FC Aarau
Die Anwohner und den Trainer freuts: Im Brügglifeld wird künftig elektrisch gemäht

Als erster Schweizer Profiklub mäht der FCA seine Spielfelder künftig mit einem Elektromäher. Neben der geringeren Lärmbelastung hat das neue Gerät weitere Vorteile.

Sebastian Wendel
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Gil Hemmi (auf dem Mäher) erhält die Instruktion für den neuen Elektro-Mäher.
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Erste Fahrt auf dem Brügglifeld-Rasen.
Blick ins Innere: Acht Batterien treiben den neuen Mäher an. Mit vollen Batterien (Ladezeit acht Stunden) lassen sich locker das Spielfeld im Stadion und die zwei Trainingsplätze neben der Keba mähen.
Auch Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (Mitte) kam extra zur Anlieferung des neuen Mähers in Brügglifeld. Mit ihm auf dem Bild (v.l.n.r.): Gil Hemmi (FCA-Platzwart), Peter Gloor (Platzgenossenschaft Brügglifeld), Marco Vontobel (vom gleichnamigen Rasenmäher-Fachhandelgeschäft in Suhr) und Sergio Donadei (Hako Schweiz AG).

Gil Hemmi (auf dem Mäher) erhält die Instruktion für den neuen Elektro-Mäher.

swn

Wenn Platzwart Gil Hemmi im Brügglifeld die Plätze mäht, trägt er dabei Kopfhörer. Es gibt Anwohner, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder über die Lautstärke des Mähers beschwerten und dabei auf die Kopfhörer verwiesen - nur so sei es auf dem Gefährt auszuhalten.

Das stimmt nicht ganz: Gil Hemmi hört ganz einfach gerne Musik bei der Arbeit. Er wird die Kopfhörer also weiterhin tragen - jetzt, wo er «den besten Platz der Schweiz» (O-Ton FCA-Trainer Stephan Keller) mit einem Elektromäher präpariert.

Seit geraumer Zeit kümmerte sich die «Platzgenossenschaft Brügglifeld» um einen Ersatz für den Benzinmäher mit Jahrgang 2006 - aus Umweltgründen und nicht zuletzt als Entgegenkommen für die «lärmgeplagten» Quartierbewohner. Diese Woche wurde das neue Gerät vom Suhrer Fachhändler «Vontobel» geliefert - eine Vorführmaschine vom Marktführer «Toro» mit dem Namen «Greensmaster eTriflex 3370» zum stolzen Preis von 63'000 Franken.

Tests im Voraus haben eine Lautstärke von 42 Dezibel ergeben. Zum Vergleich: Ein Elektro-Rasierer emissioniert mehr als 60 Dezibel, auch eine Unterhaltung zwischen zwei Personen ist lauter als Gil Hemmis neues Arbeitsgerät.

Übrigens: Über die Anschaffung des neuen Mähers freut sich auch Cheftrainer Stephan Keller. Mit der bisherigen Maschine konnte der Rasen «nur» auf 30 Millimeter gestutzt werden, künftig sind der Schnitthöhe gegen unten keine Grenzen gesetzt. Für den Fussball, wie ihn Keller spielen lässt, sind die von der Uefa empfohlenen ca. 25 Millimeter ideal. Zur Erklärung: Je tiefer der Rasenschnitt, umso schneller rollt der Ball.

Ob der FC Aarau auf dem elektrisch gemähten Rasen also auch erfolgreich Fussball spielt? Gleich die erste Partie wird zum Härtetest: Am 3. Dezember ist Tabellenführer Winterthur im Brügglifeld zu Gast.

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