FC Aarau
FCA-Ersatzgoalie Ulisse Pelloni: Im Cup die Nummer 1 im Aarauer Tor

Ulisse Pelloni hofft, dass er auch heute im Cup-Viertelfinal gegen Sion zum Einsatz kommt. Er kam bisher immer dann zum Einsatz, wenn für das Team von Trainer Sven Christ Cup-Partien auf dem Programm standen. Dabei machte er bisher eine gute Falle.

Dean Fuss
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FCA-«Cup-Torhüter» Ulisse Pelloni.

FCA-«Cup-Torhüter» Ulisse Pelloni.

Meienberger/freshfocus

Drei Pflichtspiele hat Torhüter Ulisse Pelloni seit seinem Wechsel zum FC Aarau bestritten. Er kam bisher immer dann zum Einsatz, wenn für das Team von Trainer Sven Christ Cup-Partien auf dem Programm standen. Zwei Tore musste der 21-Jährige in den drei ersten Cup-Runden gegen Taverne (1. Liga/7:1), Chiasso (Challenge League/1:0) und Luzern (2:1) hinnehmen. Pelloni machte dabei eine gute Falle, mit starken Paraden hielt er den FCA beim Mini-Sieg im Tessin im Spiel und verhinderte in Luzern den Ausgleich.

Letzte Neuigkeiten: Moreno Costanzo ist wieder dabei

Um sich bestmöglich auf den Viertelfinal gegen Sion vorzubereiten, reiste die Mannschaft des FC Aarau bereits gestern Abend ins Wallis. Mit an Bord des Team-Cars war auch Moreno Costanzo, der nach seiner krankheitsbedingten Abwesenheit beim FCZ-Spiel (0:0) wieder ins Kader zurückkehrt. Weiterhin verzichten muss Trainer Sven Christ dagegen auf den im Wiederaufbau befindlichen Edgars Gauracs und den am Knie verletzten Sandro Wieser. Christ erwartet heute Abend ein kampfbetontes Spiel: «So, wie sich der Rasen im Tourbillon am Sonntag präsentiert hat, ist davon auszugehen, dass es ein richtiger Cup-Fight werden wird», sagt der 41-Jährige. Heute Morgen steht für sein Team ein Abschlusstraining im Walliser Exil auf dem Programm, bevor es dann nach einer Nachmittagsruhe und dem Abendessen in Richtung des Stade de Tourbillon geht. (DFS)

«Der Cup ist für mich sehr wichtig», sagt Pelloni unmittelbar vor dem Training von gestern Nachmittag. Er weiss zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob er auch heute Abend (20.30 Uhr) den Cup-Viertelfinal beim FC Sion bestreiten darf. «Die letzten Male habe ich jeweils bereits einige Tage im Vorfeld erfahren, dass ich spielen werde.» Diesmal aber fällte Trainer Sven Christ zusammen mit seinem Staff den Entscheid, ob die nominelle Nummer 1 Joël Mall oder Pelloni im Stade de Tourbillon das Tor hüten wird, erst kurz vor der Abfahrt des Teams ins Wallis. «Natürlich hoffe ich auf einen Einsatz morgen. Aber schlussendlich muss der Trainer entscheiden, wen er aufstellen will», sagt Pelloni.

Diese Ungewissheit macht die Situation für ihn nicht einfacher. Und doch lässt er sich davon nicht verrückt machen. «Wenn ein Spieler aus der Challenge League kommt, dann gehört es auch irgendwie dazu, dass man sich zuerst ins Team arbeiten muss», sagt Pelloni. Im vergangenen Sommer hat er vom FC Locarno aufs Brügglifeld gewechselt. Beim Tessiner Challenge-League-Klub hatte er in der Saison 2013/14 die Position als Nummer 1 inne. Er habe von Beginn weg gewusst, was ihn in Aarau erwarten würde.

Trotzdem bereut er, der auch schon in verschiedenen Schweizer Nachwuchsnationalmannschaften eingesetzt worden ist, seinen Entscheid für den FCA nicht. Er hat sich bewusst für den Wechsel zu einem Klub in der Super League entschieden, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen. «Nun kenne ich sowohl die Seite der Nummer 1 als auch der Nummer 2 im Team», sagt Pelloni. Natürlich sei es einfacher, wenn man jede Woche spiele. Trotzdem ist für ihn klar: «Ich arbeite Tag für Tag so, wie wenn ich immer spielen würde. Ich bin jederzeit bereit, meine Chance dann zu packen, wenn sie kommt.»

Pelloni hat seine Ambitionen

Pellonis Vertrag in Aarau läuft noch zwei weitere Jahre. «Früher oder später will ich hier schon die Nummer 1 sein – auch in der Meisterschaft», sagt er. Diese Formulierung Pellonis zeugt von seinem vollkommen intakten Selbstbewusstsein, hat doch Stammtorhüter Joël Mall seinen Vertrag erst vor kurzem um drei weitere Jahre verlängert. Eine Garantie dafür, dass der 23-Jährige auch wirklich bis 2018 beim FCA spielen wird, ist das freilich nicht. Entsprechend sind auch die Ambitionen Pellonis gerechtfertigt. Er profitiert so oder so von seiner Zeit beim FCA. «Ich kann mich hier Schritt für Schritt ans höhere Niveau der Super League herantasten und wichtige Erfahrungen sammeln», sagt er.

Mittlerweile hat sich Pelloni in der Region Aarau gut eingelebt. Er wohnt seit seiner Unterschrift beim FCA in einer Wohnung in Suhr. Zum ersten Mal in seinem Leben verfügt er über seine eigenen vier Wände. «Das war schon ein grosser Schritt für mich, als ich im Sommer von zu Hause ausgezogen bin», sagt er. Weil ihm das Tessin manchmal schon etwas fehlt, fährt er an seinen freien Tagen meistens mit dem Auto durch den Gotthard und besucht seine Familie und Freunde.

Heute Abend steht nur eines im Mittelpunkt: Die grosse Chance seines FCA, erstmals seit zehn Jahren wieder einmal in einen Cup-Halbfinal einzuziehen. «Gerade auch weil es uns in der Meisterschaft noch nicht so läuft, wollen wir den Fans und uns selber unbedingt eine Freude machen», sagt Pelloni. Welche Rolle ihm dabei zukommen wird, wird sich zeigen. Sollte Pelloni zum Einsatz kommen, könnte er auch zum wichtigsten Mann werden – ein Penaltyschiessen ist im Cup schliesslich immer möglich.

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