trainer Samuel Drakopoulos erlebt mit dem FC Lenzburg bereits zu Beginn seiner Amtszeit eine schwierige Phase.

Severin Bigler

Dem FC Lenzburg klebt das Unglück am Fuss! Als souveräner Leader der vergangenen Saison blieb ihnen der Aufstieg aufgrund des Meisterschaftsabbruchs verwehrt. Immerhin folgte darauf ein kleines Trostpflaster: Die Lenzburger erhielten einen Quotenplatz im Hauptfeld des Schweizer Cups vom AFV zugelost.

Seit Ende Juli ist der neue Trainer Samuel Drakopoulos beim FC Lenzburg im Amt.

Seit Ende Juli ist der neue Trainer Samuel Drakopoulos beim FC Lenzburg im Amt.

Severin Bigler

Doch auch hier folgte auf Euphorie die Ernüchterung: Da der Schweizerische Fussballverband wegen der Euro 2021 unter Zeitdruck steht, erhielten die Klubs aus den beiden höchsten Schweizer Ligen ein Freilos in der ersten Runde. Dies wiederum hatte eine Reduktion des Teilnehmerfelds zur Folge. Die 17 Plätze der Regionalverbände wurden mittels einer weiteren Quali-Runde auf sechs gekürzt. Für den FC Lenzburg hiess dies konkret, dass das Hauptfeld-Ticket nun doch auf sportlichem Weg erkämpft werden musste.

Lenzburger Drama nimmt seinen Lauf

Dabei gab sich die Aargauer Equipe von Neo-Trainer Samuel Drakopoulos jedoch keine Blösse: Gleich mit 5:0 fertigten die Lenzburger den Drittligisten FC Selzach ab. Doch tatsächlich war damit der Einzug noch nicht gefestigt. Da den regionalen Verbänden nur sieben Plätze zustehen und es bei einer Quali-Runde mit 16 Mannschaften einen Sieger zu viel gab, mussten zwei Mannschaften erneut in den sauren Apfel beissen: Der FC Lenzburg und der FC Dürrenast. Und so nahm das Lenzburger Drama seinen Lauf. Die Partie gegen den unterklassigen Verein aus Thun ging mit 1:2 nach Verlängerung verloren.

Zwei Tage später ist Trainer Samuel Drakopoulos noch immer fassungslos: «Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen. Das war mehrheitlich Einbahnfussball, wir haben mindestens zehn hochkarätige Chancen ausgelassen und wurden dann in der Verlängerung mit einem Konter dafür bestraft. Der Gegner hätte sich nicht beklagen dürfen, wenn wir acht Tore geschossen hätten. Aber so ist Fussball, Fortuna war nicht auf unserer Seite.»

Der FC Lenzburg muss das zweite Cup-Quali-Spiel so schnell wie möglich abhaken.

Der FC Lenzburg muss das zweite Cup-Quali-Spiel so schnell wie möglich abhaken.

Severin Bigler

Härtetest kann zum Vorteil werden

Und so endet der Traum vom Cup-Fussballfest in Lenzburg gegen einen grossen Cup-Gegner in diesem Jahr. Jammern ist für den neuen Lenzburg-Trainer jedoch keine Option: «Natürlich ist nicht immer alles fair in Zeiten von Corona, aber man muss die Situation so akzeptieren wie sie ist. Ich konnte auch nicht verstehen, warum es beim Abbruch keine Auf- und Absteiger gab. Da wurden die falschen Vereine belohnt. Aber es wäre nun falsch zu sagen, dass wir uns ungerecht behandelt fühlen. Wenn du gegen einen Drittligisten verlierst, dann bist du zurecht nicht im Hauptfeld. Aber man kann schon sagen, dass wir momentan viel Pech haben.»

Dass der FC Lenzburg in den letzten beiden Wochen tatsächlich vom Unglück verfolgt ist, widerspiegelt sich auch im Kader: Bei der Quali-Partie am Samstag zog sich mit Fidan Tafa der gefährlichste Lenzburger Torschütze eine Adduktoren-Verletzung zu. Damit muss Drakopoulos bereits auf vier Schützlinge verzichten.

Bangen beim FC Lenzburg: Noch ist unklar, wie lange Fidan Tafa ausfallen wird.

Bangen beim FC Lenzburg: Noch ist unklar, wie lange Fidan Tafa ausfallen wird.

Gerry Frei

Für die erste Meisterschaftspartie am Freitag stehen ihm gerade noch 14 Feldspieler vom ursprünglichen Kader der 1. Mannschaft zur Verfügung. «Es geht nun Schlag auf Schlag, aber da müssen wir durch. Zum Glück habe ich eine funktionierende Mannschaft übernommen, die solche Rückschläge verkraften kann. Die nächsten Wochen werden zum Prüfstein für uns, aber wenn wir diese Hürde überstehen, dann kann ein solcher Härtetest auch zum Vorteil für den Rest der Saison werden.»